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Was wir sagen - und was wir meinen

03.05.2003 - (idw) Fachhochschule Biberach

Es ging um die große Unbekannte in unserer Gesellschaft: den Menschen - und seine Sprache. Kommunikation war das Thema des Vortrages innerhalb der FH-Reihe "Verantwortliches Bauen", die derzeit an der Fachhochschule Biberach angeboten wird, "Außergerichtliche Konfliktbeilegung am Bau" der Titel.

Doch was Referent Dipl. Ing. Michael Reinig aus Darmstadt (Beratende Ingenieure Krebs und Kiefer) seinen etwa 80 Zuhörern am Dienstagabend vermittelte, ist allgemein gültig. "Es ist schwer die Wahrheit zu sagen, wenn man nur gelernt hat Freundlichkeiten auszutauschen" konfrontiert der Bauingenieur und Mediator sein Publikum. Und: Erfolgreich könne nur kommunizieren, wer in den Schuhen des Anderen laufe, um zu sehen, wo sie drücken. Dass das gar nicht so einfach ist, weiß auch Reining.
Eigene, leidvolle Erfahrungen am Anfang seines Berufslebens ließen ihn schnell erkennen: Mit der Kommunikation hapert es ganz gewaltig in unserer Gesellschaft. Wer meint schon, was er sagt und wer sagt schon, was er meint?

Reining mag diesbezüglich die große Ausnahme sein. Unterhaltsam brachte er die Themen Kommunikation bzw. außergerichtliche Konfliktbeilegung auf den Punkt: Wie kommuniziert der Menschen? Reden, schreiben, Körperhaltung, Mimik das alles sind unsere Werkzeuge. Und auch Streiten sei eine Kommunikationsform, so Reining. Der Referent ging noch weiter: Streiten verbinde - und je länger man streite, desto länger sei man miteinander verbunden. Allerdings ändern sich während eines Streits die Vorzeichen: Aus Partnern würden Parteien, schließlich sogar Gegner. Der Grund von Baustreitigkeiten, so Reining, sei in der Regel das Geld, manchmal auch verletzte Eitelkeit. Das Problem bei Streitigkeiten sei die Suche nach Wahrheit. Denn, so Reining, " es gibt keine objektive Wahrheit, sondern nur subjektive Wahrnehmungen". Außerdem bedeute "gesagt noch lange nicht gehört; gehört nicht verstanden; verstanden nicht behalten; und behalten nicht angewendet". Schließlich entscheide auch nicht der Absender über den Inhalt eines Schreibens, sondern der Empfänger. Laut Reining gibt es deshalb nur eine Möglichkeit: die Visualisierung. Was als Schema oder Bild auf den Tisch komme, rücke erst ins Bewusstsein, worum es überhaupt geht. Wichtig und hilfreich sei außerdem Distanz: Mal einen Schritt zurück zu treten, um die Dinge aus der Entfernung zu betrachten, sei hilfreich, so Reining. Und deshalb steigt der begeisterte Flieger ins Cockpit, wenn´s ganz verzwickt kommt. Nach dem Motto: erstmal abheben.

Stichwort Mediation

Die Mediation ist eine außergerichtliche Vermittlung bei Konflikten. Ein neutraler Mediator moderiert die Verhandlungen der Beteiligten und versucht, faire und zukunftorientierte Lösungen anzustreben, wobei die Lösungsansätze von den Betroffenen selbst erarbeitet werden.
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