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Beste Dissertation der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät des Jahres 2008

03.11.2009 - (idw) Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Geld verdienen mit den Ärmsten zum Wohle der Ärmsten

Heute erhielt Dr. Rüdiger Hahn (31) in Düsseldorf den mit 5.000 Euro dotierten Preis der Goethe Buchhandlung für die "Beste Dissertation der Wirtschaftwissenschaftlichen Fakultät an der Heinrich-Heine-Universität des Jahres 2008".
Die Auszeichnung für seine herausragende wissenschaftliche Leistung überreichten Prof. Dr. Dr. H. Michael Piper, Rektor der Heinrich-Heine-Universität, Wolfgang Teubig, Geschäftsführer der Goethe Buchhandlung sowie Prof. Dr. Bernd Günter, Dekan der Wirtschaftwissenschaftlichen Fakultät im Heinrich-Heine-Saal der Universität. Nach der Laudatio seines Doktorvaters Prof. Dr. Gerd Rainer Wagner stellte der Preisträger seine mit Summa cum laude bewertete Arbeit vor: Der Ansatz 'Base of the Pyramid' im Lichte des Corporate Citizenship-Konzeptes - Zum Engagement multinationaler Unternehmen im Rahmen nachhaltiger Austauschrelationen".

In den letzten Jahren beschäftigt sich die ökonomische Forschung und Praxis immer intensiver mit innovativen Geschäftsmodellen, in deren Mittelpunkt die "Ärmsten der Armen" (diejenigen, die von weniger als 2,5 US-Dollar pro Tag leben) stehen. Vielfach ungenutzte Ressourcen und unbefriedigte Bedürfnisse rücken dies bislang wenig beobachtete Bevölkerungssegment zunehmend in das Blickfeld: Unter dem Stichwort "Base of the Pyramid" werden Ansätze diskutiert, die die bisher vernachlässigten unternehmerischen Chancen auf den Absatz- und Beschaffungsmärkten mit dem Ziel langfristiger Armutsbekämpfung verbinden. In seiner Dissertation untersucht und diskutiert Rüdiger Hahn privatwirtschaftliches Engagement und "Best practice"-Beispiele, die "Ärmsten der Armen" zum gegenseitigen Nutzen in effiziente Marktstrukturen und unternehmerische Wertschöpfungsketten einzubinden und, soweit sie rein passive Objekte von Wirtschaftsprozessen sind, zu emanzipieren: als Kunden, als Lieferanten oder Distributeure, unter Umständen auch als Produzenten. Eine erfolgreiche Integration in die globalen Wertschöpfungsketten könnte jedoch zu einem übergeordneten Dilemma führen: Eine Anpassung weiterer Teile der Weltbevölkerung an den ressourceintensiven westlichen Lebensstil der Industrieländer oder der so genannten Ersten Welt könnte den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlage künftiger Generationen gefährden. Es stellt sich die Frage, auf welche Weise die Überwindung des häufig postulierten Wirkungszusammenhanges "Mehr Wohlstand = Höherer Ressourcenverbrauch" möglich ist. Der Preisträger untersucht daher in seiner Arbeit, ob und wie solche Geschäftsmodelle entwicklungs- und nachhaltigkeitsfördernd sind. Dabei setzt er sich intensiv mit der aktuellen Diskussion um Corporate Citizenship und Corporate Responsibility auseinander und erweitert als einer der ersten den Ansatz "Base of the Pyramid" konzeptionell um das Leitbild der "Nachhaltigen Entwicklung".

Rüdiger Hahn wurde 1978 in Düsseldorf geboren. Nach dem Abitur absolvierte er zunächst eine Ausbildung zum Werbekaufmann bei Grey Worldwide in Düsseldorf. 2000 nahm er das Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Heinrich-Heine-Universität auf, das er 2005 mit einem ausgezeichneten Examen zum Diplom- Kaufmann abschloss. Akademische Aufenthalte während seines Studiums verbrachte er an der University of California, Los Angeles sowie an der University of Otago, Dunedin in Neuseeland. 2004 absolvierte Rüdiger Hahn ein mehrmonatiges freiwilliges Praktikum bei einer Non-Governmental-Organisation in Neu Delhi. Die hautnah erlebte extreme Armut auf der einen Seite und die noch zu seltenen ökonomischen Initiativen, gerade den ärmsten Menschen zu helfen, führten zu seiner Themenfindung für die Promotion. 2005 nahm Rüdiger Hahn sein Promotionsstudium auf, das er im März 2009 mit der Note Summa cum laude abschloss. Er arbeitet gegenwärtig als Habilitant am Lehrstuhl für Produktionswirtschaft und Umweltökonomie der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.


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