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Moderne Parkinsontherapie

11.09.2009 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Patientenakademie Neurologie am Universitätsklinikum Jena widmet sich am 16. September dem Thema "Parkinson" Jena. Die Parkinson'sche Erkrankung ist eine der häufigsten neurodegenerativen Erkrankungen, die allein in Deutschland etwa 300.000 Patienten betrifft. Die Zahl der tatsächlich Betroffenen wird von den Experten allerdings weit höher geschätzt. Das liegt daran, dass die Parkinson-Erkrankung schleichend beginnt und über Jahre unspezifische Symptome aufweisen kann. Treten dann die typischen Symptome wie eine Verlangsamung und Steifigkeit bei den Bewegungsabläufen, das Zittern der Hände und eine Gangstörung auf, wird häufig das erste Mal der Arzt aufgesucht. "Die motorischen Symptome der Parkinson'schen Erkrankung lassen sich mit den modernen Medikamenten und individuell angepassten Therapien zunächst sehr wirkungsvoll behandeln, zum Teil gibt es sogar Hinweise, dass diese Medikamente das Fortschreiten der immer noch nicht heilbaren Erkrankung verzögern", erklärt Prof. Dr. Christoph Redecker, Neurologe am Universitätsklinikum Jena.

Im weiteren Verlauf der Erkrankung reichen diese therapeutischen Möglichkeiten allerdings oft nicht mehr aus und es treten erhebliche Wirkungsschwankungen auf. Für einen Teil dieser Patienten ist dann die Implantation eines Tiefenhirnstimulators eine Behandlungsmöglichkeit, die seit einigen Jahren in enger Kooperation zwischen den Neurochirurgen und den Neurologen am UKJ durchgeführt wird. "Dabei werden Hirntiefenelektroden millimetergenau in die betroffenen Hirnregionen implantiert, die dann über ein Steuergerät an der Brustwand wie bei einem Herzschrittmacher so programmiert werden können, dass die störenden Schwankungen der Beweglichkeit und ein Teil der motorischen Symptome erfreulich gebessert werden", so der Parkinson-Spezialist Redecker. In einer großen Studie aus Deutschland konnte sogar gezeigt werden, dass die Hirntiefenstimulaton die Lebensqualität von diesen Patienten stärker verbessert als eine entsprechende medikamentöse Therapie. "Eine besondere Herausforderung in der Behandlung stellen aber auch die so genannten nicht-motorischen Symptome des Morbus Parkinson dar, wie zum Beispiel Schlafstörungen und Tagesmüdigkeit, Depression und Angst, Störungen des Magen-Darm-Traktes und urologische Probleme", berichtet Professor Redecker weiter, "Diese Symptome sind einer medikamentösen Therapie längst nicht so gut zugänglich wie die motorischen Beschwerden, aber auch hier gibt es mittlerweile etablierte Behandlungsempfehlungen."

Die Leitlinien der modernen medikamentösen Parkinson-Therapie und die Behandlung der nicht-motorischen Symptome sind ebenso wie die Hirntiefenstimulation beim Morbus Parkinson Thema der am 16. September stattfindenden Patientenakademie der Klink für Neurologie am Universitätsklinikum Jena. Parkinson-Experten des Klinikums werden ab 17:00 Uhr im Hörsaal 6, Hörsaalgebäude am Ernst-Abbe-Platz, in Kurzvorträgen nicht nur den aktuellen Wissensstand vorstellen, sondern auch mit Patienten und Angehörigen ins Gespräch kommen und diskutieren.

16. September 2009
"Morbus Parkinson", Patientenakademie der Klinik für Neurologie am UKJ,
Zeit: 17:00 Uhr
Ort: Hörsaal 6, Universitätscampus, Ernst-Abbe-Platz

Kontakt:
Prof. Dr. med. Christoph Redecker
Oberarzt der Klinik für Neurologie, Universitätsklinikum Jena,
Tel.: 03641 / 9323430
E-Mail: redecker[at]med.uni-jena.de

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