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Ausreichende Finanzierung von Hochschulen und Studentenwerken sichern!

24.04.2008 - (idw) Deutsches Studentenwerk

- Neu gegründete "Hochschulallianz" fordert zusätzlich mindestens 2,7 Milliarden Euro jährlich für Hochschulbildung und diese unterstützende Service- und Beratungsangebote
- Forderung: Haushalts-, Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik auf Bildung und Wissenschaft ausrichten
- DSW-Generalsekretär Achim Meyer auf der Heyde: "Endlich ausreichende Finanzierung von Hochschulen und Studentenwerken sichern!"

(Berlin, 24. April 2008) Neun Institutionen bzw. Verbände aus der Hochschulpolitik haben sich heute zur "Hochschulallianz" zusammengeschlossen. Sie fordern eine grundlegende Umstellung der Haushalts-, Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik von Bund und Ländern zugunsten von Bildung und Wissenschaft. Das Deutsche Studentenwerk (DSW) als Dachverband der 58 Studentenwerke hat sich dieser Forderung und der Allianz angeschlossen. "Wir wollen nicht länger mit Sonntagsreden zur Bedeutung von Bildung und Wissenschaft für die Zukunft Deutschlands vertröstet werden. Wir wollen endlich die Umsetzung dieser Erkenntnis sehen", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung. Konkret fordert die Allianz Bund und Länder auf, "in einer gemeinsam Kraftanstrengung" jährlich 2,7 Milliarden Euro zusätzlich zur Verfügung zu stellen. "Wir brauchen eine breite gesellschaftliche Debatte, wie stark die künftige Wettbewerbsfähigkeit und der Wohlstand Deutschlands von Bildung und Forschung abhängen", sagte DSW-Generalsekretär Achim Meyer auf der Heyde heute in Berlin. Er betonte, dass auch die Student Services ausgebaut werden müssten, um internationalen Standards zu genügen und die weltweite Profilierung der Hochschulen mitsichern zu können. Stattdessen habe sich der Anteil der öffentlichen Zuschüsse an der Finanzierung der Studentenwerke seit 1992 vielmehr halbiert.

Die Hochschulallianz hält die Zeit für gekommen, "endlich in eine leidenschaftliche Prioritätendebatte über die Staatsausgaben" einzutreten und die Ausgaben für Bildung und Wissenschaft im Vergleich zu konkurrierenden Ausgaben offen zu diskutieren. "Bildung und Wissenschaft müssen heute Vorrang haben, wenn wir morgen noch wettbewerbsfähig sein wollen", erklärte die Hochschulallianz. Unerträglich überfüllte Hörsäle, baufällige Seminare und mangelhaft ausgestattete Labore und Bibliotheken sowie fehlende Wohnheimplätze dürften nicht länger zum Hochschulalltag gehören.

Um Europa zur dynamischsten Weltregion werden zu lassen, hatten die europäischen Staats- und Regierungschefs im März 2000 in Lissabon beschlossen, bis zum Jahr 2010 die jährlichen Ausgaben für Forschung jedes EU-Mitgliedsstaats auf mindestens drei Prozent ihres Bruttoauslandsprodukts zu steigern. Davon ist die einst führende Wissenschaftsnation Deutschland mit aktuell rund 2,5 Prozent (2008) noch weit entfernt.

Derzeit kämen an deutschen Hochschulen im Durchschnitt 52 Studierende auf einen Hochschullehrer, in den Geistes- und Sozialwissenschaften bis zu 170. "Das sind Verhältnisse, die zu Lasten der Ausbildungsqualität gehen", so die Hochschulallianz.

Deutschland investiere in die Hochschullehre zu wenig. Mit 7.100 US-Dollar pro Student werde das OECD-Mittel von 7.700 US-Dollar erheblich unterschritten. An der chronischen Misere würden der unterfinanzierte Hochschulpakt und die allein auf die Forschung ausgerichtete Exzellenzinitiative kaum etwas ändern. Die Aufgaben, die den Hochschulen übertragen werden, stünden in krassem Gegensatz zu den Finanzen, die ihnen zur Durchführung zugewiesen werden. Der doppelte Abiturjahrgang (G 8), eine strukturelle Mehrbelastung von ca. 20 Prozent durch die Umstellung auf Bachelor- und Masterstudiengänge und das Ziel, 40 Prozent eines Abiturjahrgangs zum Studium zu führen, überfordere die Hochschulen.

Auch sei im Hochschulpakt 2020 weder ein Ausbau von Studienorientierungs- und Beratungssystemen noch der Wohnheimplätze für eine steigende Zahl Studierender vorgesehen. DSW-Generalsekretär Meyer auf der Heyde wies darauf hin, dass nach Schätzungen des Deutschen Studentenwerkes jedoch für 90.000 zusätzliche Studierende mindestens 20.000 neue Wohnheimplätze mit einem öffentlichen Finanzierungsvolumen von 400 Millionen Euro erforderlich sind. "Flankierende Service- und Beratungsangebote für Studierende sowie ausreichende Angebote an günstigen Wohnheimplätzen sind ein wesentlicher Garant für ein erfolgreiches Studium", betonte Meyer auf der Heyde. "Die Studentenwerke brauchen daher eine verlässliche öffentliche Finanzierung, um ihren sozialen Auftrag für mehr Chancengleichheit im Studium auch wirklich erfüllen zu können", sagte der DSW-Generalsekretär.

Der Hochschulallianz gehören an:

- der Bundesverband Liberaler Hochschulgruppen (LHG)
- der Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS)
- Thesis - Interdisziplinäres Netzwerk für Promovierende und Promovierte e.V.
- die Bundesvereinigung Akademischer Mittelbau (BAM)
- der Verband Hochschule und Wissenschaft (vhw)
- der Hochschullehrerbund (hlb)

- der Verein zur Förderung der Juniorprofessur e.V.
- der Deutsche Hochschulverband (DHV)
- das Deutsche Studentenwerk (DSW)

Das Manifest der Hochschulallianz zum Download:
http://www.studentenwerke.de/pdf/HS-Allianz-Manifest21_04_2008.pdf

Kontakt: Dr. Alexander Knaak, Telefon: 030-29 77 27-20, Mobil: 0163 284 97 10, E-Mail: alexander.knaak@studentenwerke.de
Weitere Informationen: http://www.studentenwerke.de
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