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Bonn schreibt europäische Geschichte rund um das Thema Frieden

12.02.2009 - (idw) Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Auf der Tagung "L'Art de la paix" informieren Fachvertreter vom 26. bis 28. März im Bonner Universitätsclub, Konviktstraße 9, über das Thema "Kongresswesen und Friedensstiftung im Zeitalter des Westfälischen Friedens". Die Veranstaltung wird organisiert von der Vereinigung zur Erforschung der Neueren Geschichte. Vorsitzender der Vereinigung ist Prof. Dr. Maximilian Lanzinner, Lehrstuhl Frühe Neuzeit am Institut für Geschichtswissenschaft der Universität, der gemeinsam mit Prof. Dr. Christoph Kampmann, Seminar für Neuere Geschichte der Phillips-Universität Marburg, für die wissenschaftliche Konzeption der Tagung verantwortlich ist. Unterstützt wird die Konferenz von der Universität Paris IV-Sorbonne, den Deutschen Historischen Instituten in Paris und Rom, von der Gerda-Henkel-Stiftung und der Deutsch-Französischen Kulturstiftung. Zielgruppe der Konferenz sind Fachbesucher ebenso wie die interessierte Öffentlichkeit und Journalisten.

Der Westfälische Frieden von 1648 gilt als ein bedeutender Meilenstein in der europäischen Friedenspolitik. Die in Münster und Osnabrück geschlossenen Friedensverträge beendeten den Dreißigjährigen Krieg in Deutschland. Vorausgegangen waren fünf Jahre dauernde Friedensverhandlungen, die ersten, auf der nahezu alle europäischen Großmächte vertreten waren und die damit zum Vorbild für spätere Friedenskonferenzen wurden. Die wissenschaftliche Erforschung dieses Ereignisses wird seit 1957 von der Vereinigung der Neueren Geschichte e.V. vorangetrieben. Die von ihr publizierten Akten des Westfälischen Friedens (Acta Pacis Westphalicae) repräsentieren eine lange Bonner Tradition historischer Friedensforschung und quellengestützter Politikanalyse. In mittlerweile 40 Bänden bieten sie eine zuverlässige Grundlage für vergleichende Untersuchungen zur Politik- und Kulturgeschichte des Friedenschließens in Europa.

Im 350. Jubiläumsjahr des französisch-spanischen Pyrenäenfriedens (1659) ermöglicht die Konferenz eine Zwischenbilanz der neueren Friedensforschung und richtet den Blick vom Westfälischen Frieden aus auf die zahlreichen Friedenskongresse und die Friedensstiftung im 17. und frühen 18. Jahrhundert.

Die Konferenz besteht aus fünf Teilen: Der erste Bereich beschäftigt sich mit Trägern und Formen von Friedensverhandlungen, der zweite mit konkreten Friedensregelungen. In einem dritten Tagungspunkt stehen Kommunikation und politische Sprache im Rahmen der Friedensforschung im Vordergrund. Im vierten Teil sollen politische Leitvorstellungen des politischen Handelns herausgearbeitet werden. Zuletzt wird der Einfluss religiöser Faktoren auf das Friedenschließen thematisiert.

Die dreitägige Konferenz beginnt am 26. März um 9 Uhr und startet nach der offiziellen Eröffnung mit einem Vortrag von Professor Lanzinner zum Thema "Die Acta Pacis Westphalicae und die Geschichtswissenschaft." Die Tagung schließt am 28. März um 12.30 Uhr mit einer Schlussrunde zu den Perspektiven der Erforschung europäischer Friedenspolitik. Die Vorträge werden von zahlreichen internationalen Referenten in deutscher, englischer und französischer Sprache gehalten. Die Teilnahme an der Konferenz ist kostenfrei. Einsicht in das gesamte Programm gibt es im Internet unter: http://www.pax-westphalica.de


Um Anmeldung bis zum 15. März wird unter folgender Adresse gebeten: apw@uni-bonn.de

Kontakt:
Prof. Dr. Maximilian Lanzinner
Lehrstuhl Frühe Neuzeit
Institut für Geschichtswissenschaft der Universität Bonn
Telefon: 0228/73-5176
E-Mail: maximilian.lanzinner@uni-bonn.de
Weitere Informationen: http://www.pax-westphalica.de - Tagungsprogramm
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