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Qualität in Hochschulen braucht bessere Kooperation zwischen Leitung, Wissenschaft und Verwaltung

04.05.2009 - (idw) CHE Centrum für Hochschulentwicklung

Wenn Qualitätsmanagement-Systeme in Hochschulen tatsächlich funktionieren sollen, müssen Hochschulleitungen, Wissenschaft und Verwaltung ihre Kommunikation, Zusammenarbeit sowie das gegenseitige Verständnis für die unterschiedlichen Arbeitsweisen verbessern. Zu diesem Schluss kamen die 140 Teilnehmer/innen einer Tagung, welche das CHE gemeinnütziges Centrum für Hochschulentwicklung in Kassel durchführte. Diskutiert wurden partizipative QM-Verfahren sowie Praxiserfahrungen mit der Qualitätsentwicklung in Lehre und Forschung aus Sicht von Rektor/innen, Dienstleistern und Professor/innen. Mehr Qual als Qualität: Oft wird QM in Hochschulen als eine zusätzliche bürokratische Last empfunden. Für deren Bewältigung werden zwar diverse Instrumente und Techniken eingesetzt, das alleine reicht jedoch nicht. Zentral ist vielmehr, die Menschen zu erreichen, welche in den Hochschulen forschen, lehren und lernen. "Qualität ist eine Gemeinschaftsleistung. Diese Aufgabe an einzelne Personen in Stabsstellen oder Verwaltungseinheiten zu delegieren, reicht nicht. Entweder man nimmt QM-Systeme als Führungsansatz, der die gesamte Hochschule umfasst, ernst oder lässt es lieber bleiben", stellte CHE-Expertin Sigrun Nickel fest. In dieselbe Richtung argumentierte auch Sandra Mittag, Leiterin der Referats Qualitätsmanagement an der TU Darmstadt: "Wesentliche Voraussetzung ist eine hochschulinterne Qualitätskultur". Wie hochschulinterne Akteure bei der Qualitätsentwicklung zusammenarbeiten können, zeigte sie anhand der Universität Zürich.

Die Realität in deutschen Hochschulen ist von dem Schweizer Beispiel allerdings noch weit entfernt. Insbesondere die Kooperationen zwischen Wissenschaft und Verwaltung sowie zwischen Hochschulleitung und Verwaltung sind noch stark verbesserungsbedürftig, soll eine gute Forschungs- und Lehrqualität entstehen und nachhaltige Wirkung entfalten. So jedenfalls das Fazit der Tagungsteilnehmer/innen, welche sich in Arbeitsgruppen über ihren Arbeitsalltag austauschten.

In der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Verwaltung fehlt vor allem eine klare Arbeitsteilung zwischen Managementaufgaben und Lehr- und Forschungstätigkeiten. "Forscher/innen brauchen guten Service, damit sie sich auf ihre eigentlichen Tätigkeiten konzentrieren können. Im Gegenzug müssen Wissenschaftler/innen aber auch in der Lage sein, die Kompetenzen der Verwaltung zu respektieren und ihnen bestimmte Aufgaben zu überlassen ", betonte beispielsweise Eva Barlösius, Professorin für Soziologie an der Universität Hannover. Eine Hochschule, die das Motto "Sie forschen, wir machen den Rest" bereits umsetzt, ist die Universität Duisburg-Essen. Oliver-Locker-Grütjen, stellt das dortige Science-Support-Centre vor.

Stark verbesserungsbedürftig ist auch die Kooperation zwischen Hochschulleitung und Verwaltung. Hier fehlt es vor allem an klaren Vorgaben und Zielen. Viele Referent/innen für Qualitätsmanagement wissen nicht so recht, wohin ihre Hochschul- oder Fakultätsleitung will. Das ist an der Fachhochschule Münster anders. Deren Präsidentin, Ute von Lojewski, präsentierte ihren Ansatz für ein strategisches QM. Eine solch konsequente Rahmensetzung ist nach Meinung der Tagungsteilnehmer/innen an den meisten deutschen Hochschulen jedoch noch Mangelware.

Die Tagungsbeiträge können auf den Seiten des CHE eingesehen und herunterladen werden.

Weitere Auskünfte: Dr. Sigrun Nickel, Email: sigrun.nickel@che-concept.de, Tel. 05241/976123
Weitere Informationen: http://www.che-concept.de/cms/?getObject=250&getLang=de&strAction=progra... Dokumentation der Tagungsbeiträge
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