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Vier Hochschulen vom Wissenschaftsrat akkreditiert

02.02.2009 - (idw) Wissenschaftsrat

Die Hochschule für Jüdische Studien (HfJS) in Heidelberg, die vom Zentralrat der Juden in Deutschland getragen wird, versteht sich als europäisches Kompetenzzentrum für Jüdische Studien sowohl im wissenschaftlichen Bereich als auch im Blick auf die jüdischen Gemeinden. Sie sieht sich selbst gleichzeitig als fachkundige Ansprechpartnerin gegenüber der breiteren Öffentlichkeit. Dass sie diesem Anspruch gerecht wird und ihre Lehre und Forschung in ausgeprägt interdisziplinären Bezügen betreibt, unterstreicht der Vorsitzende des Wissenschaftsrates, Professor Peter Strohschneider: "Die Hochschule ist gut dreißig Jahre nach ihrer Gründung anerkannter Bestandteil des deutschen Hochschulsystems. Sie ist mit ihrem neu gestalteten Studienangebot in der Lage, ein umfassendes und dabei differenziert auf die Bedürfnisse der jüdischen Gemeinden in Deutschland abgestimmtes Angebot berufsqualifizierender Studiengänge anzubieten." Will die HfJS aber auch im internationalen Vergleich als ein europäisches Kompetenzzentrum wahrgenommen werden, muss sie sich deutlich aktiver international ausrichten und den intensiveren Anschluss zu ausgewiesenen Lehr- und Forschungseinrichtungen in Israel, in Europa und den Vereinigten Staaten von Amerika suchen.

Außerdem sieht der Wissenschaftsrat die Voraussetzungen für die Verleihung eines eigenständigen Promotionsrechtes für die HfJS als nicht gegeben an. Die Hochschule sollte wie bisher Doktoranden in Kooperation mit der Universität Heidelberg betreuen und hierzu die Einrichtung einer Graduiertenschule "Jüdische Studien" gemeinsam mit der Universität Heidelberg in Erwägung ziehen. Der Wissenschaftsrat spricht eine Akkreditierung für die Hochschule für Jüdische Studien aus. Er hält eine Reakkreditierung durch eine geeignete Institution nach zehn Jahren für notwendig.


Hinweis: Die "Stellungnahme zur Akkreditierung der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg (HfJS)" (Drs. 8912-09) wird im Netz als Volltext (www.wissenschaftsrat.de) veröffentlicht, sie kann aber auch bei der Geschäftsstelle des Wissenschaftsrates per E-Mail (post@wissenschaftsrat.de) angefordert werden.


"Die im Jahr 2003 gegründete Zeppelin University, Friedrichshafen, hat eine sehr beachtliche Entwicklung durchlaufen", so Professor Peter Strohschneider, Vorsitzender des Wissenschaftsrates. Die Hochschule, deren Leitbild die forschungsorientierte "Privatuniversität" ist, bildet mit ihren Studiengängen Manager aus. Ziel der breiten Studienangebote ist es, eine gleichermaßen theoriebasierte wie systematisch berufsorientierte Ausbildung von "Generalisten" multidisziplinärer Perspektive zwischen Wirtschaft, Kultur und Politik zu erzielen. Mit diesem innovativen Ansatz hebt sich die Hochschule von dem bestehenden Angebot anderer Hochschulen deutlich ab. "Das Leitbild der Zeppelin University ist zwar sehr ambitioniert, aufgrund der bisherigen Leistungen - insbesondere angesichts des gerade einmal fünfjährigen Bestehens der Hochschule - aber durchaus zu realisieren", so Strohschneider. Besonders hervorzuheben ist, dass die Hochschule nicht nur an der Konzeption und Durchführung der Studiengänge gearbeitet hat, sondern auch zur Stärkung ihrer Forschungsleistungen zahlreiche Initiativen ergriffen hat. Auf die Entwicklung der Hochschule wird sich sicherlich auch die schnell wachsende Zahl an Professuren auswirken. Allein im Laufe dieses Jahres sollen fünf neue Lehrstühle besetzt werden, so dass dann für rd. 700 Studierende 23,5 Professuren zur Verfügung stünden.

Ungeachtet dieses bemerkenswerten Leistungsprofils besitzt die Hochschule derzeit nicht die Grundlage für ein eigenständiges Promotionsrecht. Empfohlen wird der Hochschule daher, die Doktorandenausbildung über Kooperationen mit einer oder mehreren Universitäten auch weiterhin sicherzustellen bzw. auszubauen. Das Land Baden-Württemberg hat bereits signalisiert, die Hochschule darin zu unterstützen. Wenn das Land die Voraussetzungen für das Promotionsrecht an der Zeppelin University als erfüllt ansieht, wird es den Wissenschaftsrat bitten, sich mit dieser Frage erneut zu befassen. Der Wissenschaftsrat spricht eine Akkreditierung der Zeppelin University aus. Er hält eine Reakkreditierung durch eine geeignete Institution nach fünf Jahren für notwendig.


Hinweis: Die "Stellungnahme zur Akkreditierung der Zeppelin University, Friedrichshafen (Drs. 8924-09) wird im Netz als Volltext (www.wissenschaftsrat.de) veröffentlicht, sie kann aber auch bei der Geschäftsstelle des Wissenschaftsrates per E-Mail (post@wissenschaftsrat.de) angefordert werden.

Das Theologische Seminar Tabor (ThS Tabor) wurde vom Wissenschaftsrat im Mai 2007 nicht akkreditiert. In der Zwischenzeit hat das ThS Tabor konsequent an der Entwicklung von einer theologischen Fachschule hin zu einer wissenschaftlichen Hochschule weitergearbeitet. Die Qualifizierung des akademischen Personals konnte gezielt vorangebracht werden, die Forschung wurde in Form von Projekten neu strukturiert und in einen größeren Zusammenhang gestellt. Damit ist die Hochschule zentralen Forderungen des Wissenschaftsrates nachgekommen. Das ThS Tabor, das in Zukunft einen eigenen Bachelor-Studiengang "Evangelische Theologie" anbieten will, bleibt aber nach wie vor aufgefordert, zur Intensivierung seiner Forschung eine überzeugende Forschungskonzeption zu entwickeln und die im zurückliegenden Jahr sichtbar gewordenen ersten Ansätze der Veröffentlichung in wissenschaftlichen Fachzeitschriften weiter voran zu treiben. In Lehre und Forschung sollte der Anschluss an anerkannte Hochschulen außerhalb des engen Verbundes der evangelischen Gemeinschaftsbewegung gesucht werden. Der Wissenschaftsrat spricht eine Akkreditierung für das Theologische Seminar Tabor aus. Er hält eine Reakkreditierung durch eine geeignete Institution nach fünf Jahren für notwendig.

Hinweis: Die "Stellungnahme zur Akkreditierung des Theologischen Seminars Tabor (ThS Tabor) - 2. Antrag -" (Drs. 8928-09) wird im Netz als Volltext (www.wissenschaftsrat.de) veröffentlicht, sie kann aber auch bei der Geschäftsstelle des Wissenschaftsrates per E-Mail (post@wissenschaftsrat.de) angefordert werden.


Die 2006 gegründete Berliner Technische Kunsthochschule (btk) sieht ihre Aufgabe darin, die gestalterischen und technischen Kenntnisse und Fähigkeiten zu vermitteln, die für einen Berufseinstieg in der Medien- und Kommunikationsbranche, vor allem mit Blick auf die Entwicklung innovativer Designprodukte, erforderlich sind. Die Beschäftigung mit Design wird ausdrücklich als anwendungsorientierte Forschungsaufgabe betrachtet, bei der gestalterische Kreativität und technische Kompetenz Hand in Hand gehen. Mittelfristig ist der Ausbau des Lehrangebots und der Forschungsaktivitäten geplant. Eine Erweiterung des Angebots setzt jedoch eine entsprechende konzeptionelle Weiterentwicklung der Lehre sowie im gestalterischen und künstlerischen Bereich voraus. Zudem müssen die hierzu erforderlichen personellen, sächlichen und finanziellen Ressourcen sichergestellt sein. Der Wissenschaftsrat spricht eine Akkreditierung für die Berliner Technische Kunsthochschule aus. Er hält eine Reakkreditierung durch eine geeignete Institution nach fünf Jahren für notwendig.


Hinweis: Die "Stellungnahme zur Akkreditierung der Berliner Technischen Kunsthochschule (btk)" (Drs. 8923-09) wird im Netz als Volltext (www.wissenschaftsrat.de) veröffentlicht, sie kann aber auch bei der Geschäftsstelle des Wissenschaftsrates per E-Mail (post@wissenschaftsrat.de) angefordert werden.
Weitere Informationen: http://www.wissenschaftsrat.de
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