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"Hörzentrum Hannover" heute feierlich eingeweiht

01.05.2003 - (idw) Medizinische Hochschule Hannover

Interdisziplinäres Team versorgt Patienten mit Hörstörungen unter einem Dach

Kurze Wege für Patienten, schneller Austausch zwischen Medizinern, Ingenieuren, Pädagogen und Hörgeräte-Fachleuten - das bietet das heute eröffnete "Hörzentrum Hannover" der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Dort sind neben Mitarbeitern der MHH-Abteilung Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde Hörgeräte-Akustiker (KIND Hörgeräte), -Hersteller (Auric) und Cochlear-Implant-Firmen (Cochlear GmbH) untergebracht. Patienten erhalten so eine umfassende Beratung, die HNO-Ärzte können die Versorgung der Patienten sofort kontrollieren und an die Bedürfnisse des einzelnen optimal anpassen. Daneben werden künftig im Hörzentrum interdisziplinär neueste wissenschaftliche Erkenntnisse erarbeitet, die den Patienten und den niedergelassenen HNO-Fachärzten zugute kommen. Schirmherr der Einrichtung ist Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff.

Während der Eröffnung sagte Professor Dr. Thomas Lenarz, Direktor der Abteilung Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde der MHH und Direktor des Hörzentrums: "Nun können wir Patienten mit einer Hörstörung noch besser, schneller und an ihre individuellen Bedürfnisse angepasst versorgen - jeder Patient hört anders schwer." Professor Dr. Reinhard Dengler, MHH-Präsidiumsmitglied für das Ressort Krankenversorgung, freute sich: "Die HNO-Klinik der Hochschule ist weltweit führend, was die Versorgung mit implantierbaren Hörsysteme angeht. Mit dem Hörzentrum Hannover bauen wir die Spitzenstellung weiter aus und beschleunigen den Transfer von Kenntnissen der Grundlagenforschung in die Anwendung auf den Gebieten der implantierbaren Hörsysteme, der Pharmakotherapie und Gentherapie von Hörstörungen."

Dr. Ursula von der Leyen, niedersächsische Ministerin für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit, sagte: "Durch das Konzept des Hörzentrums erfahren der Medizinstandort Hannover und das Gesundheitsland Niedersachsen eine weitere Aufwertung. Die Einrichtung trägt dazu bei, dass hörbehinderte Menschen nicht länger von der Kommunikation, eben den Mitmenschen, abgeschnitten sind." Dr. Claudius Pettig, Vorsitzender des Deutschen Berufsverbandes der HNO-Ärzte (Region Hannover), hofft auf eine noch engere Kooperation: "Zwischen der Klinik und dem niedergelassenen Facharzt ist ein enger Austausch notwendig, damit Patienten von neuen Therapien sofort profitieren können." Martin Kind, Inhaber und Geschäftsführer der KIND Unternehmensgruppe, sagte: "Das Hörzentrum Hannover ist ein Projekt der integrierten Versorgung, ein Modell der Zukunft. Die Finanzierung des Gesundheitswesens ist nur durch eine wachstumsorientierte Wirtschaft möglich. Hier sind politische Entscheidungen notwendig."

Hörstörungen zählen zu den häufigsten Krankheiten, alle Altersstufen von Kleinkindern bis zu alten Menschen sind davon betroffen. In Deutschland leiden 14 Millionen Menschen unter Schwerhörigkeit, davon tragen 2,5 Millionen ein Hörgerät. Dank technischer Entwicklungen lassen sich heute alle Arten der Schwerhörigkeit gut diagnostizieren und behandeln. Das neu gegründete Hörzentrum der MHH bietet die integrierte Versorgung von Hörstörungen an, indem es das gesamte Spektrum diagnostischer und therapeutischer Möglichkeiten sowie den technischen Service für Patienten an einem Ort bereithält.

Hörimplantate, insbesondere Cochlea-Implantate und Hirnstamm-Implantate, sind eines der Spezialgebiete der MHH. Weltweit verfügt die Hochschule über die größte Erfahrung mit implantierbaren Hörsysteme. Insgesamt wurden hier bislang 2.500 der Hightech-Geräte eingepflanzt, im Jahr 2002 waren es 240 Cochlea-Implantate sind künstliche Innenohren, mit denen ertaubte und sehr schwerhörige Menschen ihr Hörvermögen deutlich verbessern können. Es ersetzt die Funktion der Hörsinneszellen, indem es den Schall über ein Mikrofon aufnimmt, in eine Abfolge von elektrischen Impulsen umsetzt und diese über eine Elektrode auf die Hörnervenfasern weitergibt. Die HNO-Ärzte setzen das Cochlea-Implantat in den Knochen hinter dem Ohr ein.

Die Leistungen des Hörzentrums Hannover im Einzelnen:

· die Cochlear-Implant-Versorgung

· die Differential-Diagnostik und -Therapie

· das Neugeborenen-Hörscreening

· die Diagnostik kindlicher Hörstörungen

· die Hörgeräte-Versorgung bei Erwachsenen und Kindern

· die Versorgung mit implantierbaren Hörhilfen

· die apparative Tinnitustherapie

· die Begutachtung

Weitere Informationen zum "Hörzentrum Hannover" der MHH gibt gerne die ärztliche Leiterin der Einrichtung, Privatdozentin Dr. Anke Lesinski-Schiedat, Telefon: (0511) 532-6603.

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