Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenSonntag, 8. Dezember 2019 

Extremereignisse besser vorhersagen können

26.03.2009 - (idw) VolkswagenStiftung

VolkswagenStiftung startet neue Ausschreibung zum Thema "Extremereignisse: Modellierung, Analyse und Vorhersage" Fällt das Schlagwort Extremereignisse, haben wir alle bestimmte Bilder vor Augen: von Erdbeben, Tsunamis, Überschwemmungen, tropischen Wirbelstürmen, Starkregen, Lawinen, Materialbruch bei Hochleistungsfahrzeugen - oder wir denken an das plötzliche Umkippen von Ökosystemen, den Zusammenbruch von Finanzmärkten, an tief greifende soziale Verwerfungen in Folge des Klimawandels. Diese Liste, das deutet die thematische Breite der Aufzählung schon an, lässt sich beliebig fortsetzen. Häufig ist der Mensch von solchen Ereignissen unmittelbar betroffen, da sie mit Schäden an der Infrastruktur bis hin zur Zerstörung von Lebensgrundlagen einhergehen können.

Vielfach fehlt es derzeit an geeigneten Modellen, um solche Extremereignisse besser zu verstehen und vorhersagen zu können. Eine entsprechend modellbasierte genaue Prognose kann aber dazu beitragen, den gesellschaftlichen Umgang mit entsprechenden Szenarien zu erleichtern - beispielsweise eine Vorwarnung ermöglichen, um adäquate Schutzmaßnahmen einzuleiten. Vor diesem Hintergrund startet die VolkswagenStiftung jetzt die Ausschreibung "Extremereignisse: Modellierung, Analyse und Vorhersage"; sie zielt auf die Modellierung und Computersimulation von Extrema in komplexen Systemen. Untersuchungsgegenstand können dabei beliebige Extremereignisse in natürlichen, technischen oder sozioökonomischen Systemen sein. Die eingangs genannten Beispiele sind daher nicht mehr als eben das - Beispiele, die keinesfalls als inhaltliche Festlegung oder als Vorgabe einer thematischen Richtung zu verstehen sind.

Wie unterscheidet man langfristige Trends von Extremereignissen? Gibt es unter Umständen eine Erholungszeit und Rückkehr in den ursprünglichen Zustand? Unter welchen Bedingungen kippt ein System unumkehrbar? Können sich Systeme an Extremereignisse anpassen? Dies sind nur einige Fragen, mit denen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Zuge der neuen Ausschreibung bezogen auf ihr jeweiliges Thema auseinander setzen können.

Grundsätzlich verfolgt die VolkswagenStiftung mit der Ausschreibung das Ziel, die Zusammenarbeit von vornehmlich theoretisch und von simulationstechnisch ausgerichteten Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen anzustoßen. Gefördert werden - zunächst für einen Zeitraum von drei Jahren - sowohl kleine Forschergruppen als auch Gemeinschaftsvorhaben, in denen entweder unterschiedlich ausgerichtete Methodiker zusammenarbeiten oder Methodenwissenschaftler mit anwendungsbezogen arbeitenden Forschern kooperieren. Die Methodenentwicklung in enger Verzahnung mit einem konkreten Problem in den Blick zu nehmen, ist eines der grundlegenden Ziele der Ausschreibung.

Die VolkswagenStiftung fördert insbesondere auch Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler mit dieser neuen Initiative: So können (Mit-) Antragsteller aus dem wissenschaftlichen Nachwuchs im Zuge eines geplanten Vorhabens zugleich ihre eigene Stelle beantragen. Des Weiteren unterstützt die Stiftung Sommerschulen - zum Beispiel Methodenworkshops -, die jüngeren Projektmitarbeitern und -mitarbeiterinnen zu Gute kommen.

Zudem sollen die Ergebnisse, wo immer es Sinn macht, den Weg aus der reinen Fachöffentlichkeit hinaus finden: hängt doch etwa der Schutz und die Risikovorsorge für Menschen wesentlich von Entscheidungsträgern außerhalb der Forschung ab. Je nach konkretem Projekt kann es daher über die wissenschaftliche Community hinaus für die Forschungsergebnisse Adressaten geben, die sich für praktische Umsetzungsvorschläge interessieren. Die Stiftung fordert daher ausdrücklich zu entsprechenden Diskussionen mit Interessenvertretern außerhalb der Wissenschaft auf. Hierfür bieten sich zum Beispiel Werkstattgespräche oder vergleichbare Veranstaltungsformate an.

Die Antragsprüfung für Forschergruppen und Gemeinschaftsvorhaben ist zweistufig. Zunächst ist eine Projektskizze einzureichen, nach deren positiver Begutachtung durch eine international und interdisziplinär zusammengesetzte Gutachtergruppe die Stiftung zu einer Antragstellung auffordert. Im Zuge des sich anschließenden erneuten Begutachtungsprozesses stellen die Teams ihr Projekt dann auch direkt vor. Stichtag für die Projektskizzen ist der 1. Dezember 2009. Die ersten Anträge werden dann voraussichtlich im Jahr 2010 bewilligt. Weitere Details zur Antragstellung sind dem entsprechenden Merkblatt zu entnehmen, das zu finden ist unter http://www.volkswagenstiftung.de/merkblaetter/MB_82d_d.pdf.

Kontakte
VolkswagenStiftung

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Dr. Christian Jung
Telefon: 0511 8381 - 380

E-Mail: jung@volkswagenstiftung.de

Förderinitiative
Dr. Ulrike Bischler
Telefon: 0511 8381 - 350
E-Mail: bischler@volkswagenstiftung.de

Der Text der Presseinformation steht im Internet zur Verfügung unter http://www.volkswagenstiftung.de/service/presse.html?datum=20090326.
Weitere Informationen: http://www.volkswagenstiftung.de/merkblaetter/MB_82d_d.pdf - Ausschreibung
uniprotokolle > Nachrichten > Extremereignisse besser vorhersagen können
ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenDruckansicht

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/174014/">Extremereignisse besser vorhersagen können </a>