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Wie lassen sich Kreativunternehmer in Klein- und Mittelstädten fördern?

17.02.2009 - (idw) Bauhaus-Universität Weimar

Wissenschaftler der Bauhaus-Universität Weimar schließt Projekt zum Thema Kreativwirtschaft abseits der Metropolen ab Die EU hat 2009 zum Europäischen Jahr der Kreativität und Innovation erklärt. Die Chance für Europa, insbesondere auch in kleineren Städten, so Alexander Bergmann, Doktorand am Institut für Europäische Urbanistik der Bauhaus-Universität Weimar, liegt in den Köpfen der Menschen - sie liegt in der Idee, in einer Wertsteigerung durch Innovation und Kreativität. Und sie liegt in den Werten unserer Kultur und Tradition.

Bergmann untersuchte 3 Jahre lang für die Friedrich-Ebert-Stiftung Kreativwirtschaftspotenziale in Weimar und Chemnitz und kam jetzt zu folgendem Ergebnis: Das Land der Ingenieure ist auch das Land der Musiker, Dichter und Denker. Hierzulande gäbe es eine Menge Know-how, Ideen und Innovationen, doch die müssen auch abseits von Eliteuniversitäten auf einen Nährboden fallen, auf dem sie wachsen und gedeihen können. Kreativ-Inhalte sollten einen gleichwertigen Stellenwert mit technischen Innovationen der Hochtechnologie haben, denn hier besteht eine gegenseitige Abhängigkeit - sogar unabhängig von der Stadtgröße. Doch mit diesem Verständnis sieht es hierzulande vor allem abseits der großen Ballungsräume nicht besonders gut aus, konstatiert der in Chemnitz lehrende Stadtforscher. Und das, so Bergmann weiter, obwohl die Zeit der großen Massenproduktionen vorbeigeht, sich die Industriegesellschaft gerade hin zu einer kreativen Ökonomie, einer Wissensgesellschaft wandelt.

Der Weimar Nachwuchswissenschaftler plädierte deshalb für die Fortentwicklung und die Verknüpfung der Kreativwirtschaft mit den vorhandenen Strukturen der etablierten Kultur. Worum es gehe, sei eine Verzahnung einzelner Orte der Kreativität hin zu umfassenden Keimzellen kreativer Arbeit und kreativer Ökonomie. Also: weg von der alten Trennung, hin zu einer Symbiose. Denn nur eine Verzahnung lebensfähiger - also aus sich selbst heraus am Markt wirtschaftlich lebensfähiger - kreativwirtschaftlicher Start-ups und etablierter Kunst- und Kulturbetriebe könne selbst kleinere Kommunen auch in ökonomischer Hinsicht nach vorne bringen. Eine Handlungsempfehlung lautet daher: die Kreativen auch in der Fläche besser vernetzen und ihnen ein Umfeld bieten, damit sie sich zu einem wichtigen wachstumsorientierten Leitmarkt der europäischen Zukunft mausern können.

Bergmanns europaweite Recherchen zeigen, dass Wachstum und Jobs dort entstehen, wo sich kreative Menschen zusammenschließen. Und diese Menschen siedeln sich dort an, wo vier Faktoren zusammenspielen: Technologie, Talent, Toleranz und vor allem Kultur. In jeder dafür gerüsteten Kleinstadt - von Ahaus über Wolfenbüttel, Weimar bis nach Zittau - sollten Keimzellen für künstlerische Entfaltung und Kreativwirtschaft gefördert werden. Als Messlatte für den Erfolg gelten: Urbanität, Vernetzung und Kommunikation, Kapitalmarktzugang, verbesserte Kundenstruktur, Bildung sowie Tourismus.

Weitere Informationen unter:
http://www.fes-thueringen.de/images/Arbeitspapiere/17_11_Kreativitaet_%20Weimar_...


Kontakt:
Dipl.-Pol. Alexander Bergmann
Bauhaus-Universität Weimar
Institut für Europäische Urbanistik
Albrecht-Dürer-Str. 2
D-99425 Weimar
Tel.: 030-23616090
Email: alexander.bergmann@archit.uni-weimar.de
Weitere Informationen: http://www.fes-thueringen.de/images/Arbeitspapiere/17_11_Kreativitaet_%20Weimar_... http://alexander.bergmann@archit.uni-weimar.de
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