Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenMittwoch, 22. Januar 2020 

Wirken und Werk von Joachim Justus Breithaupt

30.10.2008 - (idw) Universität Erfurt

Tagung am Forschungszentrum Gotha beschäftigt sich mit ehemaligem Erfurter Theologie-Professor Eine Tagung am Forschungszentrum Gotha der Universität Erfurt beschäftigt sich vom 6. bis 8. November 2008 mit dem ehemaligen Erfurt Theologie-Professor Joachim Justus Breithaupt (1658-1732). In dem Arbeitsgespräch, das im Konferenzraum der Forschungsbibliothek Gotha auf Schloss Friedenstein stattfindet, werden "Aspekte von Leben, Wirken und Werk im Kontext" untersucht.

Die kurzen Erfurter Jahre von Breithaupt waren bewegt: Nach Stationen in Helmstedt, Wolfenbüttel Kiel und Meiningen war der lutherische Theologe 1687 nach Erfurt gekommen. Hierhin holte er auch den jungen Theologen August Hermann Francke, der zuvor während seiner Dozententätigkeit an der Universität Leipzig wegen neuer Formen in der Lehre den Ärger der Universitätsverwaltung auf sich gezogen und die Begeisterung der Studenten gewonnen hatte. Einige von ihnen waren Francke nach Erfurt gefolgt. Breithaupt wie Francke gehörten einer innerprotestantischen Frömmigkeitsbewegung an, die umfassende Reformen des christlichen Lebens forderten: Eine andere Akzentuierung der Theologiestudium, andere Formen des Gottesdienstes und eine stärkere Beteiligung der Laien. Während Breithaupts Erfurter Jahre formierte sich diese als "pietistisch" bezeichnete Bewegung. Wegen Verstößen gegen die Kirchenordnung lagen Breithaupt und Francke im Streit mit dem Rat der Stadt. Als Breithaupt dann 1691 einen Ruf an die neugegründete Reformuniversität Halle/Saale bekam, bot sich eine Möglichkeit, den wachsenden Schwierigkeiten zu entkommen. In Halle setzte Breithaupt dann zusammen mit Francke und anderen vieles von den Reformideen des Pietismus um.

In der Forschung stand Breithaupt lange Zeit im Schatten seines umtriebigen Weggefährten Francke. Andreas Lindner, Kirchenhistoriker an der Universität Erfurt: "Die Forschungen zu Leben, Werk und Wirkung eines der Gründerväter des Halleschen Pietismus und der Halleschen Universität befinden sich weitgehend noch im Anfangsstadium. Obwohl reiches Quellenmaterial vorhanden ist, existiert keine Monographie zu Breithaupt." Zusammen mit Reimar Lindauer-Huber (Halle) hat Lindner die Wiederkehr des 350. Geburtstages von Breithaupt in diesem Jahr zum Anlass genommen, Wissenschaftler aus verschiedenen Bereichen zu einem ersten Arbeitsgespräch zu bitten. Die vom Forschungszentrum Gotha der Universität Erfurt (FGE) veranstaltete Tagung sei bewusst interdisziplinär ausgerichtet, so Lindauer-Huber, denn: "Über die Pietismusforschung im engeren Sinn hinaus könnten Person und Wirken Breithaupts sich auch für andere Forschungsrichtungen als signifikant erweisen." Dies betreffe die Geschichte der Kirchenverfassung und der Theologenausbildung, des gelehrten Schulwesens und der Schulaufsicht, der Universitäten, der neulateinischen Dichtung und Literatur sowie der Rhetorik, der Poetik, der Homiletik und der Hermeneutik."

Die für die Planung und wissenschaftliche Leitung Verantwortlichen erhoffen sich von diesem Arbeitsgespräch Impulse für die biographische Forschung zu Breithaupt und den mit ihm verbundenen Zeitgenossen wie auch für die genannten institutions-, disziplin-, ideen- und literaturgeschichtlichen Forschungsfelder.
Weitere Informationen: http://www.uni-erfurt.de/forschungszentrum-gotha
uniprotokolle > Nachrichten > Wirken und Werk von Joachim Justus Breithaupt
ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenDruckansicht

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/166153/">Wirken und Werk von Joachim Justus Breithaupt </a>