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Rolf Dobischat: "Warum trommelt die Wirtschaft nicht fürs BAföG?"

20.10.2009 - (idw) Deutsches Studentenwerk

Prof. Dr. Rolf Dobischat, der Präsident des Deutschen Studentenwerks, wünscht sich mehr Engagement der Wirtschaft fürs BAföG. Sich endlich hörbar fürs BAföG zu engagieren, die "bildungspolitischen Schützengräben" zu verlassen und neue Bündnisse zu schmieden "jenseits der eingespielten Arbeitsteilung zwischen Sozial- und Wirtschaftsverbänden" - dazu fordert Prof. Dr. Rolf Dobischat, Präsident des Deutschen Studentenwerks, die Wirtschaft auf.

Zum Auftakt der heute in Düsseldorf beginnenden Jahrestagung "Unternehmen Hochschule" der Zeitschrift "Wirtschaftswoche" sagte Dobischat vor zahlreichen Unternehmensvertretern: "Die Wirtschaft muss ein vitales Interesse an einem starken BAföG haben. Die Quote der BAföG-geförderten Studierenden ist in den so genannten MINT-Fächern am höchsten, und just für diese Fächer zeichnet sich ein dramatischer Fachkräftemangel ab."

Dobischat fragt: "Warum trommelt die Wirtschaft also nicht fürs BAföG? Warum sagen die Spitzenverbände nicht: 'Wir brauchen mehr Fachkräfte, also brauchen wir mehr BAföG?' Wann hören wir auf mit der bildungspolitischen Arbeitsteilung, derzufolge allein die Sozialverbände fürs BAföG eintreten sollen?"

Dobischat betonte in Düsseldorf die wirtschaftspolitische Dimension einer staatlichen Studienfinanzierung: "Die Fachkräfte, die die Wirtschaft dringend braucht, müssen aus einkommensschwächeren, hochschulfernen Familien mobilisiert werden. Für sie ist ein starkes BAföG, eine solide staatliche Studienfinanzierung ein entscheidendes Argument für ein Hochschulstudium. Das sollte die Wirtschaft endlich zur Kenntnis nehmen und sich endlich hörbar fürs BAföG einsetzen."

"Eine gute Bildungspolitik mit einer starken staatlichen Studienfinanzierung", betonte Dobischat, "ist nicht nur die beste Sozialpolitik, sondern auch die beste Wirtschaftspolitik." Er appellierte an die in Düsseldorf vertretenen Unternehmen: "Lassen Sie uns die bildungspolitischen Schützengräben verlassen und zum Wohl von Studierenden und Wirtschaft neue Bündnisse schmieden."

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