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Treviranus-Medaille des VBIO für Peter Sitte

23.11.2009 - (idw) Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland e.V.

Der Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin (VBIO e. V.) ehrt den Zellbiologen Prof. Dr. Dr. h. c. Peter Sitte von der Universität Freiburg mit der Treviranus-Medaille. Die höchste Auszeichnung des Biologenverbandes wurde anlässlich des Biologentages am 21. November im Naturkundemuseum Berlin übergeben. Der VBIO würdigt damit die führende Rolle des Preisträgers für die Entwicklung der Zellbiologie zu einer eigenständigen Wissenschaftsdisziplin sowie seine herausragenden Leistungen in Grundlagenforschung und Lehre. Peter Sitte studierte Botanik, Chemie, Experimentalphysik und Philosophie an der Universität Innsbruck. Im Jahre 1954 promovierte er dort mit einer Arbeit über den Feinbau pflanzlicher Zellwände. Vier Jahre später wurde er mit einer Arbeit über die Ultrastruktur von Wurzelzellen der Erbse habilitiert. An der Universität Heidelberg war er zunächst als außerordentlichen Professor für Zellenlehre und biologische Elektronenmikroskopie tätig, bevor er 1966 einen Ruf als Professor für Zellbiologie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg erhielt. Dort widmete er sich der pflanzlichen Zellbiologie, wie etwa den Chromoplasten in den Zellen von Blüten und Früchten sowie die Gerontoplasten des Herbstlaubes. Breiten Raum nahm auch die Untersuchung der komplexen Plastiden der Cryptomonaden ein - und damit auch das Phänomen der Zellevolution durch sekundäre Endocytobiose.

Über Richtung weisende Pionierleistungen in der pflanzlichen Zellbiologieforschung hinaus hat Peter Sitte es stets verstanden, wissenschaftliche Erkenntnisse einer breiten Öffentlichkeit verständlich und einprägsam nahe zu bringen. Ganze Studentengenerationen haben sich mit Lehrbüchern, an denen Peter Sitte mitgewirkt hat, auf ihre Prüfungen vorbereitet: So etwa mit den "Molekularen Grundlagen der Entwicklung" (1971), der "Zellbiologie. Ein Lehrbuch" (1984) oder dem "Strasburger" (2002).

"Durch seinen langjährigen Einsatz in Lehre, Forschung, mehreren wissenschaftlichen Fachgesellschaften, Wissenschaftsorganisationen und Akademien hat Peter Sitte dazu beigetragen, die Belange der Biowissenschaften voranzubringen" so Prof. Rudi Balling, Vizepräsident des VBIO. "Damit ist er der idealer Träger der Treviranus-Medaille. Denn mit dieser Auszeichnung ehrt der VBIO Wissenschaftler, die sich in der Öffentlichkeit in besonderer Weise für die Biowissenschaften einsetzen" ergänzt Rudi Balling. "Es ist uns eine besondere Ehre, Peter Sitte heute die höchste Auszeichnung des VBIO überreichen zu können. - Wir verbinden dies mit den besten Wünschen zu seinem 80. Geburtstag, den er in Kürze begehen kann".

Zur Treviranus-Medaille
Der VBIO zeichnet Personen, die sich in der Öffentlichkeit besonders für die Biowissenschaften engagieren, mit der Treviranus-Medaille aus. Die Auszeichnung trägt den Namen des Bremer Arztes und Naturforschers Gottfried Reinhold Treviranus (1776 - 1837). Dieser hat in seinem Hauptwerk "Biologie oder Philosophie der lebenden Natur für Naturforscher und Ärzte" erstmals den Begriff "Biologie" als Klammer des damals schon existierenden Spektrums an "Lebenswissenschaften" eingeführt. In der Einleitung schrieb er: "Die Gegenstände unserer Nachforschungen werden die verschiedenen Formen und Erscheinungen des Lebens sein, die Bedingungen und Gesetze unter welchen der Lebenszustand stattfindet und die Ursachen, wodurch derselbe bewirkt wird. Die Wissenschaft, die sich mit diesen Gegenständen beschäftigt, werden wir mit dem Namen Biologie oder Lebenslehre bezeichnen".

Bisherige Preisträger der Treviranus-Medaille waren unter anderem Professor Dr. Hubert Markl, ehemaliger Präsident der Max-Planck-Gesellschaft und Professor Ernst-Ludwig Winnacker, ehemaliger Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Weitere Informationen:
Dr. Kerstin Elbing, VBIO, Geschäftsstelle Berlin, Luisenstraße 58/59, 10117 Berlin, 030-27891916, elbing@vbio.de
Weitere Informationen: http://www.vbio.de
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