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Pro und Contra flexibler Beschäftigung

06.10.2008 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Arbeitsminister Scholz spricht auf dem Soziologiekongress an der Universität Jena Jena (06.10.08) Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) wird auf dem Soziologiekongress an der Friedrich-Schiller-Universität Jena mit führenden deutschen Arbeitsmarktforschern über die Zukunft des Arbeitsmarktes diskutieren. Scholz wird am Freitagmorgen (10. Oktober) die Arbeitsgruppe "Flexibilität in der Arbeitswelt: Herausforderungen für die Politik und Unternehmen" besuchen. In einem Vortrag zum Thema "Sozial- und Arbeitsmarktpolitik in einer flexiblen Arbeitswelt" will der Minister den kritischen Wissenschaftlern sein Programm vorstellen.

2007 war nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes jeder vierte deutsche Arbeitnehmer in einer von den Experten als atypisch bezeichneten Beschäftigungsform angestellt. Dazu zählen unter anderem Zeit- und Leiharbeit, Teilzeitarbeit und geringfügige Beschäftigung. Diese Jobs reichen häufig nicht aus, um den eigenen Lebensunterhalt vollständig zu bestreiten. Die Zahl der Betroffenen stieg zwischen 1997 und 2007 um 2,6 Millionen auf 7,68 Millionen. Die Zahl der in normalen, sozialversicherungspflichtigen Vollzeit-Jobs arbeitenden Menschen sank unterdessen um 1,5 Millionen auf 22,5 Millionen.

"Die Ausbreitung derartiger Beschäftigungsformen ist im Grundsatz ebenso wenig problematisch wie eine prinzipiell wünschenswerte Zunahme flexibler Erwerbsverläufe", sagt der Jenaer Soziologe Olaf Struck, Organisator des Minister-Besuchs. Problematisch sei vielmehr, dass die neuen Beschäftigungsverhältnisse die vom System sozialer Sicherungen vorausgesetzte Stabilität und Kontinuität vermissen ließen. "Sozialsysteme, die direkt auf Lohnerwerbsarbeit und zu wenig über Steuern finanziert werden, bieten Menschen mit brüchigen Erwerbsbiographien zu wenig Schutz. Inwieweit sich aus der zunehmenden Flexibilität und Mobilität Chancen oder Risiken ergeben, ist nicht zuletzt von der Ausgestaltung der Sozial- und Arbeitsmarktpolitik abhängig."

Der Besuch des Arbeitsministers ist einer der Höhepunkte des "34. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie", der vom 6. bis 10. Oktober an der Friedrich-Schiller-Universität Jena stattfindet. Alle zwei Jahre treffen sich die deutschen Soziologen bei diesem wichtigsten Forum der Disziplin. In diesem Jahr erwarten die Organisatoren unter dem Motto "Unsichere Zeiten" mehr als 1.600 Teilnehmer, was den Kongress zur größten Jenaer Tagung des Jahres macht. Bei rund 450 Vorträgen und in zahlreichen Diskussionsrunden werden renommierte nationale und internationale Vertreter des Faches über die jüngsten Forschungsergebnisse diskutieren.

Kontakt:
Margrit Elsner
Institut für Soziologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Carl-Zeiß-Str. 2, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 945533
E-Mail: Margrit.Elsner[at]uni-jena.de

Pressekontakt:
Oliver Hollenstein
Tel.: 0176-22865714
E-Mail: oliver.hollenstein[at]uni-jena.de
Weitere Informationen: http://www.uni-jena.de http://www.dgs2008.de
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