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Keine Narben nach Gallenblasenoperation

03.07.2008 - (idw) Universitätsklinikum Heidelberg

Chirurgische Universitätsklinik Heidelberg startet Studie zu neuem minimal-invasivem Verfahren / Ab sofort Teilnehmerinnen gesucht Im Juli 2008 startet an der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg eine klinische Studie zu einem neuen minimal-invasiven Verfahren bei Frauen mit Gallensteinleiden: Das neue Verfahren wird als schonender und schmerzarmer eingeschätzt, weil es die Scheide als natürlichen Zugang zum Bauchraum nutzt und daher mit nur einem Einschnitt in die Bauchdecke auskommt. Nun soll es mit der ebenfalls minimal-invasiven Standard-OP verglichen werden. Die Klinik sucht Teilnehmerinnen, deren Gallenblase wegen einer chronischen Entzündung oder einem Gallensteinenleiden entfernt werden muss.

Die "Schlüsselloch-Chirurgie" oder minimal-invasive Chirurgie ist heute das Standard-Operationsverfahren bei der Entfernung der Gallenblase. Die Chirurgen führen Kamera und feine Instrumente über insgesamt vier bis zu 1,5 Zentimeter lange Schnitte in den Bauchraum ein, lösen die Gallenblase heraus und entfernen sie über einen ungefähr drei Zentimeter großen Einschnitt im Bereich des Nabels.

Keine Narben, weil natürliche Körperöffnungen genutzt werden

Bei der neuen sogenannten transvaginalen Entfernung der Gallenblase sind weniger Einschnitte notwendig: Kamera und Halteinstrument werden über zwei Schnitte innerhalb der Scheide in den Bauchraum eingeführt und die Gallenblase auf diesem Weg entfernt. Ein weiterer, nur fünf Millimeter langer Schnitt im Nabel für das OP-Instrument verheilt ohne sichtbare Folgen. Die Patientinnen können im Allgemeinen nach zwei Tagen das Krankenhaus wieder verlassen.

"Technisch unterscheidet sich dieses Verfahren nicht von den üblichen minimal-invasiven Operationsmethoden", erklärt Professor Dr. Carsten Gutt, Leiter der Sektion "Minimal Invasive Chirurgie" an der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg. "Die Instrumente und ihre Bedienung sind dieselbe. Neu ist, dass wir natürliche Körperöffnungen nutzen, um die Zahl der Schnitte in die Bauchdecke zu minimieren", sagt der renommierte Experte.

Weniger Wundschmerzen, geringeres Infektionsrisiko, besseres kosmetisches Ergebnis

Auf diese Weise soll das Operationstrauma weiter verringert und ein besseres kosmetisches Ergebnis erzielt werden. Durch die geringere Anzahl der Wunden an der Körperoberfläche ist zudem das Risiko für Infektionen deutlich geringer; der Zugang über die Scheide ist in der Gynäkologie seit vielen Jahren routinemäßig üblich und gilt als völlig problemlos. "In Deutschland wurden seit 2007 über 100 Patientinnen mit diesem Verfahren behandelt, und es traten keine wesentlichen Komplikationen auf. Im Gegenteil: die Patientinnen hatten nach der OP fast keine Wundschmerzen", so Professor Gutt.

Der Chirurg will in der klinischen Studie nun prüfen, ob die transvaginale Entfernung der Gallenblase Vorteile gegenüber dem üblichen Vorgehen bringt und wie zufrieden die Patientinnen mit dieser Operation sind. Als Teilnehmerinnen geeignet sind volljährige Frauen, die aufgrund von Gallensteinen oder einer Entzündung unter Beschwerden leiden.

Die Chirurgische Universitätsklinik Heidelberg gehört zu den größten Abteilungen ihrer Art in Deutschland. Auch umfangreiche Operationen werden dort bereits heute minimal-invasiv durchgeführt.

Weitere Information im Internet:

www.mic-heidelberg.eu
www.intelligente-chirurgie.de
www.klinikum.uni-heidelberg.de/Minimal-invasive-Chirurgie.105442.0.html

Kontakt:

Professor Dr. Carsten Gutt
Tel.: 06221 / 56 8645

E-Mail: carsten.gutt@med.uni-heidelberg.de

Bei Rückfragen von Journalisten:
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg
und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 45 36
Fax: 06221 / 56 45 44
E-Mail: annette.tuffs(at)med.uni-heidelberg.de

Diese Pressemitteilung ist auch online verfügbar unter
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/presse

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