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DHL: Hochdruckkrankheit kann bereits im Mutterleib entstehen

16.11.2009 - (idw) Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften

33. wissenschaftlicher Kongresses der Deutschen Hochdruckliga (DHL)
vom 19. bis 21. November 2009 in Lübeck

Epigenetik & Hypertonie:
Hochdruckkrankheit kann bereits im Mutterleib entstehen

Lübeck - Aktuelle Untersuchungen belegen, dass eine Hypertonie bereits vor der Geburt entstehen kann. Die Erkrankung tritt jedoch nur selten schon im Kindes- und Jugendalter auf. Oft zeigt sich die Hypertonie erst im Alter. Verantwortlich dafür sind sogenannte epigenetische Faktoren, deren Bedeutung ein Experte im Rahmen der Kongress Pressekonferenz anlässlich des 33. wissenschaftlichen Kongresses der Deutschen Hochdruckliga (DHL) in Lübeck erläutert wird. "Zwillingsstudien zeigen, dass Kinder mit einem niedrigen Geburtsgewicht ein höheres Risiko haben, im späteren Leben an einem Bluthochdruck, der so genannten arterielle Hypertonie, zu erkranken", berichtet Professor Dr. med. Gilbert Schönfelder vom Institut für Pharmakologie und Toxikologie an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Dies wurde bei Menschen aus den Niederlanden beobachtet: Deren Mütter litten im Winter 1944/45 unter der deutschen Besatzung unter extremen Hunger, so dass ihre Kinder untergewichtig zur Welt kamen. "Viele erkrankten, teilweise erst 60 Jahre später an einer Hypertonie, oft begleitet von Übergewicht und Altersdiabetes", berichtet Professor Schönfelder. Möglicherweise seien auch die Enkelkinder betroffen, deren Geburtsgewicht unter dem Durchschnitt liegt.

Wie Umweltfaktoren das Erbgut umprogrammieren, wurde lange nicht verstanden. Inzwischen hat sich laut Schönfelder die Erkenntnis durchgesetzt, dass nicht die Gene selbst verändert werden, sondern Moleküle, die die Lesbarkeit oder Nicht-Lesbarkeit der genetischen Information zu einem bestimmten Zeitpunkt steuern. Diese werden unter dem Begriff Epigenetik zusammengefasst. Welche Erkenntnisse zur Entstehung des Bluthochdrucks und der Entwicklung neuer Therapieansätze daraus abgeleitet werden können, berichtet der Experte im Rahmen der Kongress-Pressekonferenz am Donnerstag, den 19. November 2009, in Lübeck.

Terminhinweise:

Kongress-Pressekonferenz
Termin: Donnerstag, 19. November 2009, 11.30 bis 12.30 Uhr
Ort: Lübecker Musik- und Kongresshallen GmbH: Seminarraum 7/8,
Willy-Brandt-Allee 10, 23554 Lübeck

Patientenseminar: Mit Bluthochdruck leben
Samstag, den 21.11.2009, von 10.30 bis 12.30 Uhr,
Bürgerschaftssaal, Rathaus Lübeck, Breite Straße 64, 23552 Lübeck
Der Eintritt ist kostenfrei. Eine Voranmeldung ist nicht notwendig.

Pressekontakt
Silke Jakobi
Deutsche Hochdruckliga e.V.
Pressestelle
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Telefon: 0711 8931-163
Fax: 0711 8931-167
jakobi@medizinkommunikation.org

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