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Lyrische Kooperation am "Welttag des Buches"

21.04.2008 - (idw) Universität Erfurt

Ko Un und Wulf Kirsten lesen am 23. April in Erfurt Erlesene Lyrik gibt es anlässlich des " Welttag des Buches" bei Buch Habel am Anger: Der renommierte südkoreanische Autor Ko Un und der Weimarer Dichter Wulf Kirsten werden am 23. April um 20 Uhr aus ihren Werken lesen. Organisiert wird die Veranstaltung durch ein Sponsoring des Korean Literature Translation Institute in Zusammenarbeit mit dem Wallstein Verlag Göttingen, der Universität Erfurt und dem Literaturverein Erfurter Herbstlese e.V.

Ko Un gilt derzeit als einer der aussichtsreichsten Kandidaten auf den Literatur-Nobelpreis. Seine Gedichte verströmen eine Welthaltigkeit, die auf der tiefen Einsicht in die Mechanismen menschlichen Seins gegründet ist. Sein amerikanischer Schriftsteller-Kollege Allen Ginsberg nannte ihn einen "großartiger Poeten, eine Kombination von buddhistischem Denker, leidenschaftlichem Kämpfer für die Freiheitsrechte und Naturhistoriker". Die Persönlichkeit dieses Künstlers, der mit eindringlich- raunender Stimme seine Gedichte vorträgt, lässt Sprachgrenzen für einen Moment vergessen.

Der mehrfach preisgekrönte Autor Wulf Kirsten gilt seit einigen Jahrzehnten als einer der wichtigsten deutschen Lyriker der Gegenwart. In einer rau und widerspenstig anmutenden Sprache widmen sich seine Gedichte bevorzugt Landschaften, Personen und Themen, die dem Vergessen und Verdrängen anheim fallen. Wulf Kirsten hat sich auch als Essayist, Lektor und Herausgeber einen Namen gemacht.

Wulf Kirsten und Ko Un verbinden Generationserfahrungen und nicht zuletzt das Erlebnis eines geteilten Landes. Den Südkoreaner Ko Un haben das Trauma des Koreakrieges und die Teilung seiner Heimat maßgeblich geprägt. Anfang der 1960-er Jahre wurde er zum visionären Poeten und intellektuellem Kopf der südkoreanischen Demokratiebewegung, der immer wieder verhaftet und sogar mit einem Todesurteil bedroht wurde. Ko Un schreibt - wie der Weimarer Autor Wulf Kirsten - über die Entfremdung des Menschen von der Natur. In einer kulturübergreifenden Sprache erzählt er von "der Mühsal der Menschen an einem gelebten Tag", von Egoismus und Gleichgültigkeit.

Anlässlich des "Welttag des Buches" ist der Eintritt zu dieser Veranstaltung frei.

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