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Robert N. Bellah erster Ehrendoktor des Max-Weber-Kollegs

11.07.2008 - (idw) Universität Erfurt

Am 5. Juli 2008 übergaben im Rahmen einer internationalen Tagung des Max-Weber-Kollegs zur "Achsenzeit" (Karl Jaspers) Professor Dr. Jörg Rüpke, der bis vor wenigen Tagen Leiter der Universität Erfurt war, und Professor Dr. Hans Joas, Dekan des Max-Weber-Kollegs, die erste Ehrendoktorurkunde des Max-Weber-Kollegs an Robert N. Bellah, den führenden Religionssoziologen der USA. Professor Bellah ist Elliott Professor of Sociology Emeritus an der University of California/ Berkeley. 1950 erwarb er seinen B.A. in Harvard. Schon seine BA-Arbeit war so herausragend, dass sie von Harvard University Press als Buch veröffentlicht wurde. 1955 machte er seinen PhD (Promotionsprüfung) ebenfalls in Harvard und veröffentlichte 1957 "Tokugawa Religion", ein grundlegendes Buch über die japanische Religionsgeschichte. Danach ging er an die McGill University in Montreal, Kanada, wo er, nachdem er schon Japanisch und Chinesisch für seine religionswissenschaftlichen Studien gelernt hatte, noch Arabisch lernte, um am Institute for Islamic Studies zu wirken. 1957 kam er zurück nach Harvard, zunächst an das Center for Middle Eastern Studies, dann auch ans Soziologische Department, wo er - unterbrochen von einigen Gastaufenthalten an Forschungseinrichtungen im Ausland - bis 1967 blieb. Dann wechselte er nach Berkeley an die University of California. Hier arbeitete er auch über die Religion in den USA und veröffentlichte u.a. seinen sehr einflussreichen Artikel "Civil Religion in America"; 1975 erschien das Buch "The Broken Covenant". In der Folgezeit erschienen weitere Arbeiten, in denen er sich mit der amerikanischen Gesellschaft auseinandersetzt, darunter 1985 der Bestseller "Habits of the Heart".

Robert Bellah hat grundlegende Werke zur Bedeutung von Religion in Geschichte und Gegenwart in ostasiatischen Gesellschaften, Gesellschaften des vorderen Orients und der modernen Gesellschaft der USA sowie bahnbrechende vergleichende Studien hierzu vorgelegt. Er wurde mit zahlreichen Preisen bedacht. Der wichtigste war die National Humanities Medal im Jahre 2000, die ihm durch den amerikanischen Präsidenten Bill Clinton verliehen wurde, der in seiner Laudatio die Verdienste Bellahs als Soziologe und Lehrender herausstrich; Bellah habe immer die Bedeutung der Werte, die im Kern demokratischer Institutionen stehen, betont und auf die Gefahren eines Individualismus hingewiesen, der nicht durch soziale Verantwortung gebändigt wird.

Für die Universität Erfurt ist es eine große Ehre, dass Robert N. Bellah die erste Ehrendoktorwürde des Max-Weber-Kollegs angenommen hat. Bellah selbst sparte nicht mit Lob für die Tagung, die das Max-Weber-Kolleg ausgerichtet hat, und nannte die Konferenz, die viele hoch angesehene Spezialisten auf dem Gebiet der Religionsforschung versammelte, "the most exciting conference of my life".

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