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Neue Wege zu preiswerteren und flexibleren Intralogistikanlagen

02.10.2008 - (idw) Technische Universität Dortmund

Zweites öffentliches Kolloquium des Sonderforschungsbereich "Logistics on Demand" an der Technischen Universität Dortmund
Tagungsband erschienen "Miro" ist der Spitzname für den weltweit ersten "mobilen Instandhaltungsroboter" für Intralogistiksysteme. Zur Halbzeitbilanz des ersten Abschnittes des Sonderforschungsbereichs SFB 696 "Logistics on Demand" an der Technischen Universität Dortmund konnte aber nicht nur "Miro" zeigen, dass er sich auf dem Rollenförderband zielgenau bewegt, sondern in vielen Bereichen konnten die Forscher gute Fortschritte auf dem Weg zu flexiblen, auf Veränderungen automatisch reagierenden, sich selbst kontrollierenden und reparierenden zuverlässigen Intralogistikanlagen melden.
"Die Messanlagen und Modelle zur Abbildung der Vorgänge in Standardanlagen stehen. Jetzt können wir mit Messergebnissen die mathematischen Modelle zur Simulation weiter ausbauen und Erkenntnisse für preisgünstigere und flexiblere Intralogistikanlagen gewinnen", fasst SFB-Sprecher Prof. Dr.-Ing. Horst-Artur Crostack, der das mit 5,5 Mio. Euro von der Deutschen Forschungsgemeinschaft unterstützte Großforschungsprojekt leitet, den aktuellen Stand zusammen.
Hier ein Überblick über die auf dem 2. Kolloquium Ende September präsentierten, bereits recht praxisnahen Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung:
o Handelsübliche Rollenförderer sind für den Transport von Behältern überdimensioniert. Experimente mit Abschnitten eines Rollenförderers und verschiedenen Fördergütern aus dem Fachgebiet Maschinenelemente von Prof. Dr.-Ing. Bernd Künne zeigen, dass die Abstände einzelner Rollen für bestimmte Transporte deutlich vergrößert werden können. Mit einem Versuchsplan werden nun die optimalen Abstände der Rollen in Abhängigkeit von der Nutzung, anhand von Parametern wie Gewicht, Volumen, Beschaffenheit und Material der Fördergüter, Fördergutboden, Fördergeschwindigkeit, Durchsatz und Auslastung für verschiedene Anlagen ermittelt.
o Elektrische Antriebe und mechanische Komponenten von Intralogistikanlagen lassen sich belastungsgerecht optimieren. Das Fachgebiet Maschinenelemente (Prof. Dr.-Ing. Bernd Künne) und der Lehrstuhl für Elektrische Antriebe und Mechatronik (Prof.Dr.-Ing. Dr.-Ing. Stefan Kulig) präsentierten erste Simulationsergebnisse für Standardbelastungssituationen an Rollenförderern. Die Simulationsrechnungen werden nun weiter verfeinert, auf andere Anlagen und Motorentypen erweitert, und gleichzeitig zu einem Modell zusammengeführt, mit dem erstmalig die optimale Kombination mechanischer Komponenten und elektrischer Antriebe für gegebene Nutzungsprofile gleichzeitig berechnet werden kann.
o Aus Unkenntnis über Verschleißvorgänge werden Komponenten von Logistikanlagen zu früh ausgetauscht. In der Praxis werden Komponenten meist bereits lange, bevor sie versagen könnten, vorsorglich ausgetauscht. Im Labor in Dortmund beobachten die Forscher des Lehrstuhls für Qualitätswesen (Prof. Dr.-Ing. Horst-Artur Crostack) nun im Zeitraffer, ca. 2.500mal schneller als im Normalbetrieb, nach welchem Muster etwa Kugellager und Antriebsriemen in Rollenförderern verschleißen. Derzeit werden akustische und optische Verfahren entwickelt, mit denen die kritischen Verschleißzustände, die einen Austausch zwingend erfordern, rechtzeitig prognostiziert werden können.
o Im "Internet der Dinge" steigt der Kommunikationsaufwand für dezentrale Steuerungsentscheidungen. Große Materialflusssysteme werden mit dezentraler Steuerungsintelligenz flexibler und robuster gemacht werden, gleichzeitig steigen damit aber die Kommunikations- und damit Entscheidungszeiten der Steuerungen. Als Real-Time-Logistics-Modell wurde am Lehrstuhl für Förder- und Lagerwesen (Prof. Dr. Michael ten Hompel) ein System entwickelt, mit dem die Zeitverbräuche technischer Komponenten in intralogistischen Anlagen wie Lichtschranken und RFID-Scanner ebenso berechnet werden können wie die Kommunikations- und Rechenzeiten unterschiedlicher Steuerungsarchitekturen. Das Softwaretool soll zukünftig die Planung von Steuerungssystemen, gerade auch bei verteilten IT-Architekturen verbessern.

Interessenten können sich unter http://www.sfb-696.de über das Projekt informieren. Der Tagungsband mit allen Vorträgen des ersten öffentlichen Kolloquiums ist ab Anfang November 2008 gegen eine Schutzgebühr von 15 ¤ erhältlich über das Sekretariat des Sonderforschungsbereichs, Karin Schreiber, Telefon 0231.9700-102, Telefax 0231.9700-460, E-Mail: sekretariat@sfb-696.de

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