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Auswertung zur Hörsaal-Ausnutzung: "Am Hörsaal-Neubau führt kein Weg vorbei"

10.07.2008 - (idw) Universität Hohenheim

Senat diskutiert aktuelle Studie zur Hörsaal-Auslastung / neuer Hörsaalmanager nimmt Arbeit auf / Prof-TV soll bald Geschichte sein

An einem Neubau für einen großen Hörsaal führt kein Weg vorbei. Zu diesem Ergebnis kam der Rektor der Universität Hohenheim angesichts einer aktuellen Studie über die Auslastung der Universitäts-Hörsäle, die er dem Senat in seiner gestrigen Sitzung vorlegte. Bis dahin bliebe der Universität nur geschickte Mangelverwaltung um die Raumnot zu überbrücken. Mit Lob bedachte Prof. Dr. Hans-Peter Liebig die Anstrengungen der Fakultät Wirtschafts- und Sozialgeschichte, überfüllte Vorlesungen mit Übertragung in Nachbar-Hörsäle zu vermeiden. Mit gutem Beispiel gingen der künftige wie auch der scheidende Dekan der Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften voran: Zusammen mit einem Kollegen wollen sie ihre Vorlesung ab dem Wintersemester zweimal anbieten, um allen Studierenden einen Platz in den begrenzten Hörsälen anzubieten.

Mit Blick auf die anstehende Stundenplanung setzt der Rektor deshalb weiterhin auf Konsens-Lösungen: "Im vergangenen Jahr haben Hochschulleitung und Fakultät die besondere Belastungssituation in der Lehre geprüft und gegebenenfalls Hilfe aus Zentralen Mitteln angeboten. Insgesamt hat sich die Fakultät stark bewegt, so dass ich davon ausgehe, dass es möglich ist, alle stark besuchten Vorlesungen mehrfach anzubieten", kommentierte Prof. Dr. Liebig am Rande der Senatssitzung. Seinen Appell, "umgehend Lehrveranstaltungen anzubieten, die eine TV-Professur unnötig machen", unterstützte der Senat per Akklamation.

Hintergrund für die Senats-Diskussion ist die gestiegene Nachfrage vor allem in den Anfänger-Vorlesungen der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Vergangenen Herbst blieb der Universität Hohenheim nur die Option, sechs Vorlesungen erstmals in Nachbar-Hörsäle zu übertragen, da selbst der größte Hörsaal mit 480 Sitzplätzen die Zuhörer-Zahl nicht mehr fassen konnte.

Neues Hörsaalmanagement: Vergabe nur nach strengen Richtlinien

Seit dieser Sofort-Maßnahme konferieren Hochschulleitung und Fakultät intensiv über Abhilfe. Die Hochschulleitung erklärte das Raummanagement zur Chefsache: Für Lehrveranstaltungen sollen Hörsäle schon bald nur noch zentral und nach strengen Vergabe-Richtlinien verteilt werden.

"Um alle Ressourcen zu nutzen führten das Rechenzentrum und der Webmaster im Frühjahr eine neue Software ein. Im Juni besetzte die Universität die neue Stelle eines Hörsaalmanagers", zog der Rektor Bilanz. "Maßnahmen, die wir gerne noch schneller verwirklicht hätten. Gerade im Hörsaalmanagement hatten wir jedoch Probleme bei der Stellenbesetzung."

Mangelverwaltung bringt nur wenig Aufschub

An einem Neubau mit großem Hörsaal führt nach Ansicht Prof. Dr. Liebigs dennoch kein Weg vorbei. Dabei stützt sich der Rektor auf die jüngste Auswertung der Hörsaal-Auslastung, deren Zahlen in der gestrigen Senatssitzung erstmals vorlagen.

Aktuell werde es bei über der Hälfte der Hörsaalkapazität bereits eng: 12 Hörsäle seien schon an der Auslastungsgrenze, 12 weitere lägen mit einer zeitlichen Auslastung von 70 bis 80 Prozent knapp davor. Ein Belastung, der die Universität angesichts steigender Studierendenzahlen auf Dauer nicht standhalten könne.


"Dem Land gegenüber haben wir uns verpflichtet, bis ins Jahr 2012 rund 1000 Studierende mehr aufzunehmen. Und bislang liegen wir bei der Ausbauplanung auch gut im Soll", rechnete Prof. Dr. Liebig. "Unsere Auswertung zeigt zwar, dass die gefühlte Enge tatsächlich erst der Situation in ein bis zwei Jahren entspricht, das gibt uns aber nur die Chance, mit einem Neubau rechtzeitig fertig zu werden: Nur wenn wir jetzt damit anfangen, können wir die Zeit bis zum Ansturm durch geschickte Mangelverwaltung noch überbrücken."

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