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TUB: Doping: Recht und Moral

05.10.2009 - (idw) Technische Universität Berlin

Öffentliche Podiumsdiskussionen des Verbundprojekts: "Translating Doping - Doping übersetzen" am 16. Oktober 2009 an der TU Berlin Das Verbundprojekt "Translating Doping - Doping übersetzen" veranstaltet am 16. Oktober 2009 zwei öffentliche Podiumsdiskussionen zum Thema "Doping: Recht und Moral". Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

1. Podium: Grundlegende Fragen zu Recht und Moral

Da die Komplexität und vor allem die Schwierigkeiten des Dopingproblems maßgeblich auf einer Verrechtlichung des Anti-Doping-Diskurses beruhen, wird in der ersten Podiumsdiskussion die umfassende Problematik des Verhältnisses von Recht und Moral in den Blick genommen werden.

Es sollen die für die gesamte Moderne konstitutiven Bestimmungen des Rechts und der Moral in Bezug auf die Dopingthematik erörtert werden. Konkret gibt es in diesem Bereich zahlreiche Probleme, etwa dadurch, dass bestimmte Medikamente verboten sind, andere aber nicht oder noch nicht. Jedenfalls ist nicht immer die Leistungssteigerung oder eine vermutete Schädigung des Athleten ausschlaggebend. Vielmehr ist davon auszugehen, dass es sich bei den Anti-Dopingbestimmungen um positiv gesetztes Recht handelt, das partiell und in konkreten Fällen von der alltäglichen moralischen Intuition abgekoppelt ist.

Zeit: am Freitag, 16. Oktober 2009, 15.00 Uhr
Ort: TU Berlin, Straße des 17. Juni 135, 10623 Berlin, Hauptgebäude, Raum H 3005

2. Podium: Zukünftiger normativer Umgang mit dem Doping: Strafrecht oder Freigabe?

In einem politischen Sinne konkret ist auch die Frage nach einer Aufnahme des Dopingverbots in das Strafrecht. Eine solche stark umstrittene Forderung gibt es nicht nur in Deutschland, sondern auch in einigen Nachbarländern. Hier geht es vor allem darum zu prüfen, welche Konsequenzen eine Aufnahme des Dopingverbots in das Strafrecht hätte und welche Folgen aus einer Dopingfreigabe zu erwarten wären.

Dabei spielt auch eine Rolle, wie der Sport insgesamt politisch gesehen wird, welche Aufgaben und welche Möglichkeiten ihm eingeräumt werden. Unbestritten ist, dass niemand wollen kann, dass Athleten durch die Einnahme von Dopingmitteln krank werden. Fraglich ist aber, inwieweit man den Willensakt einer Person einschränken kann und ob man durch Verbote und Kontrollen tatsächlich den Medikamentenmissbrauch im Sport stoppen kann. Die Verbände favorisieren faktisch die Kontrolle ihrer Athleten, indem sie ihren Sportlern vorschreiben, dass Dopingkontrollen stattzufinden und die Athleten dafür zur Verfügung zu stehen haben.

Zeit: am Freitag, 16. Oktober 2009, 17.30 Uhr
Ort: TU Berlin, Straße des 17. Juni 135, 10623 Berlin, Hauptgebäude,
Raum H 3005

Auf den Podien diskutierten Wissenschaftler und Journalisten aus den Fachgebieten Philosophie, Jura, Medizin, Soziologie, Sportwissenschaft und Politologie.

Beide Podiumsdiskussionen sind öffentlich. Eine Anmeldung ist nicht notwendig. Bitte weisen Sie in Ihrem Medium auf diesen Termin hin.

Das Projekt
"Translating Doping - Doping übersetzen" ist ein BMBF-gefördertes Drittmittelprojekt der Technischen Universität Berlin in Kooperation mit der Humboldt-Universität zu Berlin. Es beabsichtigt, durch die Anwendung spezifisch geisteswissenschaftlicher Übersetzungskompetenzen, insbesondere der Philosophie, Pädagogik, Geschichte und Soziologie, die relevanten geistes- und naturwissenschaftlichen Wissensbestände zum Doping in ein gesellschaftlich relevantes, abfragbares und verwertbares Wissen zu transformieren. Die Paradoxien, die mit der aktuellen Dopingdiskussion verbunden sind, werden durch Übersetzung in geisteswissenschaftliche Zusammenhänge transparent gemacht. Dazu wird ein Internetportal (Datenbank) erstellt.

Die dadurch geleistete Wissenstransformation ist sowohl eine Bereicherung für die theoretische Durchdringung des Dopingproblems als auch für eine handlungsorientierte Forschung. Sie ermöglicht Intervention im Bereich der Aus- und Weiterbildung im medizinischen System und im Bildungssystem. Weitere Zielgruppen sind betroffene Hochleistungssportler und Freizeitsportler, insbesondere Kinder und Jugendliche, sowie die interessierte Öffentlichkeit, darunter speziell die Multiplikatorengruppen in Politik und Medien.
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Weitere Informationen erteilt Ihnen gern: Prof. Dr. Christoph Asmuth, Institut für Philosophie, Wissenschaftstheorie, Wissenschafts- und Technikgeschichte, Tel.: 030/314-29554, E-Mail: christoph.asmuth@tu-berlin.de


Die Medieninformation zum Download:
www.pressestelle.tu-berlin.de/medieninformationen/

"EIN-Blick für Journalisten" - Serviceangebot der TU Berlin für Medien-vertreter: Forschungsgeschichten, Expertendienst, Ideenpool, Fotogalerien unter: www.pressestelle.tu-berlin.de/?id=4608
Weitere Informationen: http://www.pressestelle.tu-berlin.de/?id=4608 http://www.pressestelle.tu-berlin.de/medieninformationen/
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