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Pressegespräch der Europäischen Akademie GmbH: Vorstellung des Forschungsberichts 2007-2008 und aktueller Projekte

12.02.2009 - (idw) Europäische Akademie zur Erforschung von Folgen wissenschaftlich-technischer Entwicklungen Bad Neuenahr-Ahrweiler GmbH

Bonn, 12. Februar 2009. - In einem Pressegespräch im Deutschen Museum in Bonn stellte der Direktor, Professor Dr. Dr. h.c. Carl Friedrich Gethmann, den Forschungsbericht 2007-2008 und die aktuellen Projekte der Europäischen Akademie vor. Die Europäische Akademie GmbH, gegründet 1996 in Bad Neuenahr-Ahrweiler, befasst sich mit der Erforschung von Folgen wissenschaftlich-technischer Entwicklungen. Arbeitsschwerpunkt ist die interdisziplinäre Erforschung von Themen aus Technik, Umwelt und Medizin mit dem Ziel, in wissenschaftlicher Unabhängigkeit einen Dialog mit Politik und Gesellschaft zu führen. War die Akademie in den ersten zehn Jahren vor allem durch Mittel des Bundesministe-riums für Bildung und Forschung finanziert, so wirbt die Einrichtung seit 2006 erfolgreich verstärkt Drittmittel ein.
Seit Gründung der Europäischen Akademie wurden knapp 30 Projekte abgeschlossen und über 80 Veranstaltungen durchgeführt; in den vergangenen Wochen liefen sechs neue Forschungsprojekte an:
o Klinische Forschung in vulnerablen Populationen;
o Tiefe Hirnstimulation in der Psychiatrie. Empfehlungen zur verantwortlichen Erforschung und Anwendung;
o Energiespeicher und Virtuelle Kraftwerke für die Integration erneuerbarer Energien in die Stromversorgung. Potentiale, Innovationshemmnisse und Umsetzungsstrategien;
o Radioaktive Abfälle. Technische und normative Aspekte ihrer Entsorgung;
o Potentiale und Risiken des pharmazeutischen Enhancements psychischer Eigenschaften;
o Die forschungsleitende Funktion informationswissenschaftlicher Metaphern und ihre Relevanz für die Transformation von Menschenbildern.

Direktor Gethmann präsentierte den aktuellen Forschungsbericht der Jahre 2007 und 2008, der die Arbeit und Entwicklung der Europäischen Akademie der vergangenen zwei Jahre dokumentiert. Außerdem stellten zwei Projektleiter exemplarisch ihre aktuellen Projektgruppen vor:
Dr. Margret Engelhard sprach zu "Klinische Forschung in vulnerablen Populationen": Diese Art der Forschung - beispielsweise bei Minderjährigen, Älteren und psychisch Kranken - ist ein zunehmend drängendes Problem, denn ein großer Teil der Kindern und Jugendlichen verabreichten Pharmazeutika wird "off-label" oder "off-license" verwendet. Das bedeutet, dass die Pharmazeutika entweder aufgrund fehlender Forschungsdaten keine Zulassung für die Nutzung im Bereich der Kinder- und Jugendmedizin haben oder dass die Zulassung zumindest nicht für den bestimmten medizinischen Zweck gegeben ist, für den sie genutzt werden. In diesem Projekt sollen Vorschläge für eine Verbesserung dieser Art der klinischen Forschung und damit auch eine Verbesserung der therapeutischen Versorgungssituation von vulnerablen Populationen, die bspw. auch seelisch Kranke einschließt, entwickelt werden.
Dr. Georg Kamp erläuterte sein Projekt "Radioaktive Abfälle": In der öffentlichen Debatte um die Kernenergie wird immer wieder darauf hingewiesen, dass die Frage der Endlagerung bisher nicht gelöst sei und dass daher die Kernenergie nicht verantwortet werden könne. Die Projektgruppe will die Debatte voranbringen, indem sie die grundlegenden Kriterien des Strahlenschutzes zusammenstellen wird. Dabei sollen die physikalisch-technischen Grundlagen der Auslegung von Endlagern für radioaktive Abfälle und abgebrannte Brennelemente, die für einen sicheren Betrieb und Langzeitabschluss gefordert werden, kritisch überprüft werden. Die Projektgruppe wird rational gerechtfertigte Kriterien für die Beurteilung der verschiedenen Ansätze sowohl hinsichtlich ihrer technischen Erfordernisse als auch hinsichtlich der Erfordernisse eines angemessenen Schutzes von Mensch und Natur erarbeiten.
Die Europäische Akademie wird die Ergebnisse dieser und weiterer laufender Projektgruppen in den kommenden zwei Jahren bei Buchpräsentationen vorstellen und sie somit durch Publikationen Politik und gesellschaftlicher Öffentlichkeit zugänglich machen.

Die Europäische Akademie zur Erforschung von Folgen wissenschaftlich-technischer Entwicklungen Bad Neuenahr-Ahrweiler gGmbH wurde 1996 vom Land Rheinland-Pfalz und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) gegründet. Direktor der Gesellschaft ist der Philosophieprofessor Dr. Dr. h.c. Carl Friedrich Gethmann. Wissenschaftlich-interdisziplinäre Arbeitsgruppen widmen sich der Erforschung und Beurteilung von Folgen wissenschaftlich-technischer Entwicklungen für das individuelle und soziale Leben des Menschen und seine natürliche Umwelt. In wissenschaftlicher Unabhängigkeit führt die Akademie einen Dialog mit Wirtschaft, Kultur, Politik und Gesellschaft. Damit will sie zu einem rationalen Umgang der Gesellschaft mit Folgen wissenschaftlich-technischer Entwicklungen beitragen.

Weitere Informationen: http://www.ea-aw.de
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