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Prof. Wahlster überreichte Hermes Award 2008 bei der HANNOVER MESSE

21.04.2008 - (idw) Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI

Der mit 100.000 Euro dotierte Technologiepreis der Deutschen Messe AG wurde im Rahmen der offiziellen Eröffnungsfeier der HANNOVER MESSE am 20.04.2008 überreicht. Im Beisein von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Ministerpräsident Christian Wulff, dem früheren japanischen Premierminister Shinzo Abe, Bundesforschungsministerin Annette Schavan und Sepp Heckmann, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Messe AG, gab Prof. Wahlster den Gewinner des Hermes Award bekannt, der in diesem Jahr bereits zum fünften Mal verliehen wurde.

Dr. Annette Schavan übergab den Preis an die Zenergy Power GmbH, Rheinbach und die Bültmann GmbH, Neuenrade mit dem HTS Induktionsheizer für die energiesparende Blockerwärmung.

Mit dem HTS-Induktionsheizer konnte durch supraleitende Spulen eine Wirkungsgradverdopplung und damit eine enorme Einsparung beim Strangpressen in der energieintensiven Metallverarbeitung erreicht werden. So könnte man bei einer Heizleistung von 500kW den jährlichen Strombedarf von 850 Einpersonen-Haushalten einsparen. Erfreulich ist, dass die mit dem diesjährigen Hermes Award ausgezeichnete Innovation auch im eigenen Lande zum Ersteinsatz kommt - wiederum bei einem Mittelständler, dem Profilpresswerk Weseralu in Minden. Bei dem ausgezeichneten Induktionsheizer handelt es sich nach Meinung der Jury um eine Durchbruchinnovation im industriellen Strangpressvorgang. Dies ist ein wichtiger Beitrag zur Energieeffizienz als Thema Nr. 1 der diesjährigen HANNOVER MESSE.

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Wahlster bezeichnete die Bewerberlage als ausgezeichnet und die Entscheidung der unabhängigen Jury als äußerst schwierig - aber einstimmig: "Als Mitglied der Nobelpreis-Akademie in Stockholm", so der Vorsitzende der TOP-Jury, "bin ich auf unsere Ingenieure im industriellen Mittelstand besonders stolz, denn in diesem Jahr basieren zwei der nominierten Produktinnovationen auf physikalischen Effekten, die mit einem Nobelpreis ausgezeichnet wurden: die Hochtemperatursupraleitung und der Riesenmagnetwiderstand. Ressourceneffizienz und intelligente Sensorik waren in diesem Jahr die Trendthemen bei den eingereichten Produktneuheiten."

Neben Zenergy Power GmbH, Rheinbach und Bültmann GmbH, Neuenrade waren noch vier weitere Teilnehmer nominiert:

Herrenknecht AG, Schwanau: Beim Direct Pipe-Verfahren handelt es sich um einphasiges Verfahren zur unterirdischen Pipelineverlegung, in dem erstmals in einem einzigen Arbeitsgang im Horizontalbohrverfahren sowohl die Bohrung gesetzt wird als auch die Rohre der Pipeline in diese Bohrung eingebracht werden. Eine hydraulische Vorschubeinheit umfasst und presst diese Rohre in direktem Anschluss hinter dem Bohrkopf ins Erdreich. Die Jury war sehr beeindruckt von der hohen Vorschubgeschwindigkeit dieser innovativen Technik, welche die Inbetriebnahmezeiten für den Wachstumsmarkt des Pipelinebaus stark verkürzt. Die Technik wurde bereits erfolgreich in einem Pilotprojekt mit einer über 400 m langen Pipeline unter dem Rhein angewandt.

Hydac Electronic GmbH, Saarbrücken: Bei dem HYDACLab Ölzustandsmesser handelt es sich um einen kompakten Multisensor zur Zustandsüberwachung von Hydraulik- und Schmierölen. Dabei wird online die relative Änderung der Fluidparameter Viskosität, Dielektrizitätszahl, Wassergehalt und Temperatur überwacht. Dabei wurden erstmals die vier relevanten Sensoren zur Zustandsüberwachung von Hydraulik- und Schmierölen in einem kompakten Modul kombiniert. Dadurch können einerseits Frühausfälle und Folgeschäden an Maschinen und Komponenten vermieden werden und andererseits der Wartungsaufwand deutlich verringert werden. Durch optimierte Ölwechselintervalle wird die Umweltbelastung stark reduziert, da die Entsorgung von Altöl auf ein Minimum verringert wird. Die Jury war begeistert von diesem Beitrag zur Ressourceneffizienz, da mehrere tausend Tonnen toxische Hydraulik- und Schmieröle dadurch gespart werden können.

Pepperl + Fuchs GmbH, Mannheim: Die Produktlinie DART ist ein Explosionsschutz, der in explosionsgefährdeten industriellen Bereichen die Eigensicherheit erweitert. Elektrische Funken werden in den ersten Mikrosekunden während der Entstehung durch eine schnelle Abschaltung des Stromkreises sicher gelöscht. Dadurch kann die Leistung elektrischer Geräte in eigengesicherten Stromkreisen auf 50 Watt erhöht werden, diese war beim konventionellen Schutz bisher auf 2 Watt begrenzt. DART ergänzt die Eigensicherheit im explosionsgefährdeten Bereich um eine dynamische Komponente und erhöht die verfügbare Leistung um den Faktor 10 bis 20. Die Jury hat diesen wichtigen Beitrag zur Sicherheit und Unfallvermeidung mit seinem äußerst einfachen Installationskonzept als Meilenstein im Explosionsschutz gewürdigt.

Sensitec GmbH, Lahnau: Der entwickelte Sensor-Modul nutzt einen magnetischen Effekt - als Riesenmagnetwiderstand (GMR) durch den Physik-Nobelpreis 2007 an Prof. Grünberg bekannt - und kombiniert einen GMR-Chip und Stützmagneten zur Generierung des optimal abgestimmten Magnetfeldes in einem Gehäuse. Kaum war im letzten Jahr der Physik-Nobelpreis für den GMR-Effekt an Peter Grünberg vergeben, da krittelte die Presse, dass die erste Umsetzung dieser Entdeckung aber durch IBM in Leseköpfen für Festplatten erfolgte, wobei Deutschland kaum an der Wertschöpfung im Festplattenmarkt beteiligt sei. Nun hat das mittelständische Unternehmen Sensitec einen GMR-Sensor entwickelt, der das berührungslose Erfassen von Dreh- und Linearbewegungen im Maschinen- und Anlagenbau ermöglicht. Diese GLM-Sensormodule, wurden wiederum von einem industriellen Mittelständler zuerst angewendet. Der Automatisierungsspezialist Lenord und Bauer verarbeitete den GMR-Sensor von Sensitec in einem Präzisionsdrehgeber für extreme Beanspruchungen. Die Jury war sehr beeindruckt, dass Sensitec die im letzten Jahr mit dem Nobelpreis gekürte GMR-Technologie nun für präzise analoge Messaufgaben im verschleißfreien Betrieb einem großen Anwendungsspektrum von der Automatisierungstechnik, über die Medizintechnik bis hin zum Automobilbereich verfügbar gemacht hat.

Informationen zum Hermes Award 2008 unter:

http://www.hannovermesse.de/hermesaward_d


DFKI-Pressekontakt:

Reinhard Karger, M.A.
Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) GmbH
Stuhlsatzenhausweg 3, Geb. D 3.2, D-66123 Saarbrücken
Tel.: +49 (0)681-302 5253, Fax: +49 681-302 5341
Mobil: 0151/ 15 67 45 71
E-Mail: reinhard.karger@dfki.de
Internet: http://www.dfki.de
Weitere Informationen: http://www.hannovermesse.de/hermesaward_d http://www.dfki.de
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