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Was tun gegen Lymphödeme nach Krebsbehandlung?

11.02.2009 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Universitätsfrauenklinik Jena lädt gemeinsam mit Reha-Aktiv 2000 für den 14. Februar zum Informationstag Jena. Lymphödeme gehören zu den häufigen Behandlungsfolgen nach einer Krebstherapie. Grund ist die oft notwendige Entnahme von Lymphknoten im Achsel- oder Leistenbereich, um so ein Wiederauftreten des Tumors zu verhindern. Die Folge: Die Lymphflüssigkeit kann nicht mehr ungehindert fließen, staut sich und löst Schwellungen an den betroffenen Körperteilen aus. "Etwa 20 bis 30 Prozent aller an Brustkrebs erkrankten Frauen entwickeln nach einer Lymphknotenoperation ein Lymphödem der Brust oder des Armes", erklärt Dr. Anne Egbe vom Interdisziplinären Brustzentrum des Universitätsklinikums Jena (UKJ). Dieses kann sich sowohl unmittelbar nach der Krebstherapie bilden als auch Monate oder sogar Jahre später. "Für die bereits durch die Krebserkrankung stark belasteten Frauen stellt die sichtbare Schwellung und Veränderung eine psychische und körperliche Belastung dar", so Egbe. "Unsere Aufgabe in der Nachbehandlung ist es daher, dafür zu sorgen, dass sich die Lymphstauungen gar nicht erst bilden oder erfolgreich reduzieren lassen."

Welche verschiedenen Möglichkeiten es dafür gibt und wie Krebspatientinnen, auch nach Unterleibserkrankungen Komplikationen eines Lymphödems vorbeugen können, ist daher Thema des Februar-Kurses der Patientenseminare an der Klinik für Frauenheilkunde am UKJ. Zu diesem besonderen Kurs, der ausnahmsweise an einem Samstag, dem 14. Februar, stattfindet, sind alle Betroffenen und Interessierten herzlich eingeladen, sich über das Thema Lymphödem nach Brustkrebs und Unterleibskrebs zu informieren. Gemeinsam mit dem Sanitätshaus Reha-Aktiv 2000 werden ab 10.00 Uhr die Lymphödem-Experten über Behandlungsmöglichkeiten informieren und anhand praktischer Übungen für den Alltag Tipps für das Leben mit Lymphödem geben.

Aktive Mitarbeit der Patientinnen ist aber auch gefragt, wenn es darum geht, schon der Entstehung von Lymphstattung vorzubeugen. "Hier können bereits so einfache Maßnahmen wie das Vermeiden von Überhitzung in Sauna, Thermalbädern oder beim Sonnenbaden helfen", betont Brustschwester Kerstin Zellmann. "Wichtig ist auch, schon kleinste Verletzungen möglichst zu vermeiden oder zumindest sofort zu desinfizieren, damit sich keine Entzündungen bilden können", sagt Schwester Zellmann weiter. Ein weiteres einfaches Mittel zur Vorsorge ist der Verzicht auf einengende oder einschneidende Kleidung oder das Tragen der Handtasche auf der betroffenen Schulter.

Ist jedoch der Lymphfluss schon gestört, helfen Physiotherapie, krankengymnastische Übungen und Lymphdrainage, unterstützt durch die Verwendung spezieller Kompressionsbandagen oder -strümpfe. Wie diese angewendet werden sollten, wird ebenfalls am Samstag demonstriert.
"Wir möchten mit diesem besonderen Patientenseminar den betroffenen Frauen die vielen Möglichkeiten zeigen, die ein Leben mit Lymphödem erleichtern können", so Dr. Anne Egbe.

Die kostenlose Veranstaltung beginnt 10.00 Uhr und findet im Sanitätshaus in der Platanenstraße 2 in Lobeda-Ost statt. Interessenten sollten sich bitte unter Tel. 03641/933063 (Sekretariat Frauenklinik) vorab anmelden.


14. Februar 2008, 10.00 Uhr bis 14.00 Uhr
"Lymphödeme nach Brustkrebs und Unterleibskrebs"
Patientenseminar des Interdisziplinären Brustzentrums am Universitätsklinikum Jena
Sanitätshaus Reha-Aktiv 2000, Platanenstraße 2, 07747 Jena-Lobeda Ost

Ansprechpartner:
Dr. Anne Egbe
Interdisziplinäres Brustzentrum des Universitätsklinikums Jena
Tel. 03641/933063
E-Mail: Anne.Egbe[at]med.uni-jena.de
Weitere Informationen: http://www.uniklinikum-jena.de
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