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Die beste Energie ist gesparte Energie und ein Beitrag zum Klimaschutz

27.06.2008 - (idw) Fachhochschule Bingen

Eine boomende Weltwirtschaft, steigende Ölpreise, Verknappung von Rohstoffen, immer turbulentere Naturereignisse zeigen 35 Jahre nach dem Erscheinen der Studie des Club of Rome zu den Grenzen des Wachstums, dass die Menschen die Welt verändern und die Welt die Menschen. Sich vor Ort auf die Zukunft einzustellen, war das Anliegen der im zweijährlichen Rhythmus stattfindenden Fachtagung an der Fachhochschule Bingen an diesem Wochenende. Die Veranstaltung umriss vor rund 150 Teilnehmern aus Politik, Hochschule, Wirtschaft und Bevölkerung die zeitgemäßen Arbeitsfelder im Umweltschutz und zeigte auf, dass Müll sortieren, Sprit schonende Fahrweise und Energiesparlampen nicht ausreichen, um umweltverträglichen Umgang mit den Ressourcen zu erreichen und nachhaltig den Lebensraum zu erhalten. Zum Auftakt erläuterte der Leiter der Abteilung Energie und Atomaufsicht im rheinland-pfälzischen Umweltministerium, Dieter Wolf, wie Rheinland-Pfalz auf die für den Umweltschutz so wichtigen Fragen reagiert. "Die beste Energie ist gesparte Energie", hob er heraus und appellierte an jeden Einzelnen, die eigenen Möglichkeiten zur Energieeinsparung und für den Klimaschutz zu nutzen. Oberbürgermeisterin Birgit Collin-Langen beschrieb lokale Maßnahmen, zum Beispiel das neue Baugebiet "Bubenstück" mit seiner Biomasse-Nahwärmeversorgung und die Landesgartenschau Bingen, wo aus einer Bahnbrache und einem alten Hafengelände ein grüner Park und attraktives Wohngebiet nahe am Rhein entstand. Anliegen von FH-Vizepräsident Professor Klaus Becker ist es, die Hochschule künftig noch intensivier bei derartigen Projekten mit einzubinden. Schließlich sei sie mit über 2000 Studierenden und 145 Mitarbeitenden ein wichtiger lokaler Wirtschaftsfaktor, an dem auch seit 34 Jahren erfolgreich Umweltschutz gelehrt werde, so Becker. An die Politik gerichtet, mahnte er bessere finanzielle Ausstattung der Hochschule an, die praxisnahe anspruchsvolle Lehre und Forschung erst ermögliche.

Umweltschutzingenieure, die ihren Abschluss an der FH in Bingen erwarben und sich bereits seit Jahren beruflich mit klimarelevanten Themen beschäftigen, zeigten in ihren Beiträgen Wege auf, die die Umwelt nachhaltig entlasten. Am Erfolg von Christoph Zeis, der sich vor zehn Jahren in seiner Diplomarbeit mit der energetischen Sanierung und alternativen Wärme- und Stromversorgung beschäftigte und danach die
Energiedienstleistungsgesellschaft Rheinhessen-Nahe mbH (EDG) zum heutigen Erfolg führte, wurde der große Nutzen öffentlicher Förderung deutlich. Über seine Arbeit in Radolfzell berichtete Simon Ringwald. Er unterstützt Industriebetriebe bei der Umstellung auf alternative Energiekonzepte und erklärte, wie Reststoffe aus der Brauerei durch neuartige stationäre Wirbelschichtfeuerung zur Wärme- und Stromerzeugung genutzt werden. Weitere Themen waren Reaktorsicherheit, Natur- und Landschaftsschutz unter Einsatz von Geoinformationssystemen, Passivhäuser und die Möglichkeiten, bei der Sanierung von älterem Gebäudebestand bei gleichem Komfort Energie einzusparen. Anton Maier und Barbara Schmidt-Sercander von der Transferstelle Bingen betonten die Bedeutung einer sorgfältigen Gebäude-Analyse und eines stimmigen Konzepts vor der Sanierung, damit Probleme wie Schimmelbefall und eingeschränkter Wohnwert verhindert werden können. Besser als kostspielige Sanierung zur Erreichung der Klimaziele aber ist eine zukunftsgerichtete Beratung und Planung bei Neubaugebieten und Bauvorhaben, darin waren sich die Experten einig. Abfall und Umweltbelastung durch einen ganzheitlichen Ansatz erst gar nicht entstehen zu lassen, war das Anliegen von Haixiang Qian, die in einem Ingenieurbüro in Hamburg Kunden bei der Entwicklung neuer Produkte berät.

Die Zusammenhänge für die Lärmbelastung der Anwohner durch den Güterbahnverkehr im Mittel-Rheintal und welche Maßnahmen sinnvoll zur Entlastung beitragen könnten, erläuterte Professor Gholam-Reza Sinambari. Für den promovierten Ingenieur ist hier Lärmschutz weniger ein technisches, als ein finanzielles und rechtliches Problem. Auch Wasser, dieses kostbare Nass, hat in der Umweltschutzausbildung eine bedeutende Rolle. Professorin Ute Rößner erläuterte die Bedeutung der EU-Wasserrahmenrichtlinie für die Wasserqualität im Mittelrhein und die sich daraus ergebenden Konsequenzen.


Mit der regelmäßig stattfinden Tagung will der Fachbereich Life Sciences and Engineering beispielhaft über das breite Spektrum der Themen im Umweltschutz informieren.

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