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Wie steht es um die Kirchen im geeinten Deutschland?

21.10.2009 - (idw) Universität Erfurt

Wissenschaftler, Kirchenführer und Politiker werden darüber am kommenden Wochenende bei einer Tagung an der Universität Erfurt diskutieren. Im Rahmen der Tagung wird zu öffentlichen Vorträgen von Kardinal Lehmann am Freitag, dem 23.10.2009, um 19.30 Uhr, in das Auditorium Maximum der Universität Erfurt, Nordhäuserstr. 63, und von Bischof Joachim Wanke am Samstag, dem 24.10.2009, um 20.00 Uhr, in die Brunnenkirche, Am Fischersand, sowie zu einem Pressegespräch am Freitag, dem 23. Oktober 2009, um 18.30 Uhr in die Katholisch-Theologische Fakultät, "Villa Martin", Schwarzburger Str. 121, eingeladen. 20 Jahre nach dem gesellschaftlichen und politischen Umbruch des Jahres 1989 wird in der Öffentlichkeit Resümee gezogen, wie sich Staat und Gesellschaft im vereinten Deutschland entwickelt haben. Dabei stellt sich auch die Frage nach der Rolle der Christen in einer veränderten Gesellschaft. In der öffentlichen Meinung ist der Beitrag der Kirchen in den Monaten der "Wende" bleibend in Erinnerung. Die Stimme evangelischer und katholischer Christen wird in der Bundesrepublik heute gehört, Christen bringen sich zivilgesellschaftlich in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens ein. Aber wie steht es in ganzer Breite um die Bedeutung der Kirchen im Jahre 2009? Wissenschaftler, Kirchenführer und Politiker werden darüber am kommenden Wochenende bei einer Tagung an der Universität Erfurt diskutieren.

Neben dem Katholischen Forum im Land Thüringen und der wissenschaftlich international angesehenen Kommission für Zeitgeschichte ist die Forschungsstelle für kirchliche Zeitgeschichte Veranstalterin der Tagung. Für die, an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Erfurt beheimatete, Forschungsstelle stellt diese Tagung "einen Höhepunkt in den bisherigen wissenschaftlichen Beiträgen zum 'Wende'-Jubiläum dar", so ihr Leiter Professor Dr. Josef Pilvousek. Zusammen mit den Partnerinstitutionen erhofft er sich neue Impulse für die kirchenhistorische Forschung, nicht zuletzt an der Universität Erfurt, aber auch Impulse für die öffentliche Diskussion.

Drei große Themenblöcke stehen im Vordergrund: der Wertewandel in Deutschland vor und nach 1989, der wirtschaftliche und soziale Umbruch, der sich mit dem Jahr 1989 verbindet sowie die katholische Kirche Deutschlands in der europäischen Außenwahrnehmung. Als Referenten haben die Veranstalter u.a. den Mainzer Historiker Prof. Dr. Andreas Rödder gewinnen können, dessen Monographie "Deutschland einig Vaterland" jüngst auf eine sehr breite Resonanz gestoßen ist. Prof. Dr. Nobert Kleinheyer, Erfurt, ist als Rechts- und Wirtschaftwissenschaftler, aber auch als langjähriger Geschäftsführer des Sparkassen- und Giroverband Hessen-Thüringen, bestens mit den wirtschaftlichen und sozialen Problem der letzten 20 Jahre vertraut. Bischof Frantisek Radkovski, Bischof von Pilsen, bringt Erfahrungen aus einer anderen Geschichte und Gesellschaft mit, die ihm eine interessante Außenperspektive auf Deutschland ermöglichen.

Zwei öffentliche Vorträge rahmen die Tagung und erweitern ihre Perspektive. Karl Kardinal Lehmann, Mainz, wird über das Thema "Katholische Kirche im geeinten Deutschland - Bemerkungen zum Vereinigungsprozess" sprechen. Lehmann spricht gleichsam als "Augenzeuge", denn in seine Zeit als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz fiel der Prozess der Wiedervereinigung. Ebenfalls auf persönliche Erfahrungen blickt der Erfurter Bischof Joachim Wanke zurück, wenn er über das Thema "20 Jahre Seelsorge in einer freien und pluralen Gesellschaft" spricht. Einen weiteren Akzent erfährt die Tagung durch einen Vortrag des ehemaligen Thüringer Ministerpräsident Prof. Dr. Bernhard Vogel, der als Ministerpräsident eines jungen Landes "Nachdenkliches eines Zeitzeugen" beisteuern kann.

Die Tagung wird in eine Schlussdiskussion unter Leitung von Werner Dieste, Direktor des Landesfunkhauses, münden. Bischof a.D. Axel Noack, Magdeburg, und Staatssekretär a.D. Dr. Jürgen Aretz leiten sie mit Statements über die katholische Kirche nach 1989 ein.

Der öffentliche Vortrag von Kardinal Lehmann findet am Freitag, dem 23.10.2009, um 19.30 Uhr, im Auditorium Maximum der Universität Erfurt, Nordhäuserstr. 63, statt. Der öffentliche Vortrag von Bischof Joachim Wanke findet am Samstag, dem 24.10.2009, um 20.00 Uhr, in der Brunnenkirche, Am Fischersand, statt. Zu beiden Veranstaltungen laden die Veranstalter alle Interessierten herzlich ein!

Anlässlich der Tagung der Kommission für Zeitgeschichte und der öffentlichen Vorträge von Kardinal Karl Lehmann, Mainz, und Bischof Joachim Wanke, Erfurt laden die Veranstalter am Freitag, (23. Oktober 2009), um 18.30 Uhr zu einem Pressegespräch in die Katholisch-Theologische Fakultät in der "Villa Martin", Schwarzburger Str. 121, Erfurt ein. Gesprächspartner werden Kardinal Karl Lehmann, Mainz; Bischof Frantisek Radkovski, Pilsen; Bischof Joachim Wanke, Erfurt, Präsident der Kommission für Zeitgeschichte; Dr. Karl-Joseph Hummel, Direktor der Kommission für Zeitgeschichte und Prof. Dr. Joseph Pilvousek, Lehrstuhl für Kirchengeschichte der Universität Erfurt sein.


Kontaktadresse für die Presse:
Forschungsstelle für kirchliche Zeitgeschichte
Lehrstuhl für Kirchengeschichte des Mittelalters und der Neuzeit
Katholisch-Theologische Fakultät
Universität Erfurt
PF 900221
99105 Erfurt
Tel.: 0361/737-2526

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