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Lehrer sollen Depressionen bei Schülern früh erkennen

29.10.2008 - (idw) Klinikum der Universität München

Neues Weiterbildungsprogramm für Bayerische Lehrer zum professionellen Umgang mit psychisch belasteten Kindern und Jugendlichen startet Psychische Probleme bei Kindern und Jugendlichen sind häufig und sie beeinträchtigen die schulische, emotionale und psychosoziale Entwicklung nachhaltig. Nach einer repräsentativen Studie des Robert-Koch-Instituts haben 20% der Kinder und Jugendlichen Verhaltensauffälligkeiten und 10% sind behandlungsbedürftig psychisch krank. Das Ausmaß der Beeinträchtigung ist oft so groß, dass die Lernfähigkeit und die schulische Integration sehr häufig gefährdet oder gar unmöglich sind. Dies findet Ausdruck in Leistungsversagen, Disziplinschwierigkeiten, Schulverweigerung, Sonderbeschulung und auch Schulverweis.

Die Lehrkräfte aller Schularten stehen somit vor besonderen Anforderungen, die psychisch kranke Kinder und Jugendliche an Schule stellen. Die Kenntnisse über Diagnostik, Symptomatik, Verursachung und Behandlung psychischer Störungen haben sich rasant erweitert.
Daher besteht dringender Handlungsbedarf, die bestehenden Kompetenzen der Lehrkräfte in ihrem professionellen Umgang und der Förderung psychisch kranker Kinder und Jugendlicher weiterzubilden und bei der praktischen Umsetzung zu unterstützen.

Dies sollte in Form der Integration entsprechender Lehrinhalte in das Studium, in die praktische Ausbildung und in die Praxis begleitende Fortbildung erfolgen.

Wie sieht das Programm aus?
Es wird eine Fortbildungssequenz für insgesamt 60 Lehrkräfte angeboten, davon 40 aus Sonderpädagogischen Förderzentren (SFZ) und 20 aus Förderzentren mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung.
Die inhaltliche Gestaltung und Umsetzung erfolgen federführend durch die Direktoren der Kliniken für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie der Universitäten Würzburg (Prof. Dr. A. Warnke) und München (Prof. Dr. G. Schulte-Körne) sowie des Bezirkskrankenhauses Landshut (Dr. M. von Aster) in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Staatsministerium für Un-terricht und Kultus, dem Staatsinstitut für Schulqualität und Bil-dungsforschung (ISB) und der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung (ALP).

Die Weiterbildung umfasst 5 Module
Modul 1
Psychische Störungen im Kindes und Jugendalter - Symptomatik, Diagnostik, Ursachen und Behandlung.

Modul 2
Erkennen psychischer Auffälligkeiten und der Umgang damit in der Schule.

Modul 3
Vorstellung von Fällen aus dem Schulalltag und der Supervision

Modul 4
Anleitung zum Moderator
Aspekte der kollegialen Fallarbeit, Beratung, Intervision

Modul 5
Erfahrungsaustausch und Reflexion

Zielgruppe für das Weiterbildungsprogramm
Angesprochen sind engagierte und belastbare Lehrerinnen und Lehrer aus Sonderpädagogischen Förderzentren und Förderzentren mit Förderschwerpunkt geistige Entwicklung, die motiviert sind für eine professionelle Weiterentwicklung ihrer Kompetenzen hinsichtlich eigenem Lehrerhandeln, Diagnostik und Intervention im Zusammenhang mit psychischen Auffälligkeiten und Störungen von Schülerinnen und Schülern.

In den Fortbildungsveranstaltungen reflektieren sie unter kinder- und jugendpsychiatrischer Anleitung unter anderem spezifische Störungsbilder bei Kindern sowie den Umgang mit psychisch auffälligen Kindern im Unterricht. Die Teilnehmer bringen Fallbeispiele aus der Unterrichtspraxis und aus der Beratung von Eltern ein.
Es muss erwartet werden, dass die gemeldeten Teilnehmer nach den Weiterbildungsmaßnahmen für eine Multiplikation zur Verfügung stehen.

Kontakt:
Prof. Dr. Gerd-Schulte-Körne
Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie
Klinikum der Universität München (LMU)
Tel: 089/ 5160-5900
E-Mail: Gerd.Schulte-Koerne@med.uni-muenchen.de

Klinikum der Universität München
Im Klinikum der Universität München (LMU) sind im Jahr 2007 an den Standorten Großhadern und Innenstadt etwa 500.000 Patienten ambulant, poliklinisch, teilstationär und stationär behandelt worden. Die 44 Fachkliniken, Institute und Abteilungen verfügen über mehr als 2.300 Betten. Von insgesamt 9.700 Beschäftigten sind rund 1.700 Mediziner. Forschung und Lehre ermöglichen eine Patientenversorgung auf höchstem medizinischem Niveau. Das Klinikum der Universität München hat im Jahr 2007 etwa 57 Millionen Euro an Drittmitteln eingeworben und ist seit Juni 2006 Anstalt des öffentlichen Rechts.

Weitere Informationen: http://www.kjp.med.uni-muenchen.de http://www.uniklinikum-muenchen.de
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