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TU Berlin: Die Energiewende im Osten

30.11.2009 - (idw) Technische Universität Berlin

Ergebnisse des 5. Workshops Ostdeutschlandforschung Ostdeutschland sucht 20 Jahre nach der Vereinigung nach einem
sozial und ökologisch zukunftsfähigen Entwicklungspfad, der eine selbsttragende Dynamik entfaltet. Der Innovationsverbund Ost-deutschlandforschung an der TU Berlin stellte auf seinem 5. Workshop Ostdeutschlandforschung am 30.11.2009 Thesen vor, wie Ostdeutschland zum Vorreiter einer Energiewende werden könnte. Diese kann das Eingangstor für eine sozial-ökologische Industrialisierung werden.

Die Herausforderungen, aber auch die Chancen einer solchen Energiewende, basierend auf Energieeinsparungen und erneuerbaren Energien, sind riesig. Die Energiewende ist angesichts der Folgekosten des Klimawandels eine unvermeidbare Investition. Wer hier die Nase vorn hat, kann globale Zukunftsmärkte besetzen. In Ostdeutschland können beispielhaft neue Wertschöpfungsketten aufgebaut werden, die Arbeitsplätze schaffen und zur Vermeidung des Klimawandels beitragen. Es geht um den Aufbau komplexer, integrierter Wertschöpfungsnetze mit ganz neuen Formen der Energieerzeugung, -verteilung, -speicherung und des Energiekonsums.

Die ostdeutschen Länder besitzen für eine Energiewende mehrere Pluspunkte. Sie sind vom Potenzial her in der Lage, ihren eigenen Energiebedarf zu decken, da Flächen für Wind- und Solarkraftwerke und Biomasseproduktion ebenso wie technologisches Know-how (zum Beispiel in der Photovoltaik-Industrie Solar Valley Mitteldeutschland) verfügbar sind. Allerdings ist die Wertschöpfung bei der Erzeugung erneuerbarer Energien in Ostdeutschland im Vergleich zu Deutschland insgesamt noch unterdurchschnittlich.
Drei Handlungsfelder sind für die Workshop-Teilnehmer zentral für eine Energiewende in Ostdeutschland:

Politische Initiative und Finanzierung: Ausgangspunkt sollte eine klare politische Entscheidung sein, Ostdeutschland zum Vorreiter einer Energiewende zu entwickeln. Die Initiative sollte von einzelnen ostdeutschen Bundesländern in Kooperation mit der Bundesregierung und ambitionierten Städten und Gemeinden ausgehen. Für die Finanzierung schlägt der Innovationsverbund die Bildung eines Fonds für (Mikro-)Kredite vor, mit denen Kommunen Investitionen in den Ausbau erneuerbarer Energien, in Energieeffizienz- und Infrastrukturmaßnahmen sowie die Rekommunalisierung der Energieversorgung finanzieren können.

Partizipation und Experimente: Eine wichtige Aufgabe ist es, günstige Bedingungen für die Erprobung einer Energiewende zu schaffen, um verschiedene Lösungen und Entwicklungsoptionen parallel offen zu halten. Nur so lassen sich die besten Wege für eine Wende herausfinden. Erfahrungen des "Scheiterns" sollten ebenso ausgewertet und gewürdigt werden wie Erfolgsbeispiele. Der Innovationsverbund schlägt vor, die Bevölkerung am Ausbau der erneuerbaren Energien demokratisch zu beteiligen, um auf diese Weise sicherzustellen, dass sie in Form von Arbeitsplätzen, Einkommen, langfristig stabilen Energiepreisen etc. davon profitiert.

Netzintegration und Balance zwischen dezentralen und zentralen Lösungen: Die dezentrale Energieproduktion mit erneuerbaren Energien muss mit erhöhten Verteil- und Hochspannungsnetzkapazitäten, Speicherkapazitäten, flexiblen Gaskraftwerken und Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen sowie einem intelligenten Management von Stromnachfrage und -angebot verknüpft werden. Dafür sollten geeignete technologische, politische und öko-nomische Schnittstellen entwickelt werden. Der Innovationsverbund fordert die Schaffung regionaler Schnittstellenagenturen in Bezug auf Netze und virtuelle Kraftwerke in Ostdeutschland.

Der Innovationsverbund Ostdeutschlandforschung wird als interdisziplinärer Forschungsverbund gefördert vom Berliner Senator für Bildung, Wissenschaft und Forschung.

Das Thesenpapier des Innovationsverbunds Ostdeutschlandforschung "Energie im Osten. Die Energiewende als Chance für eine ökologische Reindustrialisierung Ostdeutschlands" ist ab 1.12.2009 abrufbar unter www.ostdeutschlandforschung.net.

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern: Dr. Benjamin Nölting, Zentrum Technik und Gesellschaft, TU Berlin, Innovationsverbund Ostdeutschland-forschung, Tel.: 030/314-26368, E-Mail: noelting@ztg.tu-berlin.de
Internet: www.ostdeutschlandforschung.net

Die Medieninformation zum Download:
www.pressestelle.tu-berlin.de/medieninformationen/


"EIN-Blick für Journalisten" - Serviceangebot der TU Berlin für Medienvertreter:
Forschungsgeschichten, Expertendienst, Ideenpool, Fotogalerien unter:
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Weitere Informationen: http://www.pressestelle.tu-berlin.de/?id=4608 http://www.ostdeutschlandforschung.net http://www.pressestelle.tu-berlin.de/?id=4608
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