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Forschungsverbund Sprache und Kognition - Hegelpreisträger zu Gast an der Uni

08.12.2009 - (idw) Universität Stuttgart

Am Abend des 16. Dezember wird der Psycholinguist und Anthropologe Prof. Michael Tomasello den Hegel-Preis der Stadt Stuttgart erhalten. Unmittelbar zuvor ist der Wissenschaftler bei einer Veranstaltung des Forschungsverbunds Sprachwissenschaft und Kognition an der Universität Stuttgart zu Gast. Der vielfach ausgezeichnete Direktor des Max Planck Instituts für Evolutionäre Anthropologie in Leipzig hält einen Vortrag mit dem Titel "Where does Grammar come from". In seiner Forschungsarbeit untersucht er die biologischen und anthropologischen Grundlagen, auf denen unsere Sprache aufgebaut ist. Dabei vergleicht der Primatologe unter anderem die Gebärdensprache von Affen mit der von Menschenkindern. Von besonderem Interesse ist dabei, dass Affen, je nachdem ob sie mit Menschen oder Artgenossen kommunizieren, unterschiedliche Gebärden nutzen. Der Grundunterschied zwischen dem Verhalten von jungen Affen und jungen Menschkindern sieht Tomasello darin, dass bereits Kleinkinder sich kooperativ verhalten und damit erst die Grundlage für eine Sprache ermöglichen. Die Vortragssprache wird Englisch sein.

Medienvertreter sind dazu herzlich eingeladen. Im Anschluss an die Veranstaltung besteht Gelegenheit zu einem Gespräch mit Prof. Klaus von Heusinger, dem Gastgeber und Sprecher des Forschungsverbundes Sprachwissenschaft und Kognition.

Zeit: 15.30 Uhr bis 17.00 Uhr
Ort: Campus Stadtmitte, Keplerstr. 17, Hörsaal 17.02

Michael Tomasello wurde 1950 in Bartow, Florida, USA geboren. Er studierte Psychologie und promovierte an der University of Georgia. Nachdem er lange Jahre Professor für Psychologie und Anthropologie an der Emory University war, ist er seit 1998 Direktor am Max Planck Institut für Evolutionäre Anthropologie in Leipzig. Mit seinen wegweisenden Arbeiten zu den biologischen und anthropologischen Grundlagen von menschlichem Verhalten und besonders von Sprache hat er die internationale Diskussion über die Entwicklung des Menschen wesentlich beeinflusst. Er führt interdisziplinäre Forschungen zwischen Primatologie, Psychologie und Linguistik durch und zeigt die grundlegenden Unterschiede im Verhalten zwischen Menschen und ihren nächsten Verwandten, den Primaten auf, wie etwa in der Bereitschaft zur Kooperation. Tomasello wurde 2004 mit dem Forschungspreis der Fyssen Stiftung (Paris) und 2006 mit dem Jean-Nicod-Preis ausgezeichnet.

Der Forschungsverbund Sprachwissenschaft und Kognition (FSK) wurde im Jahr 2008 als interfakultative Einrichtung der Universität Stuttgart gegründet, um die interdisziplinäre Forschung in den Bereichen Sprache und Kognition zu intensivieren. Der Verbund bündelt unterschiedlichste Projekte, die sich beispielsweise mit grundlegenden Fragen mentaler Prozesse bei der Sprachverarbeitung, mit psycholinguistischen Experimenten oder aber mit den kognitiven Prinzipien der Mensch-Maschine Interaktion beschäftigen. Dem Verbund gehören Wissenschaftler aus der Linguistik, der Philosophie, der Literaturwissenschaft, der Geschichtswissenschaft, der maschinellen Sprachverarbeitung, der Regelungstechnik, der Konstruktionstechnik und der Systemtheorie (Kybernetik) an. Zu Beginn der Veranstaltung wird der Stuttgarter Linguist Prof. Klaus von Heusinger den Forschungsverbund und die aktuellen Projekte kurz vorstellen.

Weitere Informationen unter http://www.fsk.uni-stuttgart.de
Informationen zur Hegel-Preis-Verleihung unter http://www.stuttgart.de.

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