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Wissenschaftsrat unterstreicht Bedeutung der Wehrmedizinischen Forschung

16.11.2009 - (idw) Wissenschaftsrat

Zum Abschluss seiner Evaluation von 40 Ressortforschungseinrichtungen des Bundes hat der Wissenschaftsrat eine übergreifende Stellungnahme zu den medizinischen Forschungseinrichtungen der Bundeswehr vorgelegt. Sie zeigt auf, wie die Leistungsfähigkeit dieser Einrichtungen über die Schaffung wissenschaftsförderlicher personal- und haushaltsrechtlicher Rahmenbedingungen und eine übergreifende Forschungsplanung zu verbessern und langfristig zu sichern ist. Heer, Marine und Luftwaffe verfügen insgesamt über acht Einrichtungen, in denen wehrmedizinische Forschung betrieben wird. Diese Institute, für die das Verteidigungsministerium 2008 rund 39 Millionen Euro verausgabte, verfügen über 530 Stellen, davon ca. 150 für wissenschaftliches Personal. "Die wehrmedizinischen Bundeseinrichtungen arbeiten insgesamt unter Bedingungen, die wenig forschungsförderlich sind", stellt Peter Strohschneider, Vorsitzender des Wissenschaftsrates, fest. "Wenn dennoch teilweise sehr gute Leistungen vorliegen, so ist dies vor allem auf das hohe Engagement vieler Beschäftigter zurückzuführen. Um aber auch in Zukunft sehr gute Forschungsleistungen zu erzielen, ist es in jedem Fall erforderlich, strukturell bessere Voraussetzungen zu schaffen." Dazu zählt der Wissenschaftsrat, eine eigene Laufbahn für wissenschaftliches Personal einzurichten sowie wissenschaftliche Stellen öffentlich auszuschreiben und vermehrt auch mit bundeswehrexternem Personal zu besetzen. "Angesichts des sich abzeichnenden Ärztemangels in der Bundeswehr ist dieser Schritt unumgänglich", so Strohschneider weiter.

Überdies empfiehlt der Wissenschaftsrat dem Verteidigungsministerium, künftig die Forschung in den wehrmedizinischen Einrichtungen übergreifend zu planen. Die bislang weit gehend gesondert in Heer, Luftwaffe und Marine erfolgende Planung führt teilweise zu thematischen Überschneidungen und erschwert Kooperationen zwischen den Einrichtungen. Bei der Koordination sollte sich das Verteidigungsministerium intensiv von externen Expertinnen und Experten beraten lassen. Weitere Empfehlungen zielen auf eine Flexibilisierung der Haushaltsführung sowie eine Verbesserung der wissenschaftlichen Qualitätssicherung der Einrichtungen.

Bei der Begutachtung der wehrmedizinischen Einrichtungen seit 2005 hatte der Wissenschaftsrat teilweise erhebliche Qualitätsunterschiede festgestellt. Während den drei Münchener medizinischen ABC-Schutz-Instituten hervorragende Forschungsleistungen bescheinigt wurden, sieht der Wissenschaftsrat im Falle des Schiffahrtmedizinischen Instituts der Marine erheblichen Verbesserungsbedarf. Mit Blick auf das Institut für den Medizinischen Arbeits- und Umweltschutz der Bundeswehr, Berlin, hatte er im Mai 2009 aufgrund unzureichender Forschungsleistungen die Schließung empfohlen. Im guten Mittelfeld bewegen sich die Laborabteilung IV des Zentralen Instituts des Sanitätsdienstes in Koblenz und das Flugmedizinische Institut der Luftwaffe, Fürstenfeldbruck. Das Sportmedizinische Institut der Bundeswehr, Warendorf, betreibt keine Forschung und sollte daher aus Sicht des Wissenschaftsrates in Zukunft nicht mehr als Ressortforschungseinrichtung geführt werden.

Hinweis: Die "Übergreifende Stellungnahme und Empfehlungen zu den wehrmedizinischen Bundeseinrichtungen mit FuE-Aufgaben" (Drs. 9502-09) wird im Netz als Volltext (www.wissenschaftsrat.de) veröffentlicht, sie kann aber auch bei der Geschäftsstelle des Wissenschaftsrates per E-Mail (post@wissenschaftsrat.de) angefordert werden.
Weitere Informationen: http://www.wissenschaftsrat.de
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