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Meilenstein in der Literatur zur Quantenmechanik

24.08.2009 - (idw) Universität Stuttgart

Stuttgarter Wissenschaftler am Compendium of Quantum Physics beteiligt Unter Beteiligung von exakt 100 Autoren, darunter mit Klaus von Klitzing, Alfred Seeger, Jürgen Weis, Daniela Wünsch sowie einem der Herausgeber auch fünf der Universität Stuttgart sowie dem Stuttgarter Max-Planck-Institut für Festkörperforschung verbundene Forscher, erschien vor wenigen Tagen das englischsprachige Nachschlagewerk Compendium of Quantum Physics. Concepts, Experiments, History and Philosophy. Neben Klaus von Klitzing, der 1985 den Nobelpreis für den Quanten-Hall-Effekt erhielt, über den er hier auch schreibt, finden sich noch zwei weitere Nobelpreisträger unter den über den ganzen Globus verteilten Autoren. Dies sind Frank Wilczek (gegenwärtig am Massachusetts Institute of Technology) und Anthony Leggett (University of Illinois und University of Waterloo), die hier unter anderem über quantum field theory oder Bell's theorem und Bose-Einstein-condensation schreiben. Das Lexikon versammelt auf 900 eng gesetzten Seiten über 200 Sachbeiträge. Diese behandeln experimentelle und theoretische, historische und philosophische Aspekte der frühen Quantentheorie (1900 bis Anfang 1925) sowie der Quantenmechanik (ab 1925) und neuere Spezialbereiche quantisierter Materie- und Feldtheorien bis hin zu den neuesten Entwicklungen. Die verschiedensten Interpretationen der Quantenmechanik werden ebenso dargestellt wie ihre zum Teil eigenartigen Effekte (etwa non-locality, wave-function collapse oder zero-point-energy).

Einer der drei Herausgeber des Compendiums ist der Wissenschaftshistoriker Prof. Klaus Hentschel, der an der Universität Stuttgart die Abteilung für Geschichte der Naturwissenschaften und Technik leitet. Er kümmerte sich im Herausgeberteam, dem außerdem der renommierte Quantenphysiker Daniel Greenberger (City College of New York) und der bekannte Natur- und Wissenschafts-Philosoph Friedel Weinert (Bradford University, UK) angehören, vor allem um Autoren für die historisch orientierten Beiträge und prüfte alle Texte auf historische Richtigkeit und Ausgewogenheit. Ferner hat Hentschel selbst von atomic models bis Zeeman effect selbst ein gutes Dutzend eigener Artikel beigetragen, so etwa über Photonen oder über die kurze, aber heftige Krisenzeit der alten Quantentheorie von 1922 bis Anfang 1925 kurz vor dem Durchbruch zur Quantenmechanik. "Ich bin erleichtert, dass dieses nervenaufreibende Mammutprojekt endlich erfolgreich abgeschlossen ist", betont Klaus Hentschel. Immerhin haben er und seine Mitherausgeber über vier Jahre daran gearbeitet. Der Stuttgarter Wissenschaftshistoriker hofft nun eine breite und positive Resonanz auf das Nachschlagewerk, das für Physiker ebenso nützlich sein sollte wie für interessierte Chemiker, Materialwissenschaftler, Mathematiker, Informatiker, Ingenieure und in Teilen sogar für interessierte Laien. Für Studierende wird bald eine erschwingliche Paperback-Version des im Original für 160,45 Euro erhältlichen Nachschlagewerks erscheinen.

Weitere Informationen und Rezensionsexemplare unter
http://www.springer.com/physics/quantum+physics/book/978-3-540-70622-9

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