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Erste Fachhochschul-Einrichtungen als BVL-Forschungsstellen akkreditiert

20.11.2009 - (idw) Hochschule Ulm

Das Institut für Logistik und Betriebsorganisation der Hochschule Ulm und das Kompetenzzentrum Logistik der Hochschule Neu-Ulm sind von der Bundesvereinigung Logistik (BVL) als Forschungsstellen akkreditiert worden. Damit erfüllen erstmals Einrichtungen von Fachhochschulen die Kriterien für dieses Gütesiegel. Konkreter Anlass war die Bewilligung des Forschungsprojektes "Dynamic Truck Meeting". Forschungsstelle der BVL können Forschungsinstitute von Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen werden, die sich auf Fachgebieten betätigen, die den Zielen der BVL entsprechen. Hierzu gehören die Entwicklung von Systemen und Netzwerken, die den Geschäftsprozess optimieren, ebenso wie Verfahren zur Normierung und Standardisierung, um diese Systeme und Netzwerke durchgängig zu machen. Die Hochschule Ulm (Professor Dr. Hartwig Baumgärtel) und die Hochschule Neu-Ulm (Professor Dr. Oliver Kunze) haben diesbezüglich einen gemeinsamen Forschungsantrag gestellt. Unter dem Kurztitel "Dynamic Truck Meeting" soll ein anbieterunabhängiger Telematik-Standard für Begegnungsverkehre im LKW-Ganzladungsverkehr geschaffen werden. Er soll über Telematik-Systeme solche Begegnungsverkehre ermöglichen und rational gestalten. Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie mit öffentlichen Mitteln gefördert, die über die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschung (AiF) als Projektträger der BVL als industrielle Gemeinschaft für die Logistik zur Verfügung gestellt werden. Die Auftaktveranstaltung für das Forschungsprojekt fand am Dienstag, dem 10.11.2009, statt.

Hintergrund zum Forschungsprojekt "Dynamic Truck Meeting":
Infolge gesetzlicher Vorgaben wie Lenk- und Ruhezeiten, Qualifizierung von Kraftfahrern und mehr haben Transporteure mit einem steigenden Kostendruck zu rechnen, den sie nicht direkt an den Auftraggeber bzw. Endkunden weitergeben werden können. Es ist deshalb wichtig, Strategien und Techniken zu entwickeln, die eine Kostenentlastung bedeuten. Das gilt insbesondere für kleine und mittlere Transportunternehmen. Für Transportaufträge, bei denen sich Hin- und Rücktour nicht an einem Arbeitstag bewältigen lassen, könnten Begegnungsverkehre eine sinnvolle Maßnahme sein. Finden zwei Spediteure, die ihren Sitz in unterschiedlichen Regionen haben, Aufträge, die in die jeweils andere Region gehen, könnten sie die Touren so organisieren, dass sich die Fahrzeuge in der Mitte des Weges treffen und die Ladung tauschen. Damit lassen sich die Fahrerarbeitszeiten begrenzen, die Fahrzeuge besser auslasten und die Anzahl von Leerfahrten der Fahrzeuge reduzieren. Das Forschungsprojekt will klären, welche Kommunikationswege, IT- und Organisationsstrukturen sowie Leistungsmerkmale für das Erfassen und Übertragen der notwendigen Daten von Fahrzeug, Fahrer und Örtlichkeit zu einem tauglichen Verfahren führen.

Laut Professor Baumgärtel haben sich bereits 35 Firmen für dieses Thema interessiert und den Bedarf an einem entsprechenden Schnittstellenstandard bekundet. Voraussetzung, um die entstehenden Potentiale auszuschöpfen, ist jedoch in seinen Augen, dass sich die Transporteure zu einem partnerschaftlichen Netzwerk zusammenfinden.

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