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Einsatz der Studiengebühren an der Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft zur weiteren Verbesserung der Studienb

30.07.2009 - (idw) Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft

ProStudium: umfangreicher Wettbewerb für alle Hochschulmitglieder

Alle Maßnahmen mit der Vertretung der Studierenden abgestimmt Zum Sommersemester 2007 wurden landesweit Studiengebühren in Höhe von 500 Euro pro Semester eingeführt. 2008 beliefen sich die Einnahmen aus diesen für die Hochschule auf 4,56 Mio. Euro. "Das bedeutete quasi eine Verdoppelung der flexiblen Haushaltsmittel, die uns bisher für die Aufgaben in Lehre, Forschung und Verwaltung zur Verfügung standen", so Daniela Schweitzer, Kanzlerin der Hochschule Karlsruhe.

Durch die Änderung der Geschwisterregelung müssen zur Befreiung von der Studiengebühr ab 1. März 2009 nur noch zwei Geschwister angeführt werden, die nicht von den Studiengebühren befreit sind - gleichgültig ob diese studieren oder nicht. Durch diese Neuregelung sanken 2009 die Einnahmen aus Studiengebühren für die Hochschule auf rund 3,5 Mio. Euro - also um mehr als 1 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr.

"Bei der Verwendung der Studiengebühren arbeiten wir intensiv mit unseren Studierenden zusammen", betont Rektor Prof. Dr. Karl-Heinz Meisel, "alle Maßnahmen werden mit dem AStA als zentrale Studierendenvertretung bzw. den Fachschaften an den Fakultäten besprochen." Zur übersichtlicheren Kontrolle werden alle Maßnahmen, die aus Studiengebühren finanziert werden, gesondert auf eine eigene Kostenstelle gebucht. Alle Hochschulmitglieder - auch die Studierenden - werden regelmäßig über den aktuellen Stand informiert und der AStA kann jederzeit diese Buchungsvorgänge einsehen.

Folgende Maßnahmen konnten an der Hochschule durch den Einsatz von Studiengebühren umgesetzt werden:

1. Einrichtung eines neuen Bibliothekstandorts in Kooperation mit der Universitätsbibliothek
Mitte März diesen Jahres konnte die neue Fachbibliothek der Hochschule Karlsruhe feierlich eröffnet werden. Über eine Kooperation mit der Universitätsbibliothek Karlsruhe übernahm diese vollständig die Verwaltung der Informationsmedien und des Bibliothekspersonals der neuen Fachbibliothek an der Hochschule Karlsruhe. Im Zentrum des Hochschulcampus entstand so die neue Fachbibliothek Hochschule Karlsruhe (FBH). Mit dieser kann den Studierenden und Angehörigen der Hochschule ein genauso attraktives und hochwertiges Informationsangebot zur Verfügung gestellt werden wie den Nutzern der Universitätsbibliothek. Nach dem vollständigen Ausbau des Gebäudes werden die Bibliothekskunden dann 400 vernetzte Arbeitsplätze und rund 60 000 Bücher in einer Freihandbibliothek vorfinden. In der neuen Bibliothek wird auch ein sehr kundenfreundlicher Service realisiert, beispielsweise durch eine vollautomatische Ausleihe und Rückgabe der Bücher an Selbstbedienungsterminals, umfassenden Zugang zu digitalen Zeitschriften und Fachdatenbanken sowie modernen Internetarbeitsplätzen mit Scannern, Druckern und USB-Speichermöglichkeiten. Zudem steht den Nutzern der neuen Fachbibliothek über einen eigenen Lieferdienst der Buchbestand der Universitätsbibliothek zur Verfügung. Die neue Fachbibliothek steht ihren Nutzern auch mit ausgedehnten Öffnungszeiten zur Verfügung: an Werktagen von 6.00 - 24.00 Uhr und an Samstagen von 8.00 - 18.00 Uhr, vor und während der Prüfungszeiten an Samstagen, Sonn- und Feiertagen ebenfalls von 6.00 - 24.00 Uhr. Aufbau und Unterhalt der neuen Bibliothek wurden bis heute mit rund 1 Mio. Euro aus Studiengebühren mitfinanziert.

2. Einstellung zusätzlicher Assistenten zur Unterstützung in der Lehre
Zur Unterstützung in der Lehre insbesondere beim Einsatz in der Laborbetreuung wurden an der Hochschule 21 zusätzliche Assistentenstellen eingerichtet und besetzt, die den Fakultäten zugeordnet wurden. Dafür wurden aus Studiengebühren rund 760 000 Euro eingesetzt.

3. Erweiterung des Angebots an Sprachkursen und innerhalb des Studium generale
Mit knapp 130 000 Euro wurde das Angebot an Kursen in Fremdsprachen und auch im Studium generale durch zusätzliche Kurse in Rhetorik und Präsentationstechnik erweitert. Ziel war insbesondere, allen interessierten Studierenden einen Platz in den gewünschten Kursen zu sichern und die Gruppengröße innerhalb der einzelnen Kurse zu verringern.

4. Tutorien und Mittel für wissenschaftliche Hilfskräfte
Zur Verbesserung der Betreuungssituation werden zusätzliche Mittel für wissenschaftliche Hilfskräfte und für die Einrichtung von Tutorien zur Verfügung gestellt. Durch die Tutorienbetreuung in Kleingruppen (4 - 5 Studierende) soll insbesondere die Prüfungsvorbereitung verbessert werden.

5. Erweiterung der Öffnungszeiten der Hochschulgebäude
Durch den Einsatz von Studiengebühren war es möglich, die Öffnungszeiten der Hochschulgebäude mit ihren Lehr- und Poolräumen insbesondere in den Abendstunden zu erweitern, damit sie in größerem Umfang für Lerngruppen, Tutorien und zum Eigenstudium verfügbar sind. An Wochentagen sind die Räume nun von 7.30 bis 22.00 Uhr zugänglich und an Samstagen von 7.30 bis 18.00 Uhr. Ohne Einsatz von Studiengebühren war dies wochentags nur bis 18.30 Uhr und samstags nicht möglich. 2008 wurden für diese Maßnahme aus Studiengebühren 75 000 Euro zur Verfügung gestellt, aus denen vor allem der zusätzliche Personalbedarf gedeckt wurde.

6. Mittel für die Fakultäten
Ein Teil der Studiengebühren wird den Fakultäten zugewiesen, die diese eigenverantwortlich für die Verbesserung der Studienbedingungen vor Ort einsetzen können. Über die geplanten Maßnahmen werden AStA und Hochschulleitung informiert. Vertreter der jeweiligen Fachschaft geben zeitnah ihr Votum für die geplanten Projekte ab. 2008 stand den Fakultäten 1 Mio. Euro aus Studiengebühren zur Verfügung.

7. Wettbewerb "ProStudium"
Eine Besonderheit ist der Wettbewerb "ProStudium", an dem sich alle Hochschuleinrichtungen und -mitglieder mit Anträgen für Projekte zur weiteren Verbesserung der Studienbedingungen beteiligen können. Gefördert werden dabei nur Vorhaben, die sowohl vom Rektorat wie auch von der studentischen Vertretung (AStA) als qualitativ sehr hochwertig eingeschätzt und entsprechend befürwortet werden. Für den Wettbewerb konnten im vergangenen Jahr 2,9 Mio. Euro und in diesem 2,45 Mio. Euro zur Verfügung gestellt werden. 2009 wurden 77 Anträge im Volumen von 7,7 Mio. Euro gestellt, von denen 41 (teilweise in reduzierter Form) genehmigt werden konnten.

Besondere Vorhaben sind dabei:

Messmittel für das Institut für Fertigungstechnik und Produktion (Fk. MMT)
Fördersumme: 300 000 Euro
Die Fakultät für Maschinenbau und Mechatronik verfügt über das Institut für die Ausbildung in Fertigungstechnik und Produktion über einen der modernsten Maschinenparks an einer Hochschule. Dies wird durch die enge Kooperation mit Industrieunternehmen möglich, die der Hochschule diese Maschinen leihweise zur Verfügung stellen. Um Prozesse und Produkte dieser Maschinen wissenschaftlich untersuchen zu können, sind verschiedene, teils hochsensible Messgeräte erforderlich. Die bis dato an der Hochschule vorhandenen Messeinrichtungen halten mit der hohen Bearbeitungsgenauigkeit dieser Maschinen nicht Schritt. Durch die Beschaffung neuer Messgeräte können die Studierenden nicht nur mit den neuesten Technologien in der Bearbeitung vertraut gemacht werden, sondern sie können auch die wissenschaftlich-analytischen Werkzeuge zur Qualitätsprüfung nutzen. Dies bildet auch die Grundlage für mögliche technische Weiterentwicklungen.

Lernzentrum Mathematik (Fk. EIT)
Fördersumme: 60 000 Euro
Viele Studierende in technisch-ingenieurwissenschaftlichen Fächern tun sich im Studium mit der notwendigen Mathematik schwer - mitunter ist sie sogar Grund für einen Studienabbruch. Um interessierten Studierenden den Zugang zu erleichtern und den Studienerfolg zu fördern, wurde an der Fakultät für Elektro- und Informationstechnik über ProStudium zum Wintersemester 2008/09 ein Lernzentrum Mathematik eingerichtet. Dort finden Studierende Hilfe bei ihren eigenen mathematischen Herausforderungen, seien es Verständnisfragen zur Vorlesung, Lücken in den Grundkenntnissen oder bei mathematischen Beweisen für die Master-Thesis. Das Lernzentrum ist bei den Studierenden sehr beliebt. Das Konzept überzeugt - das zeigt auch der Antrag für ein entsprechendes Lernzentrum an der Fakultät für Maschinenbau und Mechatronik in der Förderrunde 2009.

Energiegruppe (fakultätsübergreifend)
Fördersumme: 270 000 Euro
Die Energiegruppe setzt sich aus Mitgliedern der Fakultäten für Architektur und Bauwesen, für Elektro- und Informationstechnik, für Maschinenbau und Mechatronik und für Wirtschaftswissenschaften zusammen. Sie geht der Frage nach, wie die in Jahrzehnten preisgünstiger Energieträger gewachsene Infrastruktur verändert werden kann, um den heutigen und künftigen ökologischen und wirtschaftlichen Anforderungen zu entsprechen. Am "Mikro-Kosmos" Hochschule sollen die Ansatzpunkte mit der größten Hebelwirkung identifiziert werden. Die Vorgehensweise ist interdisziplinär, um der Komplexität des Gegenstands gerecht zu werden - so werden beispielsweise Gebäude sowie klima- und kühltechnische Anlagen energetisch bewertet und Simulationsmodelle zum "Energiesystem Hochschule" entwickelt, in die die erhobenen Daten einfließen. In diese Arbeiten sind Studierende eingebunden, die in Projekt- und Abschlussarbeiten beispielsweise messtechnische Einrichtungen weiterentwickeln oder die anfallenden Daten analysieren und in Modellrechnungen einfließen lassen.

"Die Entscheidung über die Projekte erfolgt nicht nach dem 'Gießkannenprinzip' und es gibt auch keine proportionale Verteilung der Mittel auf die Fakultäten", so Kanzlerin Daniela Schweitzer, "entscheidend ist die Qualität des Projekts im Sinne der Zielsetzung: die Studienbedingungen weiter zu verbessern. Jedes Hochschulmitglied kann sich am Wettbewerb beteiligen und genehmigt werden nur Projekte, wenn Rektorat und AStA sich einig sind."

"Die Studiengebühren werden von uns zu 100 % dazu eingesetzt, die Qualität unserer Hochschulausbildung noch weiter zu steigern", betont Prof. Dr. Karl-Heinz Meisel, "sie sind daher für uns ein sehr wichtiges Instrument geworden, die Qualität von Infrastruktur sowie Betreuung der Studierenden an unserer Hochschule zu erhöhen, so dass die Studiengebühren ausschließlich den Studierenden und ihrem Studienerfolg zugute kommen."


Weitere Informationen zur Verwendung der Studiengebühren an der Hochschule sind über deren Startseite im Web (www.hs-karlsruhe.de) unter " Studium > Verwendung von Studiengebühren" abrufbar.
Weitere Informationen: http://www.hs-karlsruhe.de/servlet/PB/menu/1086499/index.html
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