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Deutsches Studentenwerk: Ausländische Studierende besser integrieren!

22.04.2008 - (idw) Deutsches Studentenwerk

- "Internationalisierung des Studiums": Neuer Sonderbericht aus der 18. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks (DSW)
- Ausländische Studierende beklagen mangelnden Kontakt zu deutschen Mitstudierenden
- DSW-Präsident Rolf Dobischat: "Bessere Integration nur mit besserer sozialer Infrastruktur des Studiums"
- Auslandsmobilität deutscher Studierender stark von sozialer Herkunft abhängig

(Berlin, 22. April 2008) 77% der rund 190.000 ausländischen Studierenden in Deutschland kommen aus Entwicklungs- und Schwellenländern, 85% organisieren ihr Studium selbst. Ihre größten Schwierigkeiten: die Orientierung im deutschen Studiensystem, der mangelnde Kontakt zu ihren deutschen Kommilitoninnen und Kommilitonen sowie die Studienfinanzierung. Das geht aus dem Sonderbericht "Internationalisierung des Studiums" hervor, den Andreas Storm, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, und Prof. Dr. Rolf Dobischat, Präsident des Deutschen Studentenwerks (DSW), heute in Berlin vorgestellt haben. Die Studie untersucht die soziale und wirtschaftliche Lage sowohl der ausländischen Studierenden in Deutschland als auch der deutschen Studierenden, die ins Ausland gehen. Dobischat sagte vor zahlreichen Medienvertretern: "Die Integration ausländischer Studierender muss besser werden." Er forderte einen Ausbau der sozialen Infrastruktur des Studiums. Die Studentenwerke förderten beispielsweise mit einem Wohnheimtutorenprogramm die Integration der rund 65.000 ausländischen Studierenden in den Wohnheimen. Die ausländischen Studierenden benötigen laut Dobischat "frühzeitig ausreichende Informationen" über das deutsche Studiensystem.

Für den DSW-Präsidenten belegen die neuen Daten zur Lebenssituation der ausländischen Studierenden ein Integrationsdefizit, das auch für die hohe Studienabbruchquote mitverantwortlich sei. Er sagte: "Die vielen aktuellen Hochschulreformen, voran die Umstellung der Studiengänge auf Bachelor und Master, erschweren den ausländischen Studierenden die Orientierung im deutschen Studiensystem zusätzlich."

Die finanzielle Lage der ausländischen Studierenden sei überdies angespannter als die der deutschen, führte Dobischat aus. "Ausländische Studierende haben mit 645 Euro im Monat deutlich geringere Einnahmen als ihre deutschen Kommilitoninnen und Kommilitonen. Mehr als die Hälfte der ausländischen Studierenden ist erwerbstätig, die zwei weiteren wichtigsten Finanzierungsquellen sind die Unterstützung durch die Eltern sowie Stipendien", sagte er.

Die Auslandsmobilität der deutschen Studierenden sei sehr hoch, freute sich Dobischat. Deutsche Studierende sind wesentlich mobiler als Studierende aus anderen Industrieländern, deutlich mobiler als etwa Studierende aus Großbritannien oder den USA. Laut der Studie hatten 16% der deutschen Studierenden im Sommersemester 2006 bereits einen so genannten studienbezogenen Auslandsaufenthalt absolviert, wozu man Sprachkurse, Praktika und Studium zählt. Frauen sind mobiler als Männer; Studierende der Medizin sowie der Sprach- und Kulturwissenschaften gehen am häufigsten ins Ausland.

Allerdings machte Dobischat vor der Presse auf einen problematischen Befund aufmerksam: "Die Auslandsmobilität der deutschen Studierenden hängt von der sozialen Herkunft ab. Studierende aus einkommensstarken, hochschulnahen Familien gehen doppelt so häufig ins Ausland wie jene aus einkommensschwächeren, hochschulfernen Familien." Diese soziale Schieflage müsse beseitigt werden, forderte der DSW-Präsident, da Auslandserfahrungen zunehmend auch über Arbeitsmarktchancen entscheiden würden. "Alle Studierenden müssen mobil sein, unabhängig von ihrer Herkunft oder dem Geldbeutel ihrer Eltern", sagte Dobischat.

Für den neuen Bericht, eine Sonderauswertung der 18. Sozialerhebung, wurden im Sommersemester 2006 so genannte Bildungsausländer befragt, die zum Studium nach Deutschland gekommen sind. Durchgeführt hat die Untersuchung das Hochschul-Informations-System (HIS) in Hannover, gefördert wurde sie vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.


Das vollständige Statement von DSW-Präsident Rolf Dobischat zum Download:
www.studentenwerke.de/pdf/22-04-08-InternationalisiserungdesStudiums.pdf

Der Sonderbericht "Internationalisierung des Studiums" (90 Seiten) der 18. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks ist zum Download auf diesen Seiten eingestellt:

www.studentenwerke.de
www.sozialerhebung.de
www.his.de

Kontakt: Dr. Alexander Knaak, Telefon 030/29 77 27 20, Mobil 0163 284 97 10, E-Mail: alexander.knaak@studentenwerke.de

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