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Fortbildungsthemen in der Chemie - Ein "Feuerwerk" im trüben November

02.10.2008 - (idw) Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Während es ab Mitte Oktober 2008 bereits möglich ist, sich über das Internet über die Fortbildungsveranstaltungen 2009 der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) kundig zu machen - das Programm gibt es ab November dann auch gedruckt -, sollten darüber die November-Fortbildungskurse 2008 nicht völlig außer Acht geraten. In diesem zumeist tristen und trüben Herbstmonat will die GDCh Licht ins Wissensdunkel bringen. Bis einschließlich 12. November geht es um die folgenden Themen. Weitere zehn Fortbildungskurse schließen sich 2008 noch bis in den Dezember hinein an (Informationen dazu im Internet).

Am 3. und 4. November kommt der Mineraloge und Kristallograph Professor Dr. Robert E. Dinnebier vom Max-Planck-Institut für Festkörperforschung in Stuttgart nach Frankfurt, um einen Grundkurs über Kristallographie für Naturwissenschaftler, Laboranten, Techniker oder Ingenieure mit geringen oder lang zurückliegenden Kristallographiekenntnissen zu leiten. Voraussetzung für diesen Kurs, dessen Ziel es ist, die Symmetrie einer kristallinen Substanz zu verstehen und röntgenographische Ergebnisse zu interpretieren, sind eine naturwissenschaftliche Grundausbildung und Grundkenntnisse in der Vektorrechnung.

Zur selben Zeit am selben Ort: theoretische Grundlagen der Elektrochemie für Praktiker aus Industrie und Forschung, geleitet von Dr. Thomas Lehmann, Langenselbold, unter Mitwirkung von Professor Dr. Jürgen Heinze, Universität Freiburg, und Professor Dr. Bernd Speiser, Universität Tübingen. Der Bedeutung der Elektrochemie für Energiewandlung und -speicherung, Sensorik, Mikroelektronik und vieles mehr entspricht oft nicht die gegenwärtige Ausbildung. Der Kurs will hier Wissenslücken schließen und auch Aspekte der Festkörper-Elektrochemie, der Mikro- und Nanoelektrochemie und vor allem der elektrochemischen Messtechniken einbringen.

Ein Tag, der 4. November, ist für Dr. Peter Fischer vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen ausreichend, um Spurenanalytiker und Sachverständige aus Industrie, Handelslaboratorien und der amtlichen Überwachung auf den neuesten Stand der Technik und der aktuellen Rechtssituation bei Elementspuren in Lebensmitteln zu bringen. Er und drei weitere Referenten aus Landesämtern in Rostock, Speyer und Halle behandeln dabei u.a. die Fragen, welche Rechtsgrundlagen es gibt, welche genormten Methoden verfügbar sind und wie Analysenergebnisse bewertet und beurteilt werden. Der Kurs findet ebenfalls in Frankfurt statt.

Ebenfalls am 4. November, jedoch in Karlsruhe, leitet Professor Dr. Andreas Gerdes, Hochschule Karlsruhe, den Kurs "Chemisch-physikalische Verfahren zur Zustandsanalyse von Bauwerken". Mit den Themen Planung einer Zustandsanalyse, Baustellen- und Labormethoden, Auswertetechniken und Bewertung von Schadensfällen möchte Gerdes Bauingenieuren und Architekten, Sachverständigen im Bereich Bauwesen, Naturwissenschaftlern, Baustoffherstellern und Fachjuristen theoretische Kenntnisse zu Schadensmechanismen und praktische Fertigkeiten für wichtige chemisch-physikalische Verfahren zur Zustandsanalyse von Bauwerken vermitteln.

Zurück nach Frankfurt: Polymeradditive sind unentbehrliche Komponenten zur Stabilisierung von technischen Kunststoffen und Lacken sowie zur Modifizierung ihrer Eigenschaften. Dr. Christoph Kröhnke, Süd-Chemie Group (Choisy-le-Roi), und sechs weitere Referenten von der Clariant GmbH (Frankfurt/Gersthofen) und dem Eidgenössischen Bundesamt für Gesundheit in Bern wollen Chemiker, Chemieingenieure, Werkstoffwissenschaftler und Techniker aus der Lack- und Polymerforschung, -entwicklung, -herstellung und -verarbeitung über Polymerstabilisierung und Modifizierung von Polymereigenschaften unterrichten. Die Vorträge mit Erläuterungen anhand praktischer Beispiele finden am 4. und 5. November bei der Clariant GmbH im Industriepark Höchst statt.

Die REACH-Registrierung mit praktischen Hinweisen zur Umsetzung in der chemischen Industrie ist Thema eines GDCh-Fortbildungskurses am 5. November in Frankfurt. Geleitet von Professor Dr. Reinhard Zellner, Universität Duisburg-Essen, tragen er und acht weitere Referenten zur Umsetzung der Registrierung (2. Phase der REACH-Verordnung), zu Datenanforderungen, zur Arbeitsplatz- und Umweltexposition, zu Studienmonitoring und Teststrategien sowie zu rechtlichen Aspekten in Konsortien vor. Über diese Themen soll mit den Teilnehmern - Produktverantwortliche und REACH-Verantwortliche der produzierenden, importierenden und anwendungsbezogenen Chemieindustrie (Akteure in der Lieferkette) - auch intensiv diskutiert werden.

Für Führungskräfte aller Bereiche und Ebenen mit naturwissenschaftlichem Hintergrund und mit Personalverantwortung stellt Dr. Andreas Lotz, FBP Gesellschaft für Consulting, Training und Coaching, Kelkheim, das Coaching als wirkungsvolles Führungsinstrument vor. Lotz wendet sich am 6. und 7. November in Frankfurt an jene, auch angehende, Führungskräfte, die die Fähigkeiten und Leistungen ihrer Mitarbeiter ausbauen wollen. Qulifiziertes Coaching ermöglicht es Vorgesetzten, Änderungen im Leistungsverhalten und in der Motivationsbereitschaft der Mitarbeiter zu bewirken.

Eine praxisnahe Vertiefung patentrechtlicher und verfahrenstechnischer Themen in Ergänzung zum Grundkurs bietet der europäische Patentanwalt Dr. Andreas Bieberbach aus München in dem GDCh-Fortbildungskurs "Gewerbliche Schutzrechte, Teil II". Chemikern und Kollegen anderer Fachrichtungen, die in ihrer täglichen Arbeit mit Patentfragen konfrontiert sind, ermöglichen Bieberbach und zwei weitere europäische Patentanwälte aus der chemischen Industrie eine Vertiefung des Verständnisses für materielles Patentrecht, nationales und internationales Verfahrensrecht, US-Patentrecht, IP-Situation in China, Patentgutachten und Schutzbereich von Patenten und Patentstrategien. Der Kurs findet vom 10. bis 12. November in Würzburg statt.

Südlicher in Bayern, in Freising-Weihenstephan, bildet Professor Dr. Angelika Görg von der TU München vom 10. bis 13. November Hochschulabsolventen und Doktoranden der Biologie, Biochemie, Biotechnologie, Medizin und Pharmazie, aber auch Laborpersonal vom Leiter bis zum Laboranten weiter für den Umgang mit der zweidimensionalen Elektrophorese für die Proteom-Analyse. Der Stoff, Proteom-Analytik, 2D Elektrophorese (IPG-Dalt), DIGE, Image-Analyse, Spot-Identifizierung mittels MALDI-MS, wird in Vorträgen, praktischen Übungen und Demonstrationen vermittelt. Jedem Teilnehmer steht eine Elektrophoreseausrüstung zur Verfügung.

Der Chemiker Professor Dr. Günter Papke vom Landesbetrieb Hessisches Landeslabor Wiesbaden und drei Diplomingenieure von dort und von der FH Gießen-Friedberg wenden sich mit einem Kurs über Analytische Qualitätssicherung (AQS) an technische Leiter, Bedienstete und Qualitätsmanagementbeauftragte von Umweltlaboratorien. In ihrem Workshop AQS gem, LAWA AQS-Merkblättern und DIN/CEN/ISO vermitteln die Referenten am 11. und 12. November in Frankfurt das richtige Handwerkszeug für die AQS im gesetzlich geregten Umweltbereich.

Aktuelle Informationen zum GDCh-Fortbildungsangebot finden sich im Internet unter www.gdch.de/fortbildung2008. Das ausführliche Fortbildungsprogramm Chemie kann beim GDCh-Fortbildungsteam angefordert werden: Tel. 069/7917-485, E-Mail: fb@gdch.de. Die Teilnahme an den Kursen ist für Journalisten kostenlos (Anmeldung erforderlich).


Die Gesellschaft Deutscher Chemiker ist mit über 28.000 Mitgliedern eine der größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie fördert die wissenschaftliche Arbeit, Forschung und Lehre sowie den Austausch und die Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnis. Die GDCh unterstützt die Bildung wissenschaftlicher Netzwerke, die transdisziplinäre und internationale Zusammenarbeit und die Ausbildung in Schule und Hochschule sowie die kontinuierliche Fortbildung für Beruf und Karriere.
Weitere Informationen: http://www.gdch.de
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