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Pilotprojekt unterstützt die Betreuung Demenz-Kranker

15.09.2009 - (idw) Universität Siegen

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie fördert ein innovatives Pilotprojekt, das dazu beitragen soll, nicht nur die Lebensumstände von Demenz- und Alzheimer-Kranken, sondern auch die der betreuenden Familienmitglieder und Mitarbeiter in Heimen deutlich zu verbessern. Auf der Basis neuester GPS-Technologie entwickeln und betreiben die Projektpartner von der Universität Siegen und dem Kölner Unternehmen itss ein technisches Gesamtsystem, das die jederzeitige Ortung von Demenzkranken erlaubt. Im Rahmen eines Pressegesprächs in Köln (21.09.2009, 15 Uhr, Daten s. unten) möchten die Projektteilnehmer das Vorhaben detaillierter vorstellen. Langsam fortschreitender Untergang von Nervenzellen in bestimmten Gegenden des Gehirns führen bei der Alzheimer-Krankheit zu sinkenden geistigen Fähigkeiten und nachlassender Fähigkeit den Alltag selbstständig zu bewältigen - ein Prozess, der sich gegenwärtig weder verhindern noch aufhalten lässt. Betreuende Pflegekräfte oder Familienangehörige stellt dies mitunter vor besondere Herausforderungen, etwa wenn mit den sinkenden geistigen Fähigkeiten auch der Orientierungssinn verloren geht und ein Demenz-Kranker sich verirrt.
In dieser Situation soll das von der itss GmbH und dem Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und Neue Medien der Universität Siegen, Professor Dr. Volker Wulf, im gemeinsamen Pilotprojekt entwickelte Ortungssystem Unterstützung bieten. Patienten mit Alzheimer-Krankheit tragen dazu ein GPS-fähiges Endgerät bei sich, das entweder ad hoc auf Anforderung oder kontinuierlich seine GPS-Position per Mobilfunk an einen Rechner sendet. Der Rechner wertet diese Daten aus, ermittelt die exakte Position bis auf ca. fünf Meter genau und stellt diese Position in einer hoch auflösenden Luftbildkarte dar, die wesentlich detailgetreuer als herkömmliche Karten ist. Die Information, wo sich ein vermisster Demenzkranker aufhält - also der entsprechende Ausschnitt der Luftbildkarte mit allen erforderlichen Kontextinformationen - wird entweder über Internet an einen stationären PC übertragen oder auch an ein mobiles Endgerät, z.B. an ein iPhone. Dies ist ein wesentlicher Nutzungsaspekt, da nicht davon ausgegangen werden kann, dass ein vermisster Demenzkranker stationär an einem Ort verweilt.
Um dem Thema Datenschutz optimal Rechnung zu tragen, hat das Projekt Experten zum Thema Datenschutz in seinen Projektbeirat berufen, darunter Professor Dr. Dogan Kesdogan vom Siegener Lehrstuhl IT-Sicherheit sowie Jutta Op den Camp, die Datenschutzbeauftragte der Universität Siegen; der Vorstand der Alzheimer Selbsthilfe e.V., Gabriela Zander-Schneider und Wolfgang Schneider, berät das Projekt im Hinblick auf praxisrelevante Fragestellungen zum Schutz der Privatsphäre.
Nutzer-orientierte Technikentwicklungsmethoden des Lehrstuhls für Wirtschaftsinformatik und Neue Medien der Universität Siegen richten sich auf konkrete und individuelle Nutzerbedürfnisse im Alltag. Die neu entwickelte Technik soll einfach anwendbar sein und damit eine tatsächliche Hilfestellung für Patienten mit Demenz- und Alzheimer-Erkrankungen sowie deren Angehörige und Betreuer bieten.


Im Rahmen eines Pressegesprächs in Köln möchten die Projektteilnehmer das Vorhaben detaillierter vorstellen.

Termin: Montag, 21. September 2009, 15.00 Uhr
Ort: itss GmbH, Claudius-Dornier-Straße 1, 50829 Köln

Ihre Gesprächspartner sind:

Dr. Erich Backes, itss GmbH Köln
Prof. Dr. Volker Wulf, Universität Siegen
Claudia Müller M.A., Universität Siegen
Gabriela Zander-Schneider, Alzheimer Selbsthilfe e.V.
Wolfgang Schneider, Alzheimer Selbsthilfe e.V.

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