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Psychoanalyse und Protest - Alexander Mitscherlich und die "Achtundsechziger"

09.04.2008 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Ein Symposion des "Jena Center Geschichte des 20. Jahrhunderts" an der Universität Jena am 25./26. April (Jena) Die "Achtundsechziger" in der Bundesrepublik bezogen sich theoretisch auf den Marxismus und auf die "Kritische Theorie", aber auch und nicht zuletzt auf Psychoanalyse und Sozialpsychologie. Alexander Mitscherlich verkörperte diese Wissenschaften damals wie kein anderer - und wurde zu einer der wichtigsten Identifikationsfiguren der Protestbewegung. Deren Dienstjubiläum und Mitscherlichs 100. Geburtstag am 20. September 2008 sind Anlass, über die Zusammenhänge zwischen Psychoanalyse und Protest, aber auch über die Rolle des "öffentlichen Intellektuellen" in der Bundesrepublik der sechziger Jahre noch einmal neu nachzudenken.

Was bedeutete Mitscherlichs Wort von der "vaterlosen" Gesellschaft und was machte die Attraktivität dieser Diagnose aus? Welchen Reiz entfaltete die Psychoanalyse für die "Achtundsechziger" und welche Bedeutung kam dem Thema der "unbewältigten" NS-Vergangenheit zu? Wie lässt sich die Generationenkonstellation zwischen den akademischen "Vätern" und den "Kindern" der Revolte beschreiben? Wo trafen sich deren biographische Erfahrungen, wo traten Gemeinsamkeiten, Brüche und Missverständnisse zutage?

Ort: Rosensäle, Friedrich-Schiller-Universität Jena, Fürstengraben 27

Freitag, 25. April 2008, 14.00-19.00 Uhr

Norbert Frei (Jena)
Warum Mitscherlich? Eine Einführung

Hans-Martin Lohmann (Frankfurt am Main)
Neue Einsichten, neue Fragen? Zur Biographie Alexander Mitscherlichs

I. Deutung der Gesellschaft

Martin Dehli (Berlin)
Vom "Untergang des Abendlandes" zum "Unbehagen in der Kultur". Spuren des Konservativen in Mitscherlichs Sozialpsychologie

Paul Nolte (Berlin)
Von der Gesellschaftsstruktur zur Seelenverfassung. Die Psychologisierung der Sozialdiagnose in den sechziger Jahren

II. Umgang mit der NS-Vergangenheit

Tobias Freimüller (Jena)
Verdrängung und Bewältigung. Alexander Mitscherlich und die NS-Vergangenheit

Christian Schneider (Frankfurt am Main/Kassel)
Die Unfähigkeit zu trauern. Von der Diagnose zur Parole

Samstag, 26. April 2008, 9.00-13.00 Uhr

III. Generationenkonflikte

Ulrike Jureit (Hamburg)
Geliehene Väter? Generationelle Selbstverortungen in den sechziger Jahren
Micha Brumlik (Frankfurt am Main)

Ein Missverständnis? Alexander Mitscherlich und die antiautoritäre Studentenbewegung

Karola Brede (Frankfurt am Main)
Revolution in der "Affluent Society". Desiderate einer politischen Sozialpsychologie

IV. Psychoanalyse und Protest. Eine Diskussion

Es diskutieren:
Volkhard Knigge (Jena)
Werner Konitzer (Frankfurt am Main)
Hans-Martin Lohmann (Frankfurt am Main)

Helmut Thomä (Leipzig)
Gesprächsleitung: Norbert Frei (Jena)

Bitte melden Sie sich an unter: Jena.Center@uni-jena.de

Kontakt:
Kristina Meyer M.A.
Jena Center Geschichte des 20. Jahrhunderts an der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Zwätzengasse 3
07743 Jena
Telefon: 03641 / 94 44 58 oder 94 44 50
Telefax: 03641 / 94 44 52
Weitere Informationen: http://www.JenaCenter.uni-jena.de/Veranstaltungen.html http://www.uni-jena.de
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