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Orden für besondere Verdienste im deutsch-französischen Kulturaustausch

10.07.2008 - (idw) Pädagogische Hochschule Heidelberg

Frankreich ehrt Dr. Christian Minuth mit hoher Auszeichnung - Französischprofessor der Pädagogischen Hochschule zum "Chevalier dans l'Ordre des Palmes Académiques" ernannt "Prof. Dr. Christian Minuth hat sich nicht nur durch seinen Beitrag zur Verbreitung der französischen Sprache und Kultur verdient gemacht, sondern sich darüber hinaus besonders für die deutsch-französische Zusammenarbeit im Bereich der Bildung eingesetzt und seit mehr als zwanzig Jahren den Dialog der beiden Länder voran getrieben." Und deshalb sei es ihm eine besondere Freude, unterstrich der Generalkonsul Frankreichs, Christian Dumon, in seiner An-sprache am 3. Juli in der Aula der Pädagogischen Hochschule Heidelberg, Französischprofessor Dr. Christian Minuth im Namen des Premierministers Frankreichs als Dank für seine Ver-dienste zum "Chevalier dans l' Ordre des Palmes Académiques" zu ernennen. Diese offizielle Auszeichnung wurde 1808 von Napoléon Bonaparte für Mitglieder der Universität ins Leben gerufen. Lediglich die Ernennung zum Mitglied der Ehrenlegion - Légion d' Honneur - ist älter und wurde 1804 geschaffen.
Generalkonsul Dumon hob drei wesentliche Merkmale der Arbeit Minuths hervor, der seit zehn Jahren Professor für französische Sprache und Literatur und ihre Didaktik an der Pädagogische Hochschule ist: Seine Verbindung von Theorie und Praxis, die ihn stets Kontakte zu Schulen und Hochschulen in Frankreich knüpfen ließ; seine Forschungsarbeit über Wahrneh-mung und Verstehen im Unterricht, die von seiner Sorge um das Verstehen der Lehre zeugt; seine Leidenschaft für die pädagogische Forschung Frankreichs, namentlich Célestin Freinets, dem Minuth mehrere grundlegende Studien gewidmet hat zur Erneuerung des Französischunterrichts. Minuth war nach seiner langjährigen Tätigkeit als Lehrer in Berlin Assistent am Institut für Fachdidaktiken der Freien Universität Berlin und promovierte dort über das fachdidaktische Thema "Freies Schreiben im Französischunterricht. Untersuchungen zur Lerntextproduktion".
Der Rektor der Hochschule, Prof. Dr. Michael Austermann, betonte in seiner Ansprache Minuths Fähigkeit, das Fach Französisch in den vergangenen zehn Jahren an der Fakultät - wider aller zeitgenössischen Bildungstendenzen eines sinkenden Interesses an dieser Sprache in deutschen Schulen und Hochschulen - zu einem bildungsintensiven, kreativen Bereich mit vielen, auch internationalen Schwerpunkten ausgebaut und gefestigt zu haben. Die von ihm gegründete Rockband "sales gosses" mit ihren französischen Popsongs und Chansons sei hier ein einnehmendes Beispiel für gelebte Kultur - und unverzichtbar für die halbjährlich stattfindenden Examensfeiern der Hochschule, so der Rektor.
Christian Minuths Dankesrede war durchdrungen von seinem Engagement für die deutsch-französische Partnerschaft. "Die Franzosen liebten gutes Essen, seien groß und dunkelhaarig und ihre Hauptstadt sei Paris": Diese einfachen, stereotypen Antworten einer Befragung der Deutschen über ihre Nachbarn zeugten davon, wie viel Arbeit noch, oder vielmehr wieder, im deutsch-französischem Dialog zu leisten sei, um ein differenzierteres Bild zu erreichen. Neugier auf das Fremde, Verbesserung der Sprachkenntnisse und dass von klein auf seien unverzichtbaren Bedingungen des Lebens in der globalisierten Welt. In seiner Arbeit werde er sich weiterhin für die Überwindung solcher Typisierungen einsetzen, damit Fremdverstehen und die Übernahme der Perspektive des je anderen, so Minuth in Bezugnahme auf die Schriften des Soziologen Alfred Schütz, im sozialen Miteinander besser möglich werden.

Feierlich umrahmt wurde der Festakt von Beiträgen der Lehrenden des Fachs Musik der Hochschule. Die Pianisten Adelheid Lechler und Günther Däubler gaben Ouverture und Gavotte aus Masques et Bergamasques von Gabriel Fauré zu vier Händen, Bariton Hans-Josef Overmann, begleitet von Günther Däubler am Flügel, beeindruckte mit drei Liedern aus Don Quichotte à Dulcinée von Maurice Ravel.
Birgitta Hohenester-Pongratz

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