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Neues Graduiertenkolleg Physik an der Uni Dortmund

30.04.2003 - (idw) Universität Dortmund

Am Fachbereich Physik der Universität Dortmund und am Fachbereich für Physik und Astronomie der Ruhr-Universität Bochum ist ein gemeinsames Graduiertenkolleg zum Thema "Elementarteilchen an Beschleunigern und im Universum" eingerichtet worden. Heute wurde es im Rahmen eines Symposiums an der Dortmunder Hochschule eröffnet.

"Jede Universität freut sich, so besondere Forschungseinrichtungen wie Graduiertenkollegs zu haben", sagte der Rektor der Universität Dortmund Prof. Dr. Eberhard Becker in seinem Grußwort und erläuterte: "Die Kollegs sind ein Ausweis wissenschaftlicher Qualität, da das Auswahlverfahren sehr hart ist und die Konkurrenz groß." Daher sei beachtlich, dass acht solcher Forschungseinrichtungen an der Universität Dortmund angesiedelt sind. An einer weiteren ist die Universität beteiligt.
Bemerkenswert sei, dass zwei Sprecher von Graduiertenkollegs dem Dortmunder Fachbereich Physik angehören. An einem dritten Kolleg seien die Dortmunder Physiker beteiligt. "Aus übergeordneten Gesichtspunkten ist dabei aber auch sehr wichtig, dass der Fachbereich Physik im Rahmen der zwei gemeinsamen Graduiertenkollegs die Zusammenarbeit mit der Ruhr-Universität Bochum intensiviert", hob der Rektor hervor.
Mit Freude betonte er: "Es ist sehr schön, wenn junge Menschen ein derart ambitiöses Promotionsvorhaben auf dem Gebiet der Physik und Astronomie wagen", so Becker weiter. Sechs Doktoranden sind bereits zu diesem Vorhaben angetreten.
Weitere Grußworte sprachen Physik-Dekan Prof. Dr. Werner Weber von der Universität Dortmund sowie der Prorektor für Forschung und Wissenstransfer der Ruhr-Universität Bochum Prof. Dr. Jörg Winter und der Bochumer Dekan des Fachbereichs für Physik und Astronomie Prof. Dr. Ralf-Jürgen Dettmar.
Der Sprecher des Graduiertenkollegs Prof. Dr. Jürgen Baacke begrüßte die TeilnehmerInnen des Symposiums mit folgendem Programm: Dr. Maxim Polyakov aus Bochum referierte zum Thema "Femtoscopy of hadrons with hard exclusive processes". Privatdozent Dr. Michael Schmelling vom Max-Planck-Institut Heidelberg sprach über "Experimente zur Asymetrie zwischen Materie und Antimaterie". Prof. Dr. Werner Hofmann vom gleichen Institut befasste sich in seinem Vortrag mit "Elementarteilchen aus dem Kosmos".
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Das Kolleg
Gefördert wird das Kolleg seit dem 1. April von der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit Mitteln der Länder und des Bundes. Zehn Doktoranden und zwei Postdoktoranden können für die kommenden drei Jahre unterstützt werden. Daneben werden auswärtige WissenschaftlerInnen zu Vorträgen und längeren Aufenthalten eingeladen, Konferenzreisen und Gastaufenthalte der Kollegiaten finanziert.

Das Forschungsprogramm, an dem sich Arbeitsgruppen der ex-perimentellen und theoretischen Elementarteilchenphysik in Dortmund und Bochum beteiligen, hat zum Ziel, die Wechselwirkungen der Grundbausteine der Materie an Beschleunigern und im Universum in Experiment und Theorie zu untersuchen.

Die Forschungsschwerpunkte des Kollegs sind "harte Prozesse", "Flavorphysik" und "Astroteilchenphysik". Als "harte Prozesse" werden zum Beispiel Stoßprozesse von Elektronen mit Protonen bezeichnet, die bei so hohen Energien und so kleinen Abständen stattfinden, dass das Proton völlig in seine subnuklearen Bestandteile, Quarks und Gluonen, zerlegt wird. Damit gelingt es, die Wechselwirkungen zwischen diesen elementaren Materie-bausteinen zu untersuchen; zugleich lässt sich erschließen, wie das Proton aus diesen Bausteinen zusammengesetzt ist.

"Flavors" sind die unterschiedlichen charakteristischen Eigenschaften der verschiedenen Elementarbausteine, wie z.B. Mas-sen und Ladungen. Die beteiligten Hochschullehrer beschäftigen sich insbesondere mit der Physik schwerer Quarks und der Verletzung verschiedener Symmetrien bei ihrer Erzeugung und ihrem Zerfall.

Die Verletzung der Symmetrie zwischen Materie und Antimaterie erklärt möglicherweise den Überschuss von Materie gegenüber der Antimaterie im Kosmos. Ein Forschungsschwerpunkt, der in letzter Zeit insbesondere durch neue Experimente zur kosmi-schen Strahlung immer mehr Bedeutung gewinnt, ist die Astroteilchenphysik. Darunter versteht man die Untersuchung der Rolle der Elementarteilchen im Universum: in den Sternen, in den Galaxien, im intergalaktischen Raum und im frühen Univer-sum. Für die Astrophysik und Kosmologie sind experimentelle und theoretische Ergebnisse der Elementarteilchenphysik in Laborexperimenten von großer Bedeutung. Umgekehrt ergeben sich zum Beispiel aus den Experimenten zur kosmischen Strahlung und aus der Kosmologie des frühen Universums Informati-onen, die die Physiker nicht durch Beschleunigerexperimente erhalten.
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Mitglieder des Graduiertenkollegs:

Prof. Dr. Jürgen Baacke, Fachbereich Physik (FBPhysik) der Universität Dortmund (UniDo),
Dr. Kerstin Borras, ZEUS und DESY in Hamburg,
Prof. Dr. Moshe Glück, Fachbereich Physik der UniDo,
Prof. Dr. Klaus Goeke, FB Physik und Astronomie der Ruhr-Universität Bochum (RUB),
Prof. Dr. Helmut Koch, FB Physik u. Astronomie der RUB,
Prof. Dr. Emmanuel A. Paschos vom FB Physik der UniDo,
Hochschul-Dozent Dr. Klaus Peters vom FB Physik u. Astronomie der RUB,
Priv.-Doz. Dr. Maxim V. Polyakov, FB Physik u. Astronomie der RUB,
Prof. Dr. Ewald Reya FB Physik der UniDo,
Priv.- Doz. Dr. Michael Schmelling vom Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg,
Priv.-Doz. Dr. Werner Vogelsang vom Riken/BNL-Research-Center Upton, New York,

Prof. Dr. Dietrich Wegener, FBPhysik der UniDo sowie
Priv.-Doz. Dr. Kai Zuber, FB Physik der UniDo und Oxford.

Information:
Prof. Dr. Jürgen Baacke, Sprecher des Kollegs vom Fachbereich Physik der Universität Dortmund,
E-Mail: Baake@physik.uni-dortmund.de
Internet: www.physik.uni-dortmund. de/gk-elementarteilchen

Uni Dortmund - Medieninfo 03 - 119 vom 29.04.2003
Referat für Öffentlichkeitsarbeit und Wissenstransfer
Pressesprecher: Klaus Commer,
Ruf 0231 7554811 und 0179 5020857
Mail klaus.commer@udo.edu
Verantwortlich für diese Meldung:
Katja Stiegel, Ruf 0231 7556413,
Mail stiegel@verwaltung.uni-dortmund.de
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