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Konzepte für Gender-Kompetenz an Hochschulen

04.07.2008 - (idw) Leuphana Universität Lüneburg

Hochschulen sind heute aufgefordert, in Forschung, Lehre und Verwaltung Geschlechtergerechtigkeit zu fördern. Im Bologna-Prozess wird das als eines der Ziele für Hochschulpolitik proklamiert. Doch wie sieht die Wirklichkeit aus? Sind die Mitglieder der Universitäten und Hochschulen in Europa auf diese neue Aufgabe vorbereitet?

Die Universität Luxemburg und die Leuphana Universität Lüneburg, vertreten durch ihre Gleichstellungsbeauftragten Prof. Dr. Christel Baltes-Lohr und Anne Dudeck, luden Expertinnen und Experten zu einem internationalen und interdisziplinären Workshop am 24. und 25. Juni 2008 an der neuen Universität Luxemburg ein. Unter der Fragestellung "Genderkompetent in Forschung, Lehre und Verwaltung? Professionelle Herausforderungen - Chancen für Professionalität" tagten mehr als 30 internationale Gender-Expertinnen aus Hochschulpolitik, Hochschulentwicklung und Hochschulforschung. Sie präsentierten und analysierten unterschiedliche Modelle und Strategien, um Hochschulangehörige in die Lage zu versetzen, in ihren jeweiligen Funktionsbereichen "genderkompetent" zu handeln. Genderkompetenz ergibt sich nicht von selbst. Sie beruht auf Wollen, Fachwissen über die Komplexität der Geschlechterverhältnisse, ergänzt um Methodenwissen: Wie ist all dies in professionelles Handeln umzusetzen?

Genderkompetenzzentrum, Gender-Portal, Gender-Modul, Integratives Gendering, Mentoring - so lauten einige der neuen Begriffe und Konzepte. Dahinter verbergen sich Schritte, die vomn individuellen Coaching für Forschende und Lehrende über E-Learning Kurse bis zu Checklisten für geschlechtergerechtes Handeln auf allen Ebenen des Hochschulalltags reichen. Werden diese Angebote an den Hochschulen angenommen, erhöht sich der Frauenanteil, Curricula werden "gendersensibel" gestaltet und die Qualität der Lehre steigt.
Gleichwohl: "Der Nutzen von Genderkompetenz muss stärker verdeutlicht werden", so eine erste Schlussfolgerung der Expertinnen in Luxemburg. Das ermutigende Fazit lautete: In den vergangenen Jahren sind hoch professionelle, differenzierte Konzepte für die universitäre Weiterbildung in Sachen "Gender" entwickelt und erfolgreich erprobt worden. Diese werden im Kontext von Qualitätsmanagement und Profilbildung an den Hochschulen nicht aufzuhalten sein, zumal es auch "keine sachlichen Argumente mehr dagegen gibt", so die Veranstalterinnen in ihrem Abschlussstatement.

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