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Augsburger "Götter & Caesaren aus der Schublade" in Stendal

30.06.2008 - (idw) Universität Augsburg

Nach Stationen in Göttingen, Oldenburg und Zürich ist die von Augsburger Archäologen und Kunsthistorikern entwickelte Daktyliotheken-Ausstellung jetzt bis zum 7. September im Winckelmannmuseum zu sehen. Die 2006 in Augsburg im Maximilian-Museum von Studenten und Mitarbeitern der Klassischen Archäologie und der Kunstgeschichte entwickelte Ausstellung "Daktyliotheken. Götter & Caesaren aus der Schublade" (siehe http://idw-online.de/pages/de/news161309) ist weiterhin auf Wanderschaft: Nach Stationen in der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (Frühjahr 2007, erheblich erweitert unter dem Titel:"Das Studium des schönen Altertums. Christian Gottlob Heyne und die Entstehung der Klassischen Archäologie"), am Landesmuseum Oldenburg (Sommer 2007) und in der Archäologischen Sammlung der Universität Zürich (Sommer/Herbst 2007) ist eine neue Edition jetzt im Winckelmannmuseum in Stendal zu sehen ist.

Das Konzept der Ausstellung und viele Leihgaben sind mit ihrer ersten Vorstellung in Augsburg identisch. Besondere Stücke aus dem Gleim-Haus in Halberstadt zeigen erneut, wie geschätzt und verbreitet Daktyliotheken als Medien zur Visualisierung antiker Kunst waren - und wie sehr die Ausstellung dazu anregt, die vergessenen Kästen wieder ans Licht zu holen und zu restaurieren. In Stendal wurde außerdem eine Abteilung über den Göttinger Gelehrten Christian Gottlob Heyne hinzugefügt, der als erster die Positionen Winckelmanns in der akademischen Lehre vertrat und auch kritisierte. Heynes langjährige Tätigkeit als erster Professor (auch) für Archäologie war schon in der Göttinger Edition der Ausstellung das Thema einer großen Erweiterung gewesen, die von Daniel Graepler (Göttingen) erarbeitet worden war.

Mit Einführungen von Graepler und Valentin Kockel, dem Augsburger Initiator der Ausstellung, wurde sie am 11. Juni in Stendal eröffnet, wo sie noch bis zum 7. September zu sehen.

Das Winckelmann-Museum verdankt seinen Namen Johann Joachim Winckelmann (1717 - 1768), der aus bescheidenen Verhältnissen in Stendal stammte, nach Stationen u. a. in Dresden aber nach Rom gelangte und dort höchste Anerkennung als Altertumsforscher errang. Er gilt heute als der Begründer der wissenschaftlichen Disziplinen Kunstgeschichte und Klassische Archäologie. Das 1955 in Stendal gegründete Museum und nach ihm benannte Museum befindet sich an der Stelle des Geburtshauses von Winckelmann und ist zusammen mit der Winckelmann-Gesellschaft (http://www.winckelmann-gesellschaft.de) ein wichtiges Zentrum zur Erforschung des Antikebildes der deutschen Klassik sowie der europäischen Kunst des 18. und 19. Jhahrhunderts insgesamt.

Eine der wichtigen Schriften Winckelamanns behandelte die Gemmensammlung seines Freundes Baron von Stosch. Der Gelehrte selbst arbeitete ganz wesentlich mit Gemmen und deren Abdrücken, die in "Daktyliotheken" geordnet wurden. Die Augsburger Ausstellung befindet sich damit nun an einem Ort, wie er passender für ihre Thematik nicht sein könnte.
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Publikation Göttingen: Das Studium des schönen Altertums. Christian Gottlob Heyne und die Entstehung der Klassischen Archäologie, hrsg. von Daniel Graepler u. Joachim Migl, Göttingen 2007

Weitere Informationen: http://www.paulinerkirche-goettingen.de/ausstellungen/das_studium_des_schoenen_altertums/ http://www.archinst.unizh.ch/ArchivExpo.htm http://www.winckelmann-gesellschaft.de/Sonderausstellungen.htm
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