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Versorgungsforschung in der operativen Medizin - Nutzen neuer Behandlungen durch Scheinoperationen bewerten?

06.10.2008 - (idw) Deutsche Gesellschaft für Chirurgie e. V.

Köln - Nach einer Behandlung mit Tabletten oder Spritzen ohne Wirkstoff erleben viele Patienten dennoch eine Besserung ihrer Gesundheit. Ähnlich wie diese medikamentösen Placebos wirken auch Scheinoperationen, dies belegen Studien. Ob eine Placebochirurgie ethisch vertretbar ist und welche Rolle sie in der Versorgungsforschung spielt, diskutieren Experten auf einer Pressekonferenz am 16. Oktober 2008 anlässlich des VII. Deutschen Kongresses für Versorgungsforschung vom 16. bis 18. Oktober 2008 in Köln. Wie ein neues operatives Verfahren wirkt, müssen klinische Studien belegen. In der Chirurgie ist es besonders schwierig, dafür optimale Bedingungen zu schaffen. Bei einer korrekt durchgeführten verblindeten Studie dürfen weder Betroffene noch Ärzte oder Pfleger von der angewandten Therapie Kenntnis haben. Patienten der Kontrollgruppe unterziehen sich dabei ohne es zu wissen dem zu prüfenden Verfahren oder einer Scheinoperation - einem Schnitt ohne therapeutischen Eingriff.

Von Ethikkommissionen wird diese Kontrolle mittels Scheinoperation kritisch bewertet. Scheinchirurgie sei nur dann vertretbar, wenn allenfalls zu vernachlässigende Risiken bestehen und der Patient sorgfältig aufgeklärt wird, betont die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. Zudem müsse sicher sein, dass sich die untersuchte Frage nicht anders klären ließe. Die DGCH setzt sich intensiv für eine sinnvolle Erprobung neuer chirurgischer Verfahren ein. Im Rahmen des VII. Deutschen Kongresses für Versorgungsforschung diskutiert sie Nutzen und Risken von Scheinoperationen in einer Pressekonferenz.

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Terminhinweis:

"Operieren nur zum Schein - Wie gelangen neue chirurgische Verfahren sinnvoll in die Praxis?"
Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH)
Deutsches Netzwerk für Versorgungsforschung e.V.
Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (DNEbM)
anlässlich des VII. Deutschen Kongresses für Versorgungsforschung, 16. bis 18. Oktober 2008, Köln
Termin: Donnerstag, 16. Oktober 2008, 11.00 bis 12.00 Uhr
Ort: Maternushaus, Tagungszentrum des Erzbistums Köln, Saal Ursula, Kardinal-Frings-Str. 1-3, 50668 Köln

Vorläufiges Programm:

Brauchen wir eine Placebochirurgie? Versorgungsforschung als Herausforderung für die operative Medizin
Professor Dr. med. Hartwig Bauer, Berlin

Evidenzbasierte Medizin - Was bringt sie für die Breitenversorgung?
Universitäts-Professor Dr. Professor h.c. Edmund A.M. Neugebauer, Witten/Herdecke

Vom Labor ans Krankenbett - Wie gelangen Innovationen zum Patienten?
Professor Dr. rer. nat. Christian Ohmann, Düsseldorf

Bessere Medizin, geringere Risiken - Hält Versorgungsforschung was sie verspricht?
Professor Dr. phil. Holger Pfaff, Köln

Kontakt für Journalisten:
DGCH Pressestelle
Anna Julia Voormann
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Berliner Büro:
Langenbeck-Virchow-Haus
Luisenstraße 59
10117 Berlin
Telefon: 0711 89 31 552
Fax: 0711 89 31 167
voormann@medizinkommunikation.org
http://www.dgch.de

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