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Chemie für die Life Sciences - Konferenz in Frankfurt erfolgreich beendet

07.09.2009 - (idw) Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Große Namen aus der Biochemie gaben sich ein Stelldichein auf der 3rd European Conference on Chemistry for Life Sciences vom 2. bis 5. September in Frankfurt, die mit einer Key Note Lecture von Professor Dr. Herbert Waldmann, Max-Planck-Institut für physiologische Chemie, Dortmund, zum Thema "Biologie-orientierte Synthese" eingeleitet wurde. Der Vorsitzende der Tagung, zugleich Vorstand der Fachgruppe Biochemie der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh), die diese Tagung organisiert hatte, zeigte sich zufrieden: "Mit Themen aus der Synthetischen Biologie und der Weißen Biotechnologie wurden auch neueste Strömungen angesprochen, die man auf den vorangegangenen Tagungen dieser Reihe noch vermisste", sagte Professor Dr. Arne Skerra von der Technischen Universität München. "Unsere Top-Themen hier in Frankfurt werden sicherlich prägenden Charakter für zukünftige Tagungen haben." Die nächste Konferenz aus dieser Reihe wird 2011 in Budapest stattfinden.

Große Aufmerksamkeit erfahren derzeit auch die Arbeiten der Biochemiker zum Themenkomplex Energie. So trug in Frankfurt Professor Dr. Wolfgang Lubitz vom Max-Planck-Institut für Bioanorganische Chemie in Mülheim an der Ruhr über die lichtinduzierte Wasserspaltung und Wasserstoffproduktion in der Natur vor, wobei er über die Struktur und Funktion der Enzyme Wasseroxidase und Hydrogenase sprach. Wenn es gelingt, Wasserstoff mittels Sonnenlicht aus Wasser herzustellen, kann dieser der Treibstoff der Zukunft zu werden. Lubitz' Vision ist eine Wasserstoffwirtschaft, die auf genetisch modifizierten Organismen, immobilisierten Enzymen oder biomimetischen synthetischen Katalysatoren basiert. Um sich dieser Vision zu nähern, bedarf es profunder Kenntnis der Struktur und Funktion der entsprechenden Enzyme in der Natur. Strukturuntersuchungen wurden am vierkernigen Mangan-Cluster, der im Photosystem II die lichtinduzierte Wasserspaltung bewirkt, durchgeführt. Diese spektroskopischen Untersuchungen sowie weitere experimentelle und theoretische Betrachtungen dienen auch der Aufklärung der katalytischen Mechanismen in der Natur.

Neben diesem wichtigen Themenkomplex der molekularen Erkennung und Biokatalyse sowie der erwähnen Synthetischen Biologie und der industriellen ("Weißen") Biotechnologie standen in Frankfurt die Medizinische Chemie und Neurochemie, die analytische Biochemie und Proteomforschung, die Chemie der Nukleinsäuren, Proteine für Diagnostik und Therapie, die bioanorganische Chemie, die Strukturbiologie und die Glykochemie auf dem Programm.

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit über 28.000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie hat 26 Fachgruppen und Sektionen, darunter die 1981 gegründete Fachgruppe Biochemie mit über 620 Mitgliedern. Die Fachgruppe Biochemie sieht sich als Diskussionsforum, in dem sich die wachsende Bedeutung dieser Disziplin in Grundlagenforschung und in industrieller Praxis widerspiegelt. "Von der chemischen Struktur zur biologischen Funktion" ist ein Leitmotiv für die Fachgruppenmitglieder. In den letzten Jahren hat sich die interdisziplinäre Kooperation der Biochemie mit anderen Disziplinen verstärkt und sind Diskussionen innerhalb sozialer Kontexte in Gang gekommen.
Weitere Informationen: http://www.gdch.de
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