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Boykott und Embargo im Blick: Internationale Tagung in der RUB

02.10.2008 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

Boykott und Embargo im Blick
Politische Instrumentalisierung wirtschaftlicher Macht im 20. Jahrhundert
Fachübergreifende und internationale Tagung an der RUB

Boykotte und Embargos stehen am Schnittpunkt von Wirtschafts-, Politik-, Kultur- und Sozialgeschichte - und sie sind weltumspannend. Entsprechend international und interdisziplinär ist eine Tagung in Bochum ausgerichtet, um den Erfolg oder Misserfolg der Wirtschaftsmaßnahmen anhand konkreter Fälle zu diskutieren. Um die politische Instrumentalisierung wirtschaftlicher Macht am Beispiel von Boykott und Embargo geht es am 10. und 11. Oktober in der RUB (Haus der Geschichte des Ruhrgebiets, Clemensstr. 17-19, 44789 Bochum), veranstaltet von der Fakultät für Geschichtswissenschaft der RUB und gefördert von der Fritz Thyssen Stiftung. Die Medien sind herzlich willkommen.

Programm im Internet

Das ausführliche Programm der englischsprachigen Tagung "Boycott and Embargo - The Political Uses of Economic Power in the Twentieth Century" steht im Internet unter
http://www.ruhr-uni-bochum.de/lehrstuhl-ng2/forschung/boycott.html

Japan-Boykott, Kuba-Politik, Ölkrise

Die Themen erstrecken sich von der Zeit zwischen den Weltkriegen (z. B. Japan-Boykott in China, soziale und wirtschaftliche Ausgrenzung der Juden in Deutschland) über Embargos im geteilten Nachkriegsdeutschland, die Kuba-Politik der USA und die Ölkrise in den 70er-Jahren bis hin zu Sanktionen und Embargos seitens der Vereinten Nationen (etwa Jugoslawien 1992-1996). Anhand dieser Beispiele aus unterschiedlichen regionalen und zeitlichen Kontexten analysieren die Wissenschaftler die den Aktionen zu Grunde liegenden Machtstrukturen.

Vom staatlichen Embargo zum Boykott durch Konsumenten

Durch die Betrachtung verschiedener Ebenen stehen die vielfältigen Dimensionen und Auswirkungen der politischen Nutzung ökonomischer Macht im Blickpunkt - von der internationalen Politik und dem Handeln einzelner Regierungen über das Engagement von wirtschaftlichen und politischen Organisationen und Verbänden bis zum Alltag betroffener Individuen. Während vor allem Staaten und Staatengemeinschaften Embargos einsetzen, um ihre Ziele zu verfolgen, nutzen verschiedene gesellschaftliche und politische Gruppierungen Boykotte, um den Konsumenten auf nationaler Ebene oder in transnationalen Aushandlungsprozessen eine Stimme zu verleihen. Die damit einhergehende Politisierung ökonomischer Vorgänge sowie die Ökonomisierung politischer und gesellschaftlicher Auseinandersetzungen waren in den letzten Jahren nicht nur Gegenstand öffentlicher Diskussionen, sondern auch der sozial- und politikwissenschaftlichen Forschung.

Weitere Informationen

Dr. Rüdiger Graf, Lehrstuhl für Zeitgeschichte, Fakultät für Geschichtswissenschaft der RUB, Tel. 0234/32-22539, E-Mail: ruediger.graf@rub.de
Hannah Ahlheim, M.A., Zeitgeschichte, Institut für Geschichtswissenschaften, Philosophische Fakultät I, Humboldt-Universität zu Berlin, E-Mail: ahlheimh@geschichte.hu-berlin.de

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