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Im Schatten der Gewalt

31.07.2009 - (idw) VolkswagenStiftung

Professor Dr. Klaus Schlichte von der Universität Magdeburg - ehemaliger Nachwuchsgruppenleiter der VolkswagenStiftung - stellt im Deutschen Bundestag sein Buch über "Mikropolitik nicht-staatlicher bewaffneter Gruppen" vor. Spätestens seit den Anschlägen vom 11. September 2001 sind nicht-staatliche Kriegsakteure in den Mittelpunkt des Interesses gerückt - ihnen kommt aus wissenschaftlicher Sicht ebenso Aufmerksamkeit zu wie aus gesellschaftlicher und (außen)politischer Perspektive. Doch wie lassen sich ihr Handeln, ihre Strategien und ihre Organisation begreifen? Und wann sind Guerillas und Warlords erfolgreich darin, politische Macht zu erlangen?

Sie sind es dann, wenn es ihnen gelingt, Legitimität auf drei Ebenen zu erreichen: im Innern ihrer Verbände, in ihrer unmittelbaren sozialen Umgebung - und nicht zuletzt in der internationalen Politik. "Der Weg zur politischen Macht ist jedoch so voraussetzungsreich, dass die meisten bewaffneten Gruppen scheitern." Zu dieser Einschätzung kommt Klaus Schlichte, Professor für Internationale Beziehungen von der Universität Magdeburg, auf der Grundlage seines von der VolkswagenStiftung geförderten Vorhabens. Bis März 2009 leitete er die Nachwuchsforschergruppe zur "Mikropolitik bewaffneter Gruppen" an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Die Ergebnisse sind jetzt als Buch erschienen; Klaus Schlichte wird das Werk "In the Shadow of Violence" am Donnerstag, dem 20. August 2009, um 15 Uhr im Deutschen Bundestag (Jacob-Kaiser-Haus, Großer Saal 2.732) vorstellen. Die Veranstaltung findet auf Deutsch und Englisch statt (keine Übersetzung). Die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich eingeladen.

Die vergleichende Analyse von 80 solcher Gruppen nach dem Zweiten Weltkrieg in 15 Ländern zeigt laut Schlichte, dass Staaten in vielerlei Hinsicht in die Produktion von politischer Gewalt involviert sind - immer stünden nicht-staatliche bewaffnete Gruppen in engen Beziehungen zu staatlichen Institutionen eines Landes. Im Zuge der Buchpräsentation geht es ihm vor allem darum, die Ergebnisse der Forschung im Hinblick auf laufende kriegerische Konflikte und die Politik der Intervention zu diskutieren. Der Autor betont den politischen Charakter bewaffneter Gruppen, für den der Zusammenhang von Gewalt und Legitimität zentral ist. Damit setzt er sich von jenen Arbeiten ab, die ökonomische Interessen oder religiösen Fundamentalismus zur Erklärung heranziehen.

Hinweis: Es erfolgt eine Personenkontrolle vor dem Einlass. Interessenten, die keine Zugangsberechtigung zu den Gebäuden des Deutschen Bundestags haben, müssen sich anmelden bei Ruben Eberlein, Mitarbeiter des Bundestagsabgeordneten Hüseyin Aydin, unter hueseyin.aydin.ma01@bundestag.de.

Kontakt
VolkswagenStiftung
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Dr. Christian Jung
Telefon: 0511 8381 - 380
E-Mail: jung@volkswagenstiftung.de

Der Text der Presseinformation steht im Internet zur Verfügung unter http://www.volkswagenstiftung.de/service/presse.html?datum=20090731

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