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Unsichtbaren Klebstoff sehen

04.05.2009 - (idw) Fraunhofer-Gesellschaft

Bei der Herstellung von Spanplatten kommt es auf die richtige Verteilung des Klebstoffs auf den Holzspänen an. Forscher entwickeln jetzt ein Messverfahren, mit dem man den Klebstoffauftrag während der laufenden Produktion kontrollieren kann. Sie dienen als Fußboden im Dachgeschoss, als praktische Wandkonstruktionen oder als Verpackungsmaterial - Spanplatten. Designer wie Innenarchitekten schätzen den natürlichen Look. Hergestellt werden die Platten zunehmend auch aus Holzresten. Verwendet man Späne mit definierter Größe, spricht man von OSB-Platten, kurz für "oriented strand board". Mit Klebstoff vermischt und in mehreren Lagen zu einem Vlies gestreut, wandern die Späne auf einem Endlosband in eine Presse. Unter großem Druck und bei hohen Temperaturen entstehen die Platten.

Hersteller von OSB-Platten müssen immer auf die richtige Mischung achten: Verwenden sie zu wenig Klebstoff oder verteilt er sich nicht optimal auf den Spänen, werden die Platten nicht fest genug. Doch der Spezialklebstoff ist teuer und macht etwa ein Drittel der Herstellungskosten aus. Wer zu viel Klebstoff einsetzt, verbrennt quasi Geld. Forscher am Fraunhofer-Institut für Holzforschung WKI helfen gemeinsam mit Kollegen des Reutlingen Research Instituts RRI den Herstellern bei der optimalen Verteilung. "Wir messen mit Hilfe einer Spezialoptik, wie gut der Klebstoff verteilt ist", sagt Burkhard Plinke, Projektleiter am WKI. Bisher verwenden die Hersteller dafür teure Farbstoffe: Diese mischen sie dem Klebstoff bei und kontrollieren so, wie er sich in der Platte verteilt. Auf diese Weise sind jedoch nur Stichproben möglich. Mit der neuen Methode könnten die Messungen künftig kontinuierlich während der laufenden Produktion erfolgen. Ein Zeilenspektrograph, also eine Kamera mit eingebauter Spezialoptik, scannt die Oberfläche des Spänevlieses ab, bevor es in die Presse kommt. Dabei nimmt die Kamera das Bild eines schmalen Ausschnitts über die gesamte Breite des Formstrangs auf. Die Optik erfasst das Licht aus dem nahen Infrarotbereich: Bei diesen Wellenlängen lassen sich die Klebstoffe vom Holz unterscheiden. "Ein Rechner speichert die Daten und wertet sie quasi online aus, bevor das Spänevlies in die Presse transportiert wird. Die Daten geben Auskunft darüber, an welchen Punkten die Späne beleimt sind und an welchen nicht", sagt Plinke.

Mit dem neuen Messverfahren könnten Hersteller von OSB-Platten die Verteilung des Klebstoffes künftig online überwachen und Unregelmäßigkeiten schnell erkennen. So sparen sie Kosten und können ihre Produktionsverfahren weiter optimieren. Auf der Messe Ligna vom 18. bis 22. Mai in Hannover stellen die Forscher das Messverfahren vor (Halle 27, Stand J35).
Weitere Informationen: http://www.fraunhofer.de/presse/presseinformationen/2009/05/Mediendienst52009The... Ansprechpartner
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