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30 Jahre Universitäts-Partnerschaft Bochum-Krakau

18.12.2009 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

Merentibus-Medaille würdigt die ersten deutsch-polnischen Unikontakte
Sieben RUB-Professoren wurden gesondert ausgezeichnet

Europa war noch durch den Eisernen Vorhang geteilt, als die Ruhr-Universität Bochum im November 1979 einen Kooperationsvertrag mit der Jagiellonen-Universität Krakau unterzeichnete. Sie war die erste bundesdeutsche Universität, die mit einer polnischen kooperierte, und die Kontakte reichen sogar bis 1966 zurück. Um die Verdienste der Ruhr-Universität während der langjährigen Partnerschaft zu würdigen, hat der Senat der Universität Krakau beschlossen, ihr ihre höchste Auszeichnung zu verleihen: die Merentibus-Medaille. Gleichzeitig wurden sieben Professoren der Ruhr-Universität auf Vorschlag ihrer Partnerfakultäten in Krakau mit der Medaille "Plus ratio quam vis" ausgezeichnet: Hans J. Diller (Anglistik), Gerhard Binder (Klassische Philologie), Roman Seer (Jura), Ralf-Jürgen Dettmar (Astronomie), Albert Würflinger, Walter Gloeckle und Klaus Goeke (alle Physik).

Hilfe in schweren Zeiten

Der Vorschlag zur Zusammenarbeit mit der Jagiellonen Universität ging auf Berthold Beitz, den Generalbevollmächtigten von Dr. Alfried Krupp von Bohlen-und-Halbach, zurück, der dem damaligen Kultusminister Prof. Dr. Paul Mikat bereits 1965 diesen Vorschlag unterbreitete. Das Wirken Prof. Mikats wiederum ist eng mit der Gründung der Ruhr-Universität Bochum verbunden. Er hatte sich seinerzeit sehr für den Standort Bochum eingesetzt. Die junge Partnerschaft wurde Anfang der 1980er-Jahre gleich einer Belastungsprobe ausgesetzt, als das in Polen verhängte Kriegsrecht die Jagiellonen-Universität in Bedrängnis brachte. In Krakau unvergessen sind die zahlreichen Hilfslieferungen - Lebensmittel und Medikamente, aber auch Büromaterial, Reagenzien, Bücher bis hin zu einem Dienstwagen - die die Ruhr-Universität Bochum organisierte und auf den Weg brachte.

Gemeinsame Forschung auf höchstem Niveau

Mindestens die Hälfte der Bochumer Fakultäten kooperierte zeitweilig mit den jeweiligen Partnerfakultäten in Krakau, insbesondere die Philosophie, Philologie, Jura, Chemie, Physik und Astronomie. Zahlreiche Publikationen, Vortragsreihen, Doktorarbeiten, gemeinsame Seminare u.a. sind auf diese Weise entstanden. Einrichtungen wie das Rechenzentrum, die Universitätsbibliothek oder die Sprachabteilung DaF haben sich ebenfalls aktiv am Austausch beteiligt, haben regelmäßig ihre Kollegen in Bochum empfangen und sind manchmal mehrmals im Jahr nach Krakau gereist, als die Bedingungen weitaus weniger komfortabel waren als heute. Heute haben sich die wissenschaftlichen Beziehungen zu Polen normalisiert. Polen ist Mitglied der EU und der Studierendenaustausch funktioniert genau wie der mit Frankreich, Italien oder Spanien über das ERASMUS Programm der Europäischen Union. Die RUB findet hier Forschungspartner auf höchstem Niveau: Die Jagiellonen Universität rangiert im landesweiten Ranking der polnischen Hochschulen auf Platz eins.

Weitere Informationen

Monika Sprung, International Office der Ruhr-Universität, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-25483, E-Mail: Monika.Sprung@uv.rub.de

Redaktion: Meike Drießen
Weitere Informationen: http://www.aktualnosci.uj.edu.pl/index.php/fotoreportaze/pokaz/id/406 - Fotos und Film im Netz
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