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Neues Forschungsprojekt zur Therapie von Depressionen

30.10.2008 - (idw) Eberhard Karls Universität Tübingen

Betroffene können kostenloses achtwöchiges Therapieangebot wahrnehmen Nach dem erfolgreichen Abschluss einer Pilotstudie beginnt an der Universität Tübingen ein neues Forschungsprojekt zur Therapie von wiederkehrenden Depressionen mit der so genanten achtsamkeitsbasierten kognitiven Therapie (MBCT, nach englisch: mindfulness-based cognitive therapy). Das kostenlose Therapieangebot hat zum Ziel, Betroffenen zu helfen, neue depressive Phasen zu verhindern und positive Veränderungen in der Gehirnaktivität der Teilnehmer zu untersuchen. Menschen die drei oder mehr Episoden von Depressionen erlitten haben, gegenwärtig aber nicht depressiv sind und die bereit sind, acht Wochen lang täglich bestimmte Aufmerksamkeitsübungen zu machen, sind eingeladen, an dem Forschungsprojekt teilzunehmen. Das Forschungsprojekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziert und von Prof. Dr. Martin Hautzinger (Psychologisches Institut) und Prof. Dr. Boris Kotchoubey (Institut für medizinische Psychologie) geleitet. MBCT wurde in England und Kanada entwickelt. Erste klinische Studien haben die Wirksamkeit nachgewiesen: Danach reduziert die Teilnahme an einem entsprechenden Kurs das Risiko eines Rückfalls um die Hälfte.

Depression ist in Deutschland eine Volkskrankheit geworden. Etwa 15 - 20% der Bevölkerung erleidet mindestens eine depressive Phase im Leben. Typisch ist, dass Depression immer wieder kommt. Die neue Therapieform ist ein Weg, im Umgang mit den Lebensumständen selbst aktiv etwas zu ändern. So berichtet ein Teilnehmer an der Pilotstudie, der innerhalb von acht Jahren drei Episoden von Depressionen erlitten hatte, nach der Therapie den Tod seines Vaters positiv verarbeitet zu haben: "Ich konnte still sitzen und der Trauer erlauben, hoch zu kommen, sie zu sehen oder fühlen. Es war eine sehr wertvolle Trauer, sehr rein, und jetzt entdecke ich, dass, wenn ich an meinen Vater denke, es weniger ein Gefühl von Verlust und Kummer ist und mehr ein Gefühl von Wertschätzung für ihn."

Ausführliche Informationen über MBTC und die Studie im Internet:
http://www.abtb.de

Kontakt:
Dr. Vladimir Bostanov, Psychologisches Institut, Abteilung Klinische und Entwicklungspsychologie, Tel.: 07071/29-74234, E-Mail: bostanov@uni-tuebingen.de

EBERHARD KARLS UNIVERSITÄT TÜBINGEN
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit · Michael Seifert
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