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Auf dem Weg zu attraktiveren Museen

07.07.2008 - (idw) Fachhochschule Potsdam

Kulturarbeiter der Fachhochschule Potsdam legen nach anderhalbjähriger Arbeit Museumsentwicklungskonzeption für den Kreis Euskirchen vor. Die Konzeption entstand im Rahmen des Projekts "Regonal Governance im Kulturbereich". Die Forschungsgruppe "Regional Governance im Kulturbereich" des Studiengangs Kulturarbeit der Fachhochschule Potsdam hat nach 17 Monaten intensiver Arbeit ihr bislang größtes Forschungs- und Begleitungsprojekt abgeschlossen. In ausführlichen Gesprächen mit den Auftraggebern, dem Landschaftsverband Rheinland und dem Kreis Euskirchen, zur "Museumsentwicklungskonzeption für die Museen im Kreis Euskirchen" im Kreishaus Euskirchen, wurde ein Rückblick auf den Prozess und die Ergebnisse geworfen sowie die Perspektiven der Museumsregion Euskirchen diskutiert. Dafür waren die beiden Projektleiter und Verfasser der Studie, Patrick S. Föhl und Iken Neisener, vergangene Woche in das südlich von Köln gelegene Euskirchen gereist. Von Seiten der Auftraggeber waren u. a. Manfred Poth, der allgemeine Vertreter des Landrates des Kreises Euskirchen, Dr. Hartmut John, Leiter der Abteilung Museumsberatung des Landschaftsverbandes Rheinland und Dr. Norbert Kühn, Leiter des Rheinischen Archiv- und Museumsamtes des Landschaftsverbandes Rheinland, anwesend. Zudem nahm Angela Braun-Kampschulte, Ministerialrätin für Regionale Kulturpolitik, als Vertreterin der Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen an den Abschlussgesprächen teil.

Die Studie wurde im Februar 2007 in Auftrag gegeben. Ziel war die Erarbeitung einer Museumsentwicklungskonzeption für die Museen im Kreis Euskirchen (öffentliche, frei-gemeinnützige und privat geführte Museen und museumsähnliche Einrichtungen) auf der Grundlage wissenschaftlicher Standards und unter Berücksichtigung aktueller Herausforderungen in der Museumslandschaft. Dazu zählen der demographische Wandel ebenso wie die Stagnation oder die Abnahme von öffentlichen Fördermitteln und die Schwierigkeiten bei der Gewinnung von ehrenamtlichen Mitarbeitern.
Mittels verschiedener qualitativer und quantitativer Forschungsmethoden wurden auf Grundlage einer ausführlichen Bestandsaufnahme Einzelempfehlungen für die Museen sowie Empfehlungen für die gesamte - sehr heterogene - Museumslandschaft des Kreises erarbeit. Dazu wurden alle 31 musealen und museumsähnlichen Einrichtungen besucht und die Leiter mittels Experteninterviews, Workshops und Fragebogenaktionen in die Untersuchung einbezogen.
Das zentrale, übergreifende Themenspektrum bildete die Erforschung und Auslotung von Kooperationspotenzialen zwischen den Museen und mit anderen Partnern, wie z. B. Freizeit- und Bildungseinrichtungen.

Auf Grundlage der empirischen Untersuchungen konnten acht zentrale Handlungsbereiche für die gesamte Museumsregion Euskirchen herausgearbeitet werden:
- Strategische Ausrichtung
- Spezialisierung / thematische Schwerpunkte
- Qualitätsstandards für Museen
- Kooperationen
- "Vogelsang ip" und die Museumsregion Euskirchen
- Bürgerschaftliches Engagement
- Demographischer Wandel und Barrierefreiheit
- Kulturtourismus.

Diese Handlungsfelder wurden in den Abschlussgesprächen ausführlich diskutiert. Dabei wurde ein besonderer Schwerpunkt auf mögliche Kooperationsstrukturen gelegt, der für alle Anwesenden die wichtigste Grundlage für die Weiterentwicklung und Festigung der Museumslandschaft Euskirchen darstellt. Die Auftraggeber waren sich zudem einig, dass die Museumsentwicklungskonzeption eine wesentliche Handlungsgrundlage für die zukünftige Museums- bzw. Kulturpolitik des Kreises, ebenso wir für die Museen selbst darstellen wird.

Die nächsten Monate sollen nun genutzt werden, um mit allen Beteiligten über die Möglichkeiten der Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen zu diskutieren. Im Herbst 2008 sind dann erste konkrete Vorschläge zu erwarten.

Das Forschungsgutachten gliedert sich in zwei Teile (Konzept und individuelle Bestandsaufnahmen) und umfasst insgesamt 356 Seiten. Die Konzeption soll weiteren Kreisen und Akteuren zugänglich gemacht werden, weist sie doch exemplarischen Charakter für viele Museumsregionen auf. Zudem folgt die Studie, für die bislang kaum vergleichbare Beispiele in Deutschland vorliegen, den jüngsten Ausführungen der Enquete-Kommission "Kultur in Deutschland" des Deutschen Bundestages, die sich an Länder und Kommunen richten und die eine Erarbeitung regionaler Museumsstrukturpläne empfehlen.

Die Projektleiter Patrick S. Föhl und Iken Neisener sind als wissenschaftliche Mitarbeiter im Studiengang Kulturarbeit der Fachhochschule Potsdam tätig. Sie werden die Ergebnisse - insbesondere in Hinblick auf ihren Forschungsschwerpunkt "regionale Kooperationen" - im Rahmen der Forschungsgruppe "Regional Governance im Kulturbereich" und im Kontext einer anwendungsorientierten Forschung weiter auswerten. Für nächstes Jahr ist Sammelband zum Thema "Regionale Kooperationen im Kulturbereich" geplant, der im renommierten transcript-Verlag in Bielefeld erscheinen wird.


Weitergehende Informationen finden Sie unter: http://regional-governance-kultur.de.

Anfragen richten Sie bitte an: team@regional-governance-kultur.de.

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