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Evolutionsforschung an Gliederfüßern

02.09.2009 - (idw) Max-Planck-Institut für chemische Ökologie

Volkswagenstiftung fördert Gastaufenthalt des renommierten Evolutions- und Neurobiologen Nicholas J. Strausfeld aus Arizona, USA, am Max-Planck-Institut für chemische Ökologie in Jena

Festsymposium zum Thema "Evolution des Nervensystems von Gliederfüßern" Eine festliche Zusammenkunft im Phyletischen Museum Jena am Sonntagabend, 6. September 2009, bildet den Auftakt zum Symposium "Evolution of the Arthropod Nervous System", das bis zum 8. September im Max-Planck-Institut für chemische Ökologie stattfinden wird. Abschließend, am Dienstag, den 8. September, wird Prof. Dr. Bill S. Hansson, Direktor am Institut, eine öffentliche Vorlesung im großen Hörsaal des Abbe-Zentrums Beutenberg zum Thema "Evolution des Geruchssinns von Insekten" halten, die für alle interessierten Mitbürgerinnen und Mitbürger offen ist. Die Vorträge sind in englischer Sprache.

Anlass zu diesem außerordentlichen Symposium ist der dreimonatige Gastaufenthalt des bekannten Evolutions- und Neurobiologen Nicholas J. Strausfeld aus USA. Sein Forschungsfreisemester in Jena wird von der Volkswagenstiftung gefördert. Der in Tucson an der University of Arizona lehrende Wissenschaftler beschäftigt sich seit fast 40 Jahren mit der Entwicklung des Gehirns und des Nervensystems von Tieren. Dabei untersucht er sowohl die Physiologie der Reizweiterleitung als auch die Anatomie der winzigen Nervenbahnen. Diese Forschung erlaubt Rückschlüsse auf die Evolution und Funktion des Gehirns besonders von Wirbeltieren und des Menschen.

Nick Strausfeld ist Deutschland nicht unbekannt; er hat das Land 1969 als Alexander von Humboldt Stipendiat erstmals kennen gelernt. Zwischen 1970 und 1985 arbeitete er am Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik in Tübingen, leitete danach eine Forschergruppe am European Molecular Biology Laboratory (EMBL) in Heidelberg und war Dozent an der Goethe-Universität Frankfurt/Main. Seit 1986 lebt und arbeitet der in England geborene Wissenschaftler in Tucson, Arizona. 2001 erhielt er den Humboldt-Forschungspreis. Seit 2002 ist der Engländer Mitglied der "Royal Society of London".

Nick Strausfeld's Wahl für einen Gastaufenthalt fiel auf Jena wegen der dort vorhandenen Expertise in den Neurowissenschaften. Von besonderem Interesse bei den aktuell laufenden Experimenten sind Untersuchungen zum Evolutionsgeschehen des Geruchsapparates von an Land lebenden Krebsen (Crustacea). Diese Tiere repräsentieren den Übergang der Geruchswahrnehmung aus dem Wasser in die Atmosphäre. Erforscht werden das Aufspüren und die Verarbeitung der Geruchsreize sowie das daraus resultierende Verhalten der Tiere.

Anfragen:
Dr. Jan-W. Kellmann, Tel.: 03641 - 57 1000; jkellmann@ice.mpg.de

Bildmaterial:
Angela Overmeyer M.A., Pressebeauftragte,Tel.: 03641 - 57 2110; overmeyer@ice.mpg.de

Hintergrund:
Das Max-Planck-Institut für chemische Ökologie
Wechselwirkungen, nützliche wie schädliche, werden durch chemische Signale zwischen Lebewesen vermittelt. Das Institut erforscht die Struktur und Funktion der Moleküle, die das Wechselspiel zwischen Pflanzen, Insekten und Mikroben steuern. Erzielt werden Erkenntnisse über Wachstum, Entwicklung, Verhalten und Ko-Evolution pflanzlicher und tierischer Arten. Ergebnisse werden für Naturstoffanalysen, moderne Umweltforschung und zeitgemäße Agrikulturverfahren genutzt. Die internationalen Forscherteams verfügen über Forschungsgewächshäuser, Klimakammern, Insektenzuchtanlagen, Geruchsdetektions-Systeme, Windtunnel, neurophysiologische Analyseverfahren und Freilandstationen.

[JWK]
Weitere Informationen: http://web.ice.mpg.de/main/news/events/StrausfeldSymp2009Public.pdf - Programm des Symposiums sowie weitere Informationen
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